Keinen Platz bei Schlossführung auf der Herreninsel bekommen? Die Natur ist auch noch da

Bis zu 3500 Menschen besuchen in der Hochsaison pro Tag Schloss Herrenchiemsee. Coronabedingt musste jedoch die Gruppenstärke bei den Führungen reduziert werden. Empfohlen wird deshalb, diese online zu buchen.
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Bis zu 3500 Menschen besuchen in der Hochsaison pro Tag Schloss Herrenchiemsee. Coronabedingt musste jedoch die Gruppenstärke bei den Führungen reduziert werden. Empfohlen wird deshalb, diese online zu buchen.
  • Elisabeth Sennhenn
    vonElisabeth Sennhenn
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Auf Schloss Herrenchiemsee stauen sich die Besuchergruppen – wegen Corona dürfen nicht mehr 50, sondern nur noch 13 Personen an einer Führung teilnehmen. Wer nicht vorher reserviert, hat schlechte Karten. Aber die Herreninsel hat noch mehr zu bieten als das Schloss.

Herreninsel – „Bitte rechnet mit Wartezeiten und Einschränkungen wie geänderten Wegeführungen oder Raumschließungen“, postete die Bayerische Schlösserverwaltung (BSV) Anfang Juni auf ihrer Facebookseite, als das Königsschloss auf der Herreninsel nach der Corona-Zwangspause wieder für Besucher öffnete. Die Besichtigung des Neuen Schlosses sei nur im Rahmen einer Führung möglich, und zwar in „deutlich reduzierter Gruppengröße“. Das ist bis heute so. Aber jetzt, knapp fünf Monate später, heißt es seitens der BSV, bei den Schlossführungen gebe es „erhebliche Engpässe“.

Nur noch 13 Personen je Gruppenführung

Der jüngste Andrang auf das Neue Schloss plus Corona-Maßnahmen haben die Verwaltung sogar dazu bewogen, die seit zwei Jahren geplante Landesausstellung „Götterdämmerung II - Die letzten Monarchen“ nicht auf Herrenchiemsee stattfinden zu lassen (wir berichteten). In diesem Zusammenhang hatte sich auch Rosenheims Landrat Otto Lederer im Gespräch mit unserer Zeitung zu Wort gemeldet. „Bereits jetzt sind oft schon ab Mittag die Eintrittskarten fürs Schloss vergriffen, weil der Gästeandrang die zugelassene Besucherzahl übersteigt“, so Lederer.

Zu Normalzeiten 3500 Besucher am Tag

„Im Neuen Schloss Herrenchiemsee zählen wir an einem normalen Tag ohne Auflagen in der Hochsaison bis zu 3500 Besucher, derzeit können wir lediglich maximal rund ein Viertel der Besucheranzahl pro Führung begrüßen. Normalerweise führen wir bis zu 50 Gäste pro Führung, momentan umfassen die Gruppen 13 Personen“, erläutert Ines Holzmüller, Pressesprecherin der BSV. „Aus diesem Grund kann nicht immer jeder Besucher der Herreninsel an einer Führung teilnehmen.“

Das bedauert auch der Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee, Konstantin Buchner. Ja, deshalb gebe es den einen oder anderen unzufriedenen Besucher, gibt er zu, ergänzt aber: „Die meisten, die keinen Platz in einer Führung mehr bekommen, haben am Ende doch Verständnis für unsere Lage.“

75 Prozent kommen aus Deutschland

Die 15 Schlossführer seien mit ihrer Arbeit mehr als ausgelastet, denn sie müssten zusätzlich die strengen Hygieneauflagen der Teilnehmer kontrollieren und einhalten. Unterm Strich waren laut Buchner in dieser Sommersaison nicht wesentlich mehr Besucher auf der Insel, als sonst, aber auch nicht weniger: „Deutlich haben wir gemerkt, dass noch mehr Inlandsreisende zu uns kommen.“ 75 Prozent der Besucher kämen ohnehin üblicherweise aus Deutschland, doch heuer seien die deutschsprachigen Führungen stets ausgebucht gewesen, „die fremdsprachigen waren coronabedingt deutlich weniger gefragt.“

Auf der Website der Schlösserverwaltung wird darauf hingewiesen, vor dem Besuch der Insel eine Führung online zu reservieren. Buchner rät ebenso dringend dazu, dies unter der E-Mailadresse info.herenchiemsee@bsv.bayern.de zu tun: „Wir haben zwar auch eine Hotline, aber die ist meist schwer zu erreichen“, bedauert er – zu viele Anfragen, auch wenn man personell schon aufgestockt habe.

So viele Spaziergänger wie noch nie

In Ausnahmefällen könnte es sein, dass Inselbesucher spontan einen Platz in einer Führung ergattern, freilich nicht am Wochenende, sondern eher werktags, wenn es etwas ruhiger zugehe.

Eine Garantie gebe es aber nicht. Garantieren kann Buchner jedoch allen, die leer ausgehen, dass ihr Besuch auf der Insel nicht ganz umsonst ist: „Zwar gibt es derzeit im König Ludwig II-Museum und im Augustiner Chorherrenstift keine Führungen, trotzdem kann man beides besuchen.

Und die Natur auf der Insel ist wunderschön, man kann hier herrlich Zeit verbringen und die Insel einmal aus einer anderen Perspektive kennenlernen.“ In der Tat seien Museum und Chorherrenstift derzeit so gut besucht wie selten zuvor. Und er habe noch nie so viele zufriedene Spaziergänger auf der Herreninsel herumstreifen sehen, wie in den vergangenen Monaten, sagt Buchner.

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