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Zusammenarbeit auf Eis gelegt

Keine touristische Hilfe mehr aus Gstadt für die Fraueninsel

Nur einen Steinwurf entfernt ist Gstadt von der Fraueninsel. Aus der Tourist-Info auf dem Festland (Gebäude rechts am Bildrand) war bisher die touristische Beratungsarbeit für das Eiland gegen Gebühr mit erledigt worden. Damit ist jetzt Schluss, zumindest vorerst.
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Nur einen Steinwurf entfernt ist Gstadt von der Fraueninsel. Aus der Tourist-Info auf dem Festland (Gebäude rechts am Bildrand) war bisher die touristische Beratungsarbeit für das Eiland gegen Gebühr mit erledigt worden. Damit ist jetzt Schluss, zumindest vorerst.
  • VonElisabeth Kirchner
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Die Tourist-Info in Gstadt wird – zumindest vorerst – keine Auskünfte mehr zu touristischen Fragen rund um die Fraueninsel geben. Nachdem der Gemeinderat der Insulaner für das Ende der Kooperation votiert hatte, stimmte nun auch das Gremium in Gstadt dafür. Allerdings soll neu verhandelt werden.

Gstadt/Fraueninsel – Einstimmig votierten die Gemeinderäte Gstadts in ihrer jüngsten Sitzung im Gemeindewehaus Gollenshausen dafür, dass die Tourist-Info Gstadt keine Auskünfte mehr zu Unterkünften, Öffnungszeiten und allen anderen touristischen Fragen rund um die Fraueninsel gibt. Bisher hatten die Fachleute auf dem Festland diese Arbeit mit erledigt.

Im Vorfeld hatte Bürgermeister Bernhard Hainz (FW) dem Gremium den Sachverhalt erläutert. Demnach sei 2015 vom damaligen Gemeinderat beschlossen worden, die touristischen Dienstleistungen für die Nachbargemeinde Chiemsee in Rechnung zu stellen. Diese Gebühren sollten jährlich um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresbetrag steigen. Für 2020 stellte die Tourist-Info vom Festland deshalb 1771,56 Euro netto der Verwaltung der Inselgemeinde Chiemsee auf der Fraueninsel in Rechnung.

250 Minuten Telefonberatung

Um die erbrachten Leistungen seitens der Gstadter Seite aufzuzeigen, hatte die Gstadter Tourist-Info im vergangenen Jahr für den Zeitraum von Juni bis November 2021 penibel Buch geführt, berichtete Sophia Staller, die Leiterin der Tourist-Info, dem Gremium. Im Frühjahr sei dann wie immer fürs Vorjahr abgerechnet. Laut Staller wurden im vergangenen Jahr gut 250 Minuten in Sachen Tourismus auf der Fraueninsel telefoniert, zum Beispiel Anfragen beantwortet. Zusätzlich hätten sie und ihr Team zwei Stunden pro Tag in der Hauptsaison beziehungsweise eine Stunde in der Nebensaison noch persönlich beraten.

Bürgermeister Hainz erhgänzte, dass dieses Thema auch den Gemeinderat Fraueninsel in dessen jüngster Sitzung beschäftigt habe. Auf der Insel selbst gibt es keine Tourist-Info oder vergleichbare Einrichtung. In der Sitzung auf dem Eiland im Januar sei dann nach Vorlage der Statistik und Abrechnungen entschieden worden, dass künftig keine Rechnungen mehr gestellt werden sollen und entsprechend auch keine Beratungsleistung mehr erfolgt. „Wir machen es nicht mehr. Die Summen sind denen zu viel. Wir werden das auch deutlich machen.“

Staller ergänzte, dass man alle anderen Tourist-Infos rund um den Chiemsee und darüber hinaus darüber informieren werde, dass Gstadt nicht mehr für die Fraueninsel zuständig sei.

Josef Gartner (FWG) hakte nach, ob das „wirklich in deren Sinne“ sei, was Bürgermeister Hainz bejahte. „Die Mehrheit vom Gemeinderat der Gemeinde Chiemsee wünscht anscheinend keine Beratung.“

Michael Rappl (FWG) meinte, dass die Anrufe in der eigenen Tourist-Info trotzdem nicht aufhören würden. Gstadt liegt der Fraueninsel am nächsten, von dort legen die Dampfer der Chiemsee-Schifffahrt ab und setzen Ausflügler zur Insel über. Man solle den Anrufern klar machen, dass der Gemeinderat der Fraueninsel das nicht mehr wünsche.

„Wir werden freundlich bleiben“

Bürgermeister Hainz betonte, keine Teilung des Chiemsees zu wollen. „Wir werden freundlich bleiben.“ Der neue Gemeinderat auf der Fraueninsel habe nun aber die Vereinbarung, die seinerzeit mit dem vorherigen Gremium geschlossen wurde, gekippt und wolle dies nunmehr neu regeln.

Im Gespräch mit seinem Amtskollegen auf der Fraueninsel habe er vereinbart, dass „die Tourist-Info Gstadt keine Auskünfte mehr zu Unterkünften, Öffnungszeiten etc. gebe. „Eine Rechnungsstellung erfolgt nicht mehr.“

Mit dieser Vorgehensweise erklärten sich die Räte der Gemeinde Gstadt einstimmig einverstanden.

Mit 9:0 hatte der Gemeinderat der Gemeinde Chiemsee in seiner Januar-Sitzung entschieden, die touristischen Dienstleistungen neu zu regeln. Durch die örtliche Rechnungsprüfung wurde angeregt, dem Gemeinderat eine Aufstellung der touristischen Dienstleistungen der Gemeinde Gstadt vorzulegen.

Laut dieser Aufstellung fielen in der Nebensaison eine Stunde am Tag sowie in der Hauptsaison zwei Stunden am Tag Beratungszeit rund um die Fraueninsel für die Mitarbeiter der Tourist-Info Gstadt an. Hinzu kam noch eine telefonische Beratungszeit von insgesamt circa 250 Minuten. Die Kosten für 2020 beliefen sich auf 1771,56 Euro netto.

Im Gemeinderat zeigte man sich einig, dass für den Fall, dass eine touristische Information durch die Gemeinde Gstadt nicht mehr erwünscht sein sollte, dringend ein anderer Ansprechpartner zu nennen sei.

Der Gemeinderat der Fraueninsel beschloss daraufhin eine Neuregelung der Angelegenheit. Vorab soll der Bürgermeister in einem Gespräch mit der Nachbargemeinde Gstadt die Details besprechen und dem Gremium in wieder berichten.

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