Im Juli wird die Küche wieder warm

Wenn die Franziska-Hager-Mittelschule kurz vor Schuljahresende ihren Abschlussball hat, werden nicht nur die Absolventen verabschiedet. Es gibt auch etwas zu essen.

Das sollte auch heuer klappen, denn bis dahin soll die neue Catering-Küche im großen Kursaal einsatzbereit sein. Seit September baut der Markt Prien im größten örtlichen Veranstaltungssaal um. Neben der Küche entstehen auch ein Stuhllager und mehrere neue Künstlergarderoben.

Prien - Etwa 45 Jahre ist der große Kursaal alt. Das ist vor allem hinter den Kulissen offensichtlich. Die verwinkelten Räumlichkeiten entsprachen schon länger nicht mehr den heutigen Anforderungen. Örtliche Gastronomen, die bei Veranstaltungen die Besucher bewirten, beklagten die Arbeitsbedingungen in der Küche neben der Bühne, die ohnehin nur zum Aufwärmen von Speisen geeignet war, nicht zum Kochen.

Einen trockenen Lagerraum für die rund 600 Stühle, die bei Theater- und Konzertveranstaltungen gebraucht, aber für andere Gelegenheiten irgendwo verstaut werden müssen, gab es nicht. Dann wurde 2014 auch noch Schimmelalarm in den alten Lagerräumen ausgelöst.

Auf kommunalpolitischer Ebene war über Jahre mehrfach über Verbesserungen diskutiert worden. Am Ende kristallisierte sich 2014 ein Kompromiss heraus, der gestalt, dass die Kosten für Umbau- und Sanierungsarbeiten gedeckelt werden. Vor allem bei der CSU bestand die Sorge, dass es nie mehr zu der von ihr beantragten Grundsatzdiskussion, auch über einen möglichen Neubau, kommt, wenn zu viel Geld in den alten Saal fließt. Toiletten und Dach waren in den vergangenen zehn Jahren schon erneuert worden.

Zunächst war ein südseitiger Anbau im Gespräch. Deshalb ist die südliche Fassade des Kursaalgebäudes auch nur mit riesigen, unansehnlichen Spanplatten abgedeckt, seit der Landkreis das angrenzende Hotel "Wagner" (früher "Charivari"), das viele Jahre leer stand, vom Markt Prien gekauft und abgerissen hatte, um Platz für das Provisorium der Chiemsee-Realschule zu schaffen.

Im September 2014 hatte sich der Marktgemeinderat dann - in nichtöffentlicher Sitzung gegen einen Anbau ausgesprochen und stattdessen Umbauten im westlichen Teil des Gebäudes, also hinter der Bühne, auf den Weg gebracht.

Von außen kaum sichtbar, höchstens an den mittlerweile eingebauten neuen Fenstern, ist im Innern seit dem Herbst viel passiert, nachdem die bisher ungenutzten Räume ausgeräumt worden waren, in denen ein früherer Eigentümer allerlei alte Möbel zurückgelassen hatte.

Der westliche Teil des Kursaalgebäudes ist Einheimischen als sogenannter Carter-Zwickel bekannt - benannt nach einem früheren Eigentümer des Hotels, der nach dem Weiterverkauf dort fast 300 Quadratmeter, verteilt auf zwei Etagen, behalten und lange Zeit so indirekt den Abriss des Hotels blockiert hatte.

Wände herausgerissen und Durchgänge geschaffen

In diesem Zwickel wurden inzwischen Wände herausgerissen, andere versetzt, Durchgänge geschaffen und Treppen umgebaut. Im nordwestlichen Eck entsteht eine neue Küche. Die Gerätschaften lagern seit Jahren im Keller, also in der Tiefgarage. Der Markt Prien hatte sie bei der Auflösung eines örtlichen Lokals günstig und fast neuwertig erworben.

Die Küche wird wiederum nur fürs Warmhalten und Aufwärmen ausgestattet, nicht fürs Kochen. Zwischen ihr und dem Zugang zum Saal entsteht ein eigener Ausschankbereich. Südlich, also in Richtung Realschul-Pavillons, ist ein Raum als Stuhllager geschaffen worden. Im Verbindungsgang von dort zum Saal wurden Wände versetzt. Bisher war es für den Transport des Mobiliars dort sehr eng. Jetzt ist mehr Platz.

Erst im Laufe der Diskussion und Planung war der Entschluss gereift, im Zuge der Umbauten auch gleich neue Künstlergarderoben zu schaffen. Bisher mussten sich die Akteure im Keller umziehen und schminken.

Im ersten Stock des "Carter-Zwickels" wird es drei aneinander grenzende, aber separate Räume geben, die Solokünstlern ebenso genug Platz bieten wie größeren Ensembles. Getrennte Toiletten werden ebenso eingebaut wie eine Dusche. Und die Prien Marketing GmbH ("PriMa"), die den Saal betreibt, bekommt ein kleines Büro. Bisher gab es gar keins.

Für das Gesamtvorhaben waren 215000 Euro veranschlagt. Vermutlich wird es etwas teurer, sagten Bürgermeister Jürgen Seifert und Georg Kaiser vom gemeindlichen Bauamt, der die Arbeiten der zwölf beteiligten Firmen koordiniert, bei einem Ortstermin mit der Chiemgau-Zeitung. Grund sei, dass im Zuge der Arbeiten zum Beispiel noch ergänzend Durchgänge geschaffen worden sind, wo es sinnvoll und zweckmäßig schien - zum Beispiel ein direkter Zugang von der Treppe, die von den Künstlergarderoben ins Erdgeschoss führt, von hinten auf die Bühne.

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