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Puppentheater Kunterbunt: Verzweifelte Stellplatz-Suche

Bittere Enttäuschung für Grassaus Kinder: Petterson und Findus finden kein Zuhause

Das Puppentheater Kunterbunt spielt zu Weihnachten traditionell eine „Petterson und Findus“-Geschichte.
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Das Puppentheater Kunterbunt spielt zu Weihnachten traditionell eine „Petterson und Findus“-Geschichte.
  • Oliver Lang
    VonOliver Lang
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Seit mehr als zehn Jahren ist das Schaustellerpaar Hain mit seinem Puppentheater in Grassau zu Gast. Auch heuer wollen Cindy und Sascha Hain wieder Kinder erfreuen. Bislang haben sie immer einen Stellplatz für ihren Schaustellerwegen finden können. Anders in diesem Jahr.

Grassau – Findus, die getigerte Katze aus den bekannten Kindergeschichten rund um den kauzigen „Petterson“, ist zwar ein Rumstreuner, doch auf der Straße leben sollte sie nicht.

Grassau ist dieses Jahr keine Option

Allerdings droht der liebenswert-gewitzten Katze genau dieses Schicksal – und mit ihr den Menschen, die Findus seit Jahrzehnten regelmäßig zum Leben erwecken und damit Kinder in ganz Deutschland glücklich machen.

Über zehn Jahre lang kam die Schaustellerfamilie Hein im Rahmen ihrer Petterson- und-Findus-Weihnachtstournee mit ihren beiden Wagen auf dem Grassauer Festplatz zwischen dem Pfarrkindergarten und der Schulturnhalle unter.

Doch dieses Jahr ist das nicht möglich. Denn die Mittelschule wird saniert und der Platz für Schulcontainer und die Abwicklung der Bauarbeiten benötigt. Und so sucht die Familie im Zeitraum vom 12. November bis zum 21. Dezember einen neuen Stellplatz in der Chiemgau-Region. „Wir brauchen gar nicht viel Platz“, berichtet Sascha Hein (43) von der aktuellen Misere. Die beiden Schaustellerwagen hätten zwar ein Gesamtgewicht von zehn Tonnen, doch zehn auf zehn Meter würden als Stellplatz reichen.

Die beiden Schaustellerwagen benötigen rund zehn auf zehn Meter Stellfläche.

Tiere mit an Board

Die in der Gegend um Passau ansässige Familie, zu der auch der Sohn Aidan (9) und die Tochter Anny (5) gehören, lebt während der „reisenden Zeit“ in den beiden Wohnwagen. Mit an Bord sind natürlich auch ein paar Tiere, darunter Hühner und Gockel, Igel, Eichhörnchen und sogar ein Elch – allerdings nur in geschnitzter Form.

Bis zu 80 Zentimeter hoch sind die präzise von Hand gefertigten Figuren, mit denen Familie Hein seit 1998 Kinder zum Lächeln bringt – und von denen so manche einen Wert zwischen 500 und 1000 Euro hat.

Geschenkt haben möchte Sascha Hein nichts. Sehr gerne zahle er für den rund fünfwöchigen Stellplatz-Zeitraum auch eine Kaution in Höhe von 1000 Euro. „Und natürlich zahlen wir auch eine Gebühr für den Stellplatz und selbstverständlich auch für Strom und Wasser“, fügt er hinzu. Ein Strom- und Wasserzähler, lange Elektrokabel für ganz normale Haushaltsanschlüsse und ein beheizbarer Wasserschlauch ermöglichen, dass die Familie in ihrem mobilen Heim leben kann.

Nicht auf der Straße leben müssen

„Uns ist nur wichtig, dass wir nicht auf der Straße leben müssen“, so Cindy Hein. Das habe es in den 24 Jahren, in denen das Puppentheater Kunterbunt bestehe, zum Glück noch nie gegeben.

Cindy Hein lernte ihren Mann als Kind kennen.

Trotz dieser an und für sich guten Voraussetzungen haben rund 40 Gemeinden in der Region, die Sascha und Cindy (36) Hein mittlerweile angeschrieben haben, durchweg mit – freundlich, aber kurz gehaltenen – Absagen reagiert. Selbst ein potenzieller Platz zum Abladen von geräumtem Schnee scheine wichtiger zu sein als das Traditionshandwerk, das Sascha Hein und seine Frau nun schon in vierter Generation ausüben.

„Das Puppentheater ist nicht nur einfach ein Beruf. Es ist unsere Berufung!“, so Hein leidenschaftlich. „Ich liebe es, wenn die Kinder lachen. Gerade in dieser schweren Zeit. Und es fasziniert mich immer wieder aufs Neue zu sehen, wie sich die Kinder trotz Fernsehens und Smartphones aktiv in unsere gespielten Geschichten miteinbeziehen lassen“, bringt Hein seine Begeisterung fürs Puppentheater zum Ausdruck.

„Mussten noch nie auf der Straße leben“

Schon seine Urgroßeltern waren Schausteller mit einem Theater und einem Puppentheater. Auch seine Frau stammt aus einer alten Puppentheaterfamilie. Kennengelernt haben sich die beiden bereits als Kinder.

Sascha Hein mit handgeschnitzter Puppe.

Leser der OVB-Heimatzeitungen, die einen Stellplatz für Familie Hein haben oder empfehlen können, können sich jederzeit unter der Telefonnummer 01 77/3 37 46 96 bei Sascha und Cindy Hein melden. Besonders geeignet sind Festplätze oder Parkplätze an Freibädern oder Tennisplätzen. Doch die Schaustellerwagen lassen sich auch auf jede Wiese auffahren.

In Grassau bringt das Puppentheater die Kinder heuer zum ersten Mal am 17. November zum Lachen und Staunen – und lässt es dabei auch im Vorführraum schneien.

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