Keine großen Sprünge möglich: Vorsichtig aufgestellter Haushaltsplan

Staudach-Egerndach –. Nicht nur für Bürgermeister Hans Pertl war die jüngste Gemeinderatssitzung außergewöhnlich, nicht nur, weil im Saal des Gasthofs „Zum Ott“ getagt wurde.

Auch der Haushaltsplan wurde angesichts der Lage äußerst vorsichtig aufgestellt.

In den 36 Jahren in diesem Gremium habe er noch nie erlebt, dass man zum einen in einer Wirtschaft tage und zum anderen so weit auseinander sitze. Die zwölf Räte hielten sich in der letzten Sitzung unter Bürgermeister Pertl an die Abstandsregelungen. „Ich bin optimistisch, dass wir auch diese Krise bewältigen. Wenn jeder sich an die Vorgaben hält, dann packen wir das“, munterte der Bürgermeister auf.

Der Haushaltsplan für 2020 gibt nur sehr geringen Spielraum und kann nur durch eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage gedeckt werden. Im Verwaltungshaushalt werden Ein- und Ausnahmen von 2,1 Millionen Euro erwartet. Der Vermögenshaushalt schließt mit 666 200 Euro. Kämmerin Caroline Speckbacher erläuterte den Plan und verwies im Verwaltungshaushalt auf zwei neue Posten.

Im Bereich des Feuerwehrwesens verwies sie auf die Bereitstellung von 5500 Euro, vorgesehen als Zuschuss zu zwei Führerscheinen. Erhöht habe sich auch die Schulverbandsumlage von 127 000 Euro. Bürgermeister Pertl informierte, dass dies auch an den Baumaßnahmen liege. Durch den Neubau eines Schulhauses müssen die Schüler in Containern untergebracht werden und die Verbandsmitglieder werden an den Mietkosten hierfür beteiligt. Auch im Bereich der Musikschule erhöhte sich die Beteiligung auf 47 000 Euro.

Hierzu ergänzte Pertl, dass 74 Staudach-Egerndacher Schüler unterrichtet werden und diese Summe die Eltern entlaste. Zudem wurde 2019 nur ein Drittel abgerechnet, da erst dann die Gemeinde in den Musikschulverbund eingetreten sei. Er betonte zudem, dass diese Ausgaben nichts mit der Musikkapelle zu tun haben.

Für Straßenunterhaltsmaßnahmen werden 44 000 Euro bereitgestellt, die für die Weidacher Straße und die Hadergasse verwendet werden. Insgesamt 61 000 Euro werden in den Fremdenverkehr investiert. Darin enthalten ist die Umlage an das gemeinsame Kommunalunternehmen Achentaltourismus mit 41 000 Euro sowie der Auftrag zum lufthygienischen Gutachten. Seit geraumer Zeit möchte die Gemeinde das Prädikat „Erholungsort“ erzielen und wartet hier auf Bestätigung. Zu den größten Ausgaben zählt die Kreisumlage mit 561 800 Euro.

An Einnahmen bleiben Grundsteuer A und B in gleicher Höhe mit über 110 000 Euro. Die Gewerbesteuer wurde vorsichtig auf 180 000 Euro geschätzt. Auch die Einnahmen aus der Einkommenssteuerbeteiligung wurden nur auf 600 000 Euro festgelegt. Speckbacher meinte, das könne angesichts der Krise auch noch weniger werden. Im Rahmen des Finanzausgleichs ist mit 467 000 Euro zu rechnen. Mit weiteren Gebühren und Steuern summieren sich die Einnahmen auf rund 1,45 Millionen Euro. An den Vermögenshaushalt könne dieses Jahr 2800 Euro zugeführt werden. Dies, so die Kämmerin, sei nicht dramatisch, da die Gemeinde keine Schulden habe, müsse sie auch keine Mindestzuführung aufweisen.

Im Vermögenshaushalt schlägt der Kauf des neuen Feuerwehrfahrzeugs mit 412 000 Euro zu Buche. Für die Tiefbaumaßnahme Straße „Hub“ werden 185 000 Euro bereitgestellt. Auch am Kindergarten gebe es noch einige Arbeiten zu erledigen.

Um den Haushalt auszugleichen ist eine Entnahme von 488 000 Euro aus der allgemeinen Rücklage erforderlich. In der Rücklage verbleiben immer noch 1,3 Millionen Euro. Wie der Finanzplan für die kommenden Jahre offenlegt, wird nach planmäßiger Führung bereits im Jahr 2022 die Rücklage wieder etwas aufgefüllt werden können.

Einstimmig wurde der Haushaltsplan inklusive Finanzplan von den Gemeinderäten angenommen. tb

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