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Pläne der Stadt bei Gasengpass

Möglicher Lieferstopp aus Russland: Ist Prien für einen Gasengpass gewappnet?

Das Thermostat runterdrehen muss die Marktgemeinde Prien in den meisten ihrer Gebäude wohl nicht, sollte es beim Gas zu einem Engpass kommen.
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Das Thermostat runterdrehen muss die Marktgemeinde Prien in den meisten ihrer Gebäude wohl nicht, sollte es beim Gas zu einem Engpass kommen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Seit Wochen kennen die Preise für Gas nur eine Richtung: nach oben. Das bekommt auch die Marktgemeinde Prien bei ihren Liegenschaften zu spüren. Nach Auskunft des Rathauschefs Andreas Friedrich (ÜWG) hat die Stadt aber bereits Pläne, dem entgegenzusteuern.

Prien – Seit Montag (11. Juli) wird die Gaspipeline Nord Stream 1 gewartet. Und die Befürchtungen gehen dahin, dass auch nach Ende der Arbeiten kein Gas mehr aus Russland nach Deutschland fließt. So oder so müssen sich die Verbraucher, aber auch die Kommunen auf höhere Energiepreise einstellen.

Einzelne Städte und Gemeinden haben bereits darauf reagiert und wollen im kommenden Winter zum Teil die Temperatur in ihren Räumen und Einrichtungen runterregeln.

Langfristiger Liefervertrag

Die Marktgemeinde Prien hingegen sieht sich mit Blick auf die derzeitigen Entwicklungen auf dem Gasmarkt gut aufgestellt. Mit einem kleinen Wermutstropfen: dem Prienavera-Erlebnisbad. Der Winterbetrieb dort, berichtet Bürgermeister Andreas Friedrich, hänge unter anderem davon ab, ob der laufende Gasliefervertrag eingehalten werden kann.

Bis 2023 sei zumindest vertraglich der Preis gedeckelt. „Wir gehen Stand heute davon aus, dass der Vertrag auch eingehalten wird“, sagt Friedrich. Aber auf der anderen Seite sei klar: Wenn der Bund einen Gasmangel verkündet und der Energieträger rationiert werden muss, würden die Schwimmbäder ohnehin abgeschaltet.

Abschlagszahlung verdreifacht

Eine weitere Priener Liegenschaft, welche von den aktuellen Preisentwicklungen beim Gas betroffen ist, sei die Franziska-Hager-Schule. „Wir sind Mitglied einer Einkaufsgenossenschaft, die das Gas direkt von der Börse bezieht“, sagt Friedrich. Der Kauf ohne Zwischenhändler nützt der Gemeinde aber augenscheinlich derzeit wenig: Der monatliche Abschlag habe sich von 4000 Euro auf 12.000 Euro verdreifacht.

Jedoch gibt es für Andreas Friedrich hier Licht am Ende des Tunnels: Im Sommer soll die Schule an eine private Holzhackschnitzel-Heizung angeschlossen werden und der Gasbezug damit entfallen. Zum Ende der Sommerferien möchte die Gemeinde das Vorhaben umsetzen, sodass die Wärme für die kommende Heizperiode bereits aus dieser Anlagen kommen kann.

Holz-Pellets statt Gas

Bei anderen Liegenschaften der Kommune sei Prien hingegen weitestgehend vom Gas unabhängig. Beim Priener Jugendtreff stehe man kurz davor, eine Holz-Pellet-Heizung zu installieren. „Das hat hinsichtlich des Preises keinen großen Vorteil, aber immerhin hinsichtlich der Versorgungssicherheit“, sagt Friedrich. Denn auch die Preise für den Holzbrennstoff entwickelten sich meist parallel zu Energieträgern wie Öl und Gas.

Insellösung mit Holzbefeuerung

Im Rathaus wiederum wie auch im Chiemsee-Saal und dem Haus des Gastes seien Ölheizungen installiert. Bei Letzteren beiden habe es bislang die Überlegung gegeben, die alten Öfen gegen einen Gasverbrenner zu tauschen. „Diese Lösung ist jetzt natürlich gestorben“, sagt der Priener Rathauschef. Hier spekuliere die Gemeinde ebenso mit einer Insellösung mit einem Holz-Pellet- oder Hackschnitzelofen.

„Oder es ergibt sich in Zukunft eine Lösung in einem gewissen örtlichen Verbund“, ergänzt Friedrich, dass auch interkommunale Lösungen denkbar seien. Auch für das Rathaus, welches derzeit mit einem Ölofen beheizt werde, denke Prien über eine Insellösung mit Holzbefeuerung nach. „Dort haben wir auch den Platz für ein Hackschnitzellager“, sagt Friedrich mit Blick darauf, dass diese im Einkauf derzeit noch günstiger seien als Holz-Pellets.

Nur absolut notwendige Fahrten

Neben den Heizkosten habe die Gemeinde jedoch noch einen Kostenfaktor in Sachen Energie im Blick: den Dieselpreis für die kommunalen Fahrzeuge, darunter jene des Bauhofes. „Wir schauen noch mehr darauf, dass nur jene Fahrten gemacht werden, die absolut notwendig sind“, sagt Friedrich und betont, dass die Fahrzeuge auch sonst nicht aufs Geratewohl unterwegs seien.

In diesem Bereich treffe Prien definitiv eine Kostensteigerung, die derzeit aber noch nicht seriös abzuschätzen sei. Dies hänge unter anderem auch davon ab, wie oft der Bauhof in Sachen Winterdienst in der kalten Jahreszeit ausrücken muss.

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