100-JÄHRIGES BESTEHEN

Kaninchenzuchtverein Prien: Löwenköpfe mit Lizenz fürs Knuddeln

Sie laden förmlich zum Knuddeln ein: Die putzigen Löwenkopfkaninchen lassen sich das frische Grün schmecken.
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Sie laden förmlich zum Knuddeln ein: Die putzigen Löwenkopfkaninchen lassen sich das frische Grün schmecken.
  • vonElisabeth Kirchner
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Blick auf die Zucht statt große Jubiläumsfeier. Schriftführerin Sabine Obermüller über Kaninchenrassen, Zucht und Pflege der Kleinschecken, Neuseeländer oder Löwenkopfkaninchen.

Prien – Der Kaninchenzuchtverein Prien hätte im vergangenen Jahr sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Hätte, denn Corona machte der Jubiläumsfeier sowie den vielen Tierschauen einen Strich durch die Rechnung. „Bedauerlich“, findet das Sabine Obermüller, Schriftführerin des Vereins. Die Präsentation, die Bewertung und Auszeichnung der Zuchtergebnisse sowie der Verkauf der Kaninchen sei das eine, aber wichtiger sei es, den Nachwuchs für die Kaninchenzucht zu begeistern.

Deutsche Riesen in den Farbschlägen Wild-/Hasengrau, Weiß, Schwarz-Weiß und Blau-Weiß, Rote Neuseeländer, Kleinschecken, Deutsche Kleinwidder in verschiedenen Farben, Blaue Wiener, Burgunder, Thüringer, Lothringer, Kleinsilber gelb – schon allein die Aufzählung lässt den Zuhörer in Ehrfurcht erstarren. Und wenn man ein Kaninchen mit dem seidig-weichen Fell streichelt, dann kann man sich schnell in einen Leporida (so nennt man die Kaninchen in der Fachsprache) verlieben.

Kaninchenzucht eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung

Auf die Frage, warum gerade Kaninchenzüchten ein tolles Hobby auch für Kinder und Jugendliche ist, antwortetet Obermüller: „Es ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. So können auch Kinder leicht an die Natur herangeführt werden und lernen, Verantwortung zu übernehmen.“

Allerdings gibt sie auch zu, dass die Kaninchenzucht, besonders in der Stadt, nicht immer ganz einfach ist. „Vielen Menschen ist es zu viel Arbeit. Die Tiere müssen regelmäßig gefüttert und die Ställe gemistet werden und sie brauchen Auslauf und Bewegung.“

„Neue Mitglieder sind willkommen“, sagt Sabine Obermüller.

Heu, Salat und Klee auf dem Speisezettel

Ferner sei zu beachten, dass Hasen einen empfindlichen Magen haben. Die Hobbyzüchterin zählt die Menüliste auf: „Am liebsten fressen sie Heu, Salat, Klee und Löwenzahn.“ Am besten eine bunte Mischung – dazu noch ab und zu Äpfel und gelbe Rüben oder auch mal einen Zweig vom Baum zum Knabbern. Und: Kaninchen müssen paarweise draußen gehalten werden, wind- und regengeschützt. Sie selbst habe mit elf ihre ersten Kaninchen geschenkt bekommen und sei mit 16 dem Verein beigetreten.

Hinterm Haus Stall mit 20 Tieren

Und schon ist das Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen wieder beim Ausgangspunkt: 100 Jahre Kaninchenzuchtverein B108 Prien und Umgebung e.V.. Da hätte es ordentlich was zu Feiern gegeben, denn auch wenn der Verein derzeit nur 21 Mitglieder plus eine Jungzüchterin zähle, so seien doch über die Jahre hinweg viele der Priener Mümmler bei Bezirks-, bei Bayrischen Meisterschaften und bei Deutschen Meisterschaften ausgezeichnet worden, so Obermüller.

Hinter ihrem Wohnhaus hat sie einen Stall mit 20 Tieren, darunter unter anderem auch die Rassen „Kastanienfarbene Lothringer“, „Zwergwidder perlfehfarbig“. Klar, dass auch jährlich der Nachwuchs nicht fehlt. „Zwischen vier und acht Junge kommen pro Wurf auf die Welt.“

Zwergwidder perlfarbig

Tiere für Ausstellung vorbereiten

Für Ausstellungen müssen die Tiere entsprechend vorbereitet werden. Das Fell gilt es schön zu „striegeln“ und zu bürsten, um von den Preisrichtern gute Noten zu bekommen. Die schönsten Zuchttiere werden geimpft und ausgestellt. „Wenn es dann soweit ist, werden sie geschlachtet“ – da ist Sabine Obermüller ganz pragmatisch.

Das Fleisch könne schmackhaft zubereitet, das Fell vielfältig beispielsweise zu Kissen oder Handschuhen verarbeiten werden. Alle zwei Jahre veranstaltet der Kaninchenzuchtverein seine örtliche Kaninchenschau samt Streichelzoo. Im Priener Ferienprogramm und denen der umliegenden Gemeinden bietet der Verein alljährlich einen Kaninchen-Tag an, um die Begeisterung für die Tiere zu wecken.

Kastanienbrauner Lothringer

Nachdem es mit der „echten“ 100-Jahr-Feier nicht geklappt hat, hofft die Züchterin genauso wie Vorsitzender Leonhard Summerer und alle anderen Mitglieder, dass die Jubiläumsausstellung heuer nachgeholt werden kann. Sabine Obermüller: „Wir freuen uns über jeden, egal welchen Alters, der sich sich mit den Kaninchen noch intensiver beschäftigen und sich weiter mit der Zucht auseinandersetzen will, um die Tiere dann auch bei Ausstellungen zu präsentieren“.

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