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40 Jahre Priener Ferienprogramm

Hinter Gittern: Warum der Bürgermeister in die Polizei-Zelle wanderte

Nein, keine Sorge – Bürgermeister Andreas Friedrich hat nichts ausgefressen. Als zehnjähriger Bub stand er schon mal hinter Gittern dieser Zelle. Weil er damals vom Ferienprogrammpunkt „Besuch der Priener Polizeiinspektion“ so begeistert war. Eigentlich wollte Friedrich an diesen Ort nie zurück – er unterlag aber den Überredungskünsten unserer Fotografin.
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Nein, keine Sorge – Bürgermeister Andreas Friedrich hat nichts ausgefressen.
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
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Priens Bürgermeister Andreas Friedrich wanderte zum 40. des Ferienprogramms freiwillig hinter schwedische Gardinen. Warum man sich trotzdem keine Sorgen zu machen braucht.

Prien – Lange Schlangen vor dem Rathaus, Gedränge in den Gängen im Wettstreit um begehrte Aktionen, der heutige Bürgermeister in jungen Jahren hinter Gittern: Das Ferienprogramm der Marktgemeinde Prien schreibt mittlerweile eine 40-jährige abwechslungsreiche Geschichte.

Zwei kleine Buben an der Spritze: Seit 1982 bietet die Feuerwehr Aktionen im Priener Ferienprogramm an, wie hier auf dem Bauhof der Gemeinde. Archiv Berger

1982 war Prien die erste Gemeinde im Landkreis Rosenheim, die ihren Kindern und Jugendlichen ein Ferienprogramm anbieten konnte. Organisiert und gestaltet hatte die erste Ausgabe Reinhold Unterhuber, damaliger Geschäftsführer der Volkshochschule, mit seinen Mitarbeitern, wie es im Rückblick der Gemeinde heißt. So wurde schon vor 40 Jahren die Möglichkeit gegeben, sich aufgrund von 25 Programmpunkten schöne und abwechslungsreiche Ferientage zu gestalten.

Zeichnungen in Handarbeit erstellt

Ab 1986 wurde das Ferienprogramm von der „Jugendplattform“ der Marktgemeinde betreut, einer Vereinigung aller an der Jugendarbeit interessierten Vereine, Verbände und Privatpersonen. Die Leitung hatte die Grund- und Hauptschullehrerin Elke Garczyk. Unter anderen engagierte sich auch ein Lehrer des Ludwig-Thoma-Gymnasiums: Goetz-Peter Thiele fertigte in mühevoller Handarbeit die Zeichnungen für das Ferienprogramm 1989.

Vier Jahre später bis 2011 übernahm Renate Schuderer die Organisation der Veranstaltungsreihe. Sie war im Vorzimmer des damaligen Bürgermeisters Lorenz Kollmannsberger tätig. „

Neue Angebotsstruktur

In dieser Zeit bekam das heutige Ferienprogramm seine Struktur mit abwechslungsreichen Angeboten“, betont ihre Nachfolgerin Petra Lanzinger im Gespräch mit dem OVB-Heimatzeitungen. „Früher fand am ersten Anmeldetag häufig ein starkes Gedränge zwischen den Interessenten statt.“ Jeder habe Sorge gehabt, nicht den Platz für seinen ausgewählten Programmpunk zu erhalten, so die Verwaltungsmitarbeiterin.

„Das hatte zur Folge, dass viele Eltern bereits um 5 Uhr morgens vor dem Rathaus warteten“, wie es ihre Kollegin Petra Stoib oft erlebt hat. „Denn Kinder konnten bei Aktionen mitmachen, die sie sonst mit den Eltern nicht erlebt hätten, wie zum Beispiel Fahrten zu Fußballspielen des FC Bayern München.“ Aber es sei beim Schlangestehen oftmals auch recht entspannt zugegangen. „Da gab’s schon mal Kaffee und Gebäckaustausch zwischen den Mamas, viel Spaß und vor allem waren viele dann überglücklich, wenn sie den heißbegehrten Programmpunkt ergattert hatten“, erinnert sich die Sekretärin des Bürgermeisters.

Lange Schlangen vor dem Rathaus, dichtes Gedränge im Büro der Gemeinde wie hier im Jahr 2002: Dieses Bild ist seit Eindführung der Online-Anmeldung Geschichte.

Seit Einführung der Online-Anmeldung im Juli 2020 sind die Warteschlangen allerdings Geschichte…

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Eins der nach wie vor von Kindern und Jugendlichen favorisierten Angebote ist der Besuch der Priener Polizeiinspektion. „Davon war auch ich als Zehnjähriger völlig begeistert“, schwärmt Bürgermeister Andreas Friedrich im Gespräch mit unserer Zeitung. „Spannend fand ich die Zellen im Keller. Ich war sogar mutig und bin in eine reingegangen, habe die Gittertür zugezogen. Dann war ich eingesperrt. Ein seltsames Gefühl, erinnere ich mich, das wollte ich eigentlich nicht nochmals erleben.“ Weitere Bekanntschaften mit solchen Räumlichkeiten habe er bis dato nicht gehabt, erzählt der Bürgermeister lachend.

Höherer Aufwand an Betreuern

Besonders freue er sich darüber, dass es in den 40 Jahren durch das Engagement der Vereine und Institutionen sowie der Ferienbetreuer und der Gemeindemitarbeiter immer möglich gewesen sei, jedes Jahr ein abwechslungsreiches Aktionsprogramm anbieten zu können. „Auch in den Jahren 2020 und 2021, trotz der Corona-Pandemie“, so der Bürgermeister.

„Allerdings unter Einhaltung der entsprechenden Hygieneregelungen und mit einem erhöhten Betreuer-Aufwand“, erklärt Rita Sandig, Assistenz der Geschäftsleitung, die unter diesen schwierigen Bedingungen 2020 die Verantwortung für das Ferienprogramm übernahm.

Im Jahr 2020 gab es weniger Angebote

So gab es einen kleinen Einbruch in der Statistik, jetzt geht’s wieder aufwärts: „Vor zwei Jahren hatten wir 54 Programmpunkte, im vergangenen Jahr 57 und heuer bieten 51 Veranstalter 82 Aktionen an. Für die Sommerferien verzeichnen wir derzeit 1200 Buchungen, knapp 200 freie Plätze stehen noch zur Verfügung.“ Für Buchungen gibt es einen Link: www.unser-ferienprogramm.de.

Zum 50. Jubiläum im Jahr 2032 habe sie einen großen Wunsch: „100 Angebote im Priener Ferienprogramm.“

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