Kein Ranggeln auf der Schwarzachenalm in Ruhpolding

Auf schneidige Duelle müssen die Fans des Ranggelsports auch weiterhin verzichten. Bisher ist an einen Saisoneinstieg bei den „Pfoadathleten" nicht zu denken. Archiv Schick

Das Kräftemessen muss wegen Corona abgesagt werden. Das Risiko bei Mann-gegen-Mann-Kämpfen ist zu groß. Die Hoffnung der Athleten auf einen geregelten Wettkampfbetrieb schwindet.

von Ludwig Schick

Ruhpolding – Es hat nicht sollen sein: Das für heute, Samstag, geplante „Almranggeln" auf der Ruhpoldinger Schwarzachenalm fällt, wie so viele andere Termine auch, den corona-bedingten Vorsichtsmaßnahmen zum Opfer. Das urwüchsige Kräftemessen wäre sicher einer der Höhepunkte des „Fests der Berge“ gewesen –- einer Veranstaltungsreihe, mit der die Ruhpoldinger Tourist-Info seit Jahren ein attraktives Unterhaltungs-Programm für Gäste und Einheimische anbietet.

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Zugleich hätte das erste interne Kräftemessen zum Anfang einer Saison, die immer noch nicht Fahrt aufgenommen hat, ein Gradmesser sein können für den derzeitigen Leistungsstand der heimischen „Pfoadathleten".

Doch hätte, wäre, sollte – schön langsam schwinden im Lager der Ranggler die Hoffnungen dahingehend, dass es dieses Jahr überhaupt noch zu einem halbwegs geregelten Kampfbetrieb kommt. Zumal es den Kontrahenten der benachbarten Verbände in Österreich und Südtirol nicht anders ergeht. Dort ist die Ausübung von Kontaktsportarten ein absolutes Tabu, deshalb sind alle Wettkämpfe einschließlich des Alpencups bis Mitte Juli abgesagt. Auch auf der bayerischen Seite möchte man kein Risiko eingehen, obwohl den Zuschauern im weitläufigen Almgebiet genügend Platz zur Verfügung stünde.

Das Problem sind die Ranggler selbst, die ja den engen Körperkontakt im Kampf brauchen. Dabei haben sich die Athleten aus dem südlichen Chiemgau ausgerechnet für dieses Jahr viel vorgenommen. Allen voran ihr Vorsitzender Hans Schwabl, der in den vergangenen Jahren immer unter den Top-Ten vertreten war. Dieses Mal wollte der Inzeller ganz vorne landen: als einer der drei Punktbesten des Alpencups. Ob sich dafür noch Chancen ergeben, steht weiter in den Sternen.

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