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Bei Schnee droht Gefahr - Fall kommt vor Gericht

Risse im Gebälk: Wer trägt die Verantwortung für Grassaus Sporthallen-Fiasko?

Während der Sommermonate kann der Betrieb in der Grassauer Halle problemlos laufen. Anders verhält sich dies im Winter.
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Während der Sommermonate kann der Betrieb in der Grassauer Halle problemlos laufen. Anders verhält sich dies im Winter.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Seit zwei Jahren ist klar: Das Dachgebälk der Grassauer Sporthalle hat Risse. Deswegen muss die Halle im Winter mitunter geschlossen bleiben, wenn sich zu viel Schnee auf dem Dach sammelt. Und das könnte noch eine Weile so bleiben.

Grassau – Nur wenige Monate nach der Eröffnung musste die Grassauer Turnhalle wieder geschlossen werden. Als Arbeiter vor zwei Jahren gerade Basketballkörbe in der Halle anbringen wollten, fiel diesen auf: Die Holzbalken an der Decke zeigen Risse. Seitdem ist die Halle nur eingeschränkt nutzbar.

Risse bis zu fünf Millimeter breit

Sowohl längs als auch quer waren in den geleimten Holzbalken damals Risse zu erkennen. Bis zu fünf Millimeter Breite wiesen die Beschädigungen an diesen Leimbindern auf. Ingenieure empfahlen seinerzeit, die Halle umgehend zu sperren.

Denn allzu fraglich schien, ob die Dachkonstruktion wirklich halten kann. Denn die berechnete Statik für die Hallendecke beruhte selbstredend auf unbeschädigten Balken.

Gutachter beauftragt

Die Gemeinde beauftragte einen Gutachter, die Schäden in Augenschein zu nehmen. Mit einem Hubgerät näherten sich die Fachleute dem Gebälk, um die Schwere der Schäden zu bewerten. Das Gutachten wiederum ließ auf sich warten und sollte eigentlich schon im Juli oder August 2020 vorliegen.

Lediglich eine erste schriftliche Stellungnahme konnte Grassaus Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) dem Gemeinderat im September 2020 bekannt geben: Eine Nutzung der Halle sei trotz beschädigter Dachträger möglich. Einzige Ausnahme: Im Winter dürfe das Gebäude nur bei geräumtem Dach genutzt werden. Sobald sich auf diesem eine größere Schneedecke bilde, müsse die Halle wieder schließen.

Denn man kann sich erinnern: Im Januar 2006 kam es in Bad Reichenhall zu einem Unglück, welches die ganze Nation erschütterte. Das Dach der dortigen Eishalle war unter der hohen Schneelast zusammengebrochen. Zwölf Kinder und drei Frauen starben. Helfer konnten sie damals nur noch leblos aus den Trümmern bergen.

Schäden verpressen lassen

Erste Signale für die Reparatur der Schäden im Gebälk konnte der Rathauschef geben: Man könne die Schäden verpressen und damit auf einen Tausch der Dachkonstruktion verzichten. Doch diese Reparatur werde sich wohl verzögern, um keine Beweise zu vernichten. Denn im Oktober 2020 signalisierte Grassaus Bürgermeister Stefan Kattari (SPD), dass man die Schuldfrage für die Schäden wohl vor Gericht klären will.

Klage beschlossene Sache

Und dass man sich mit der ausführenden Firma für das Dachgebälk juristisch auseinandersetzen will, ist inzwischen beschlossene Sache, wie Grassaus Zweite Bürgermeisterin Daniela Ludwig (CSU) auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen berichtet. Das sei auch der Grund, warum sich am Status quo für die Halle nicht geändert habe: In warmen Monaten kann das Gebäude genutzt werden.

Beginnt es in den Wintermonaten jedoch zu schneien, bleibt die Sporthalle geschlossen, wenn sich allzu viel Schnee auf dem Dach sammeln sollte. Wo hier die Schmerzgrenze liegt, konnte Ludwig nicht en détail schildern. Sie vertritt urlaubsbedingt derzeit Bürgermeister Stefan Kattari.

Gerichtsgutachten im Oktober

Der Klageweg führt zumindest dazu, dass sich diese Situation auf absehbare Zeit vorerst nicht auflösen wird. Denn erst für Oktober dieses Jahres sei vorgesehen, dass vom Gericht bestellte Gutachter die Schäden festhielten, so Ludwig.

Doch wann die Experten ihre Ergebnisse vorlegen, kann Ludwig genauso wenig sagen wie einen möglichen Termin für den Rechtsstreit zwischen der Gemeinde und dem Unternehmen, bei dem geklärt werden soll, wer für die Schäden am Gebälk haftet. Tröstlich mag dabei nur sein: Sowohl die Schulen als auch die Vereine hätten sich mit der Situation inzwischen arrangiert.

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