Katholische und evangelische Kirche feiern Fußball-Gottesdienst

Bernau – Die UEFA hat die Fußball-Europameisterschaft 2020 auf das nächste Jahr verschoben.

Keine Hochstimmung bei den Fans, keine Spiele im Stadion, kein Public Viewing. Die Bundesliga spielt gerade die Meisterschaft zu Ende, doch bei den Fans kommt angesichts der Geisterspiele nur bedingt Stimmung auf.

Trotzdem wollen sich die meisten, die Freude an der schönsten Nebensache der Welt und die Begeisterung für die eigene Mannschaft nicht nehmen lassen, auch wenn viele der Sonderrolle des Profifußballs und dem Einsatz der Politiker für Spiele in Zeiten der Corona-Krise kritisch gegenüber stehen.

Der Fußball-Gottesdienst der katholischen und evangelischen Kirche in Bernau am Chiemsee möchte beides aufgreifen und einen Raum zum Feiern und Nachdenken geben.

„Wir wollten einen Gottesdienst gestalten, der die gegenwärtige Stimmung miteinbezieht und sich an Kinder wie Erwachsene richtet“, kündigt Pfarrerin Hannah von Schroeders, die zusammen mit Jugendseelsorger Josef Huber den Gottesdienst feiert, die ungewöhnliche Aktion an.

Mit dem ökumenischen Fußball-Gottesdienst am Samstag, 27. Juni, ab 18 Uhr auf dem Bernauer Fußballplatz an der Buchenstraße, wollen sie und das Vorbereitungs-Team viele Menschen begeistern.

Bewusstsein vonSieg und Niederlage

„Der Fußball elektrisiert viele. Diese Stimmung wollten wir auch durch einen anderen Gottesdienst, an einem anderen Ort, zu einer anderen Thematik transportieren“, betonen Silvio Kalauka und Gregor Thalhammer vom Team um die beiden Seelsorger. Um die Jugend erreichen zu können, sei es wichtig, durch Authentizität und Interesse an den Jugendlichen auf diese zuzugehen. „Das Bewusstsein, dass Sieg und Niederlage nahe beieinander liegen und Fußball besonders schön ist, wenn die Spieler sich die Bälle gegenseitig zuspielen. Hierbei besteht die Gemeinsamkeit zur Kirche, indem man gemeinsam etwas bewegt und auch Schwächere integriert“, ergänzen die beiden.

Neben musikalischer Untermalung durch aktuelle und alte Fußball-Hymnen sollen sich Gebete, Texte und die Predigt an den Ballsport anpassen und „Fairplay“ und „Respekt“ in den Mittelpunkt gestellt werden. Alle Teilnehmer sind eingeladen mit Trikots, Schals, oder sonstigen Fan-Utensilien zu kommen. Einig sind sich alle vier darüber, „dass es mal was anderes ist und viel Spaß machen soll“.

Die Begeisterung für den Sport sei etwas Besonderes, vor allem aber die Emotionen. Unterstützt wird die Aktion durch den Turn- und Sportverein Bernau.

Die aktuellen Hygieneregeln und Abstände müssen eingehalten werden.

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