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FREUDE ÜBER ENDE DES LOCKDOWNS

Mit Pauken und Trompeten: Endlich wieder gemeinsame Musikprobe in Bernau

Die sehr gut besuchte erste Zusammenkunft der Musikkapelle Bernau am Dienstag am Hitzelsberg. Berger
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Die sehr gut besuchte erste Zusammenkunft der Musikkapelle Bernau am Dienstag am Hitzelsberg. Berger
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Mit Pauken und Trompeten ging‘s wieder los. Nach über einem halben Jahr Coronapause hob Dirigent Albert Osterhammer am Dienstagabend im Stadel beim Gut Hitzelsberg heuer erstmals vor versammelter Mannschaft seinen Dirigentenstab.

Bernau – Wie passend dazu der Titel des ersten geprobten Stückes, ein Choral mit dem Namen „Der Tag, der so freudenreich“ von Johann Sebastian Bach. Ein fröhliches Hallo erklang, als die Musiker nacheinander auf dem Parkplatz eintrafen. Osterhammer war schon vorher da und traf in dem großräumigen Stadel seine letzten Vorbereitungen. Die Stühle standen noch verwaist in gebührendem Abstand über den ganzen Raum verteilt.

Lebhaftigkeit und Töne erfüllen Raum

Ab 19.30 Uhr beginnen sie sich zu füllen. Die Musiker gehen an ihre Plätze, packen die Instrumente aus und stellen Notenständer auf. Zunehmende Lebhaftigkeit füllt den Raum. Ins Begrüßen und Scherzen mischen sich angespielte Tonleitern und Sequenzen, dazwischen kurze Testschläge auf die Pauke.

Quirlig schwirren und flirren noch in einem großen Durcheinander die Töne umher – der tiefe Bariton, die klare Trompete, das etwas wärmer klingende Flügelhorn, Posaune, Klarinette, Flöte. Mittendrin aneinander klirrende Flaschen beim freundschaftlichen Zuprosten. „Ich bin gespannt, wie viele überhaupt heute zur Probe kommen, die Leute müssen sich erst wieder daran gewöhnen“, hatte Osterhammer kurz zuvor noch im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung gesagt.

Dirigent Albert Osterhammer.

Alle dürfen unter Hygieneauflagen gemeinsam proben

Habe in der vergangenen Woche noch die Vorgabe gegolten, dass sich zehn Musiker im Raum oder 20 draußen zur Probe treffen können, sei am Wochenende überraschend die Nachricht gekommen, dass unter den geltenden Hygieneauflagen alle dabei sein dürfen. Die Musikverbände haben sich dafür sehr eingesetzt, so Osterhammer.

Die Bernauer Musikkapelle habe im Vergleich zu anderen Kapellen im vergangenen Jahr nach der ersten Corona-Welle über den Sommer bei den Konzerten im Kurpark noch relativ viel spielen können, blickt der Dirigent zurück. Zum Proben stand zuerst noch die Mehrzweckhalle zur Verfügung. Ab Dezember war bedingt durch den Lockdown allerdings Schluss, womit auch klar war, dass das Neujahrskonzert entfallen musste.

Kleinere Abordnungen bei kirchlichen Anlässen im Mai

Osterhammer behalf sich von da ab mit Online-Proben. „Da ging es hauptsächlich drum, drinzubleiben“, schildert er. Bei diesen virtuellen Zoom-Treffen sei auch miteinander geratscht und Kontakt gehalten worden. In den vergangenen Wochen konnten bereits kleinere Abordnungen auf kirchlichen Anlässen spielen, etwa zur Erstkommunion, am Trachtenjahrtag und an Fronleichnam.

Vorübergehende Bleibe am Gut Hitzelsberg

Die Musiker ließen sich nun auch nicht lange bitten und erschienen am Dienstag Abend zahlreich zur ersten „richtigen“ Probe im vorübergehenden Probesaal auf Gut Hitzelsberg. Normalerweise probt die Musikkapelle Bernau im Haus der Musik. Das ist in Zeiten von gebotenen Coronaabständen jedoch zu klein.

„Wir sind der Firma Herecon sehr dankbar, dass wir hier reindürfen und sie uns so fürsorglichst betreuen“, sagt dazu Osterhammer. Sogar der Kühlschrank sei mit Getränken gefüllt. „Wir werden uns revanchieren“, kündigt der Dirigent an.

Osterhammer dirigiert die Blaskapelle seit 2002. Der Klarinettist ist Orchestermusiker bei den Münchner Philharmonikern, die kommendes Wochenende in der Münchner Philharmonie wieder ihre ersten Konzerte geben dürfen. An diesem Dienstagabend in Bernau hat er ebenfalls schon die nächsten Auftritte im Kopf, denn am 6. Juli steht das erste der Dienstagskonzerte im Kurpark bevor.

Gemeinsames Spiel online nicht ersetzbar

Mit den Worten „Griaß Eich beieinand, psssssst“, holte Dirigent Osterhammer die Aufmerksamkeit seiner Musiker zu sich. Mit einem Schlag herrschte erwartungsvolle Stille, die Blicke auf ihn gerichtet. Osterhammer hob den Taktstock und auf Kommando spielte die Musikkapelle an. Der ganze Raum erklang in einem gemeinsamen Spiel – ein Erlebnis, das online nie ersetzt werden könnte.

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