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FEIERSTUNDE AUF DER KAMPENWAND

Erinnerung an die Staudach-Egerndacher Kriegsopfer: Neue Tafel am Chiemgaukreuz

Feierten gemeinsam das Anbringen der Gedenktafel: (von links) Bernhard Stockmeier, Zweiter Bürgermeister Josef Kink und Bürgermeister Hans Murner aus Höslwang, Hartl Hinterholzner (hinten), Staudach-Egerndachs Bürgermeisterin Martina Gaukler und dahinter Petra Murner, Manfred Haider, Kilian Nißl, Markus Schützinger, Maria Aicher, Carsten Lewerentz (hinten), Andi Hilger und Franz Schaffner.
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Feierten gemeinsam das Anbringen der Gedenktafel: (von links) Bernhard Stockmeier, Zweiter Bürgermeister Josef Kink und Bürgermeister Hans Murner aus Höslwang, Hartl Hinterholzner (hinten), Staudach-Egerndachs Bürgermeisterin Martina Gaukler und dahinter Petra Murner, Manfred Haider, Kilian Nißl, Markus Schützinger, Maria Aicher, Carsten Lewerentz (hinten), Andi Hilger und Franz Schaffner.
  • VonTamara Eder
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76 Jahre nach Kriegsende erinnert eine neue Gedenktafel am Chiemseekreuz auf der Kampenwand an die Opfer aus der Gemeinde Staudach-Egerndach.

Staudach-Egerndach – Bei schönstem Bergwetter und unter den Klängen der Blasmusikanten ist es im Beisein von Bürgermeisterin Martina Gaukler sowie zahlreicher Unterstützer feierlich angebracht worden. Mit dem Lied vom „Alten Kameraden“ wurde abschließend der Kriegsopfer gedacht.

Der geschichtsbewussten Familie Schützinger ist es zu verdanken, dass das zwölf Meter hohe Chiemgaukreuz auf der Kampenwand – ein weithin sichtbares Ehrenmal zum Gedenken der Kriegsopfer – um die Tafel ergänzt wurde.

Initiative ergriffen und Tafel spendiert

Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Staudach-Egerndach lieferte die Daten für die Tafel.

Markus Schützinger war es aufgefallen, dass viele Chiemgauer Gemeinden mit Tafeln auf ihre Kriegsopfer aufmerksam machen. „Eine Tafel meiner Heimatgemeinde konnte ich nicht entdecken. Den Grund hierfür konnte mir auch niemand nennen“, erzählte er im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Gemeinsam mit seinem Vater schmiedete er die Idee, dies zu ändern und eine solche Tafel im Gedenkan an die Staudach-Egerndacher Kriegsopfer zu spendieren.

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Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Staudach-Egerndach nahm das Vorhaben sehr positiv auf und stellte die Daten zusammen. Auch Bürgermeisterin Gaukler freute sich über das Engagement der beiden Staudach-Egerndacher. Franz Schaffner, der Enkelsohn des Erbauers des eisernen Kreuzes, war schnell ausfindig gemacht und gerne zu Auskünften bereit.

„Mir ist es wichtig, das Gedenken an unsere Gefallenen und Vermissten hochzuhalten“, betonte die Bürgermeisterin im Gespräch und freute sich zugleich, dass mit Carsten Lewerentz ein Staudach-Egerndacher Bildhauer mit dem Auftrag betraut wurde. Dieser entwarf die Motivtafel, die den alten Tafeln ähnlich sein soll.

Gipsnegativ mit Wachs ausgegossen

Lewerentz zeichnete einen Entwurf und fertigte ein Gipsnegativ. Dieses wurde zunächst mit Wachs ausgegossen und dann das Modell überarbeitet. Abschließend wurde die Bronzetafel gegossen. Die Tafel enthält nicht nur die Zahl der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege, sondern auch ein Flachrelief der Egerndacher Pfarrkirche. Mit ein wenig Patina könnte die Tafel den Anschein machen, als wäre sie vor 70 Jahren entstanden.

Sieben Männer warten das Gipfelkreuz

Bürgermeisterin Martina Gaukler schrieb bei der Feierstunde am Chiemgaukreuz eine Widmung ins Gipfelbuch. Markus Schützinger und Schaffner hatten die Tafel in einigen Metern Höhe angebracht. Das siebenköpfige Wartungsteam, das sich um den Erhalt des Gipfelkreuzes und der Kapelle kümmert, war bei der Feierstunde ebenfalls dabei.

54 Zentner schweres Eisenkreuz auf den Gipfel geschleppt

Das eiserne Gipfelkreuz steht bereits seit 1950 auf dem 1664 Meter hohem Ostgipfel der Kampenwand. Vorher war dort ein Holzkreuz angebracht, das jedoch einem Blitzschlag zum Opfer fiel. Als der Höslwanger Franz Schaffner aus der Gefangenschaft zurückkehrte, fasste er den Entschluss ein neues Gipfelkreuz zu bauen. Unterstützung fand er bei seinem Nachbarn und Schmid Josef Hell. Aus Altmetall, alten Sauerstoffflaschen und Panzerteilen – Material, das eben nach Kriegende vorhanden war – wurde ein eisernes Kreuz mit 12 Metern Höhe und einem 3,5 Meter langem Querbalken geschaffen. Der Transport des 54 Zentner schweren Kreuzes erfolgte mit der Bahn, danach mit Mulis und letztlich mit Muskelkraft. Franz Schaffner junior und dessen Freund und Nachbarssohn Hermann Hell schließlich richteteten das schwere Kreuz auf. Damals, so berichtet Schaffner heute, wurde festgelegt, welche Orte des Chiemgaus an das Kreuz eine Erinnerungstafel anbringen dürfen. Für diese Tafel wurde im unteren Bereich des Kreuzes eine Raute geschmiedet. Die Liste der berechtigten Orte ist leider nicht mehr vorhanden. Schaffner konnte sich aber an einen Plan erinnern, auf der auch die kleine Gemeinde Staudach-Egerndach vermerkt war. Warum bislang keine Erinnerungstafel angebracht wurde, kann heute keiner mehr sagen. Auch Markus Schützinger fand auf diese Frage keine Antwort.

Zeitzeugen gesucht

Vor genau 70 Jahren wurde das Chiemgaukreuz zum Gedenken unter großen Mühen aufgestellt. Seither kümmert sich die Familie Schaffner, nun mit Maximilian Schaffner bereits in der vierten Generation, um den Erhalt. Unterstützung findet die Familie beim Wartungsteam und der Gemeinde Höslwang. Franz Schaffner. ist auf der Suche nach Zeitzeugen und Unterlagen, die im Zusammenhang mit dem Erbauen des Kreuzes stehen. Er möchte dies für das große Jubiläum in fünf Jahren zum 75-jährigen Bestehen des Kreuzes und für die geplante Ausstellung in Höslwang zusammentragen. Wer hierzu beitragen kann, möge sich bei der Gemeinde Höslwang, Telefon 0 80 55/488 oder bei Franz Schaffner, Telefon 0176/ 20 04 92 25 melden.:

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