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30 Hektoliter Bier für einen Altar

Johann Nußbaum beschäftigt sich mit Geschichte der Nikolaus Kirche in Rimsting

Der Altar in der Kirche von Rimsting mit dem Kirchenpatron Sankt Nikolaus im Hochaltarbild mit den drei armen Jungfrauen.
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Der Altar in der Kirche von Rimsting mit dem Kirchenpatron Sankt Nikolaus im Hochaltarbild mit den drei armen Jungfrauen.

Nach einer aufwendigen Renovierung ist der Inseldom von Herrenchiemsee seit Herbst wieder für Besucher geöffnet. Allerdings fehlen der Hochaltar und die Kanzel. Der Altar steht seit 1809 in der Nikolaus Kirche von Rimsting. Der Ortgeschichts-Interessierte und Buchautor Johann Nußbaum ging der Geschichte des Altars nach.

Rimsting – Nach der Säkularisation 1803 wurde der Hochaltar des Doms zunächst vom „Inselherrn“ – Joseph von Diez – 1807 um zehn Gulden 24 Kreuzer ersteigert. Sechs Jahre später kaufte die „Kreuztracht Rimsting“ den Altar vom Schreinermeister Anton Kronast in Prien für 300 Gulden. Diese Summe war in Rimsting durch Spenden zusammengekommen. 300 Gulden waren damals viel Geld. Ein Gulden hatte 60 Kreuzer und eine Maß Bier kostete damals sechs Kreuzer. Also 30 Hektoliter Bier für einen Altar.

Schon 1684 waren der Hochaltar und die Kanzel von Matthias Piechlinger für den Inseldom Herrenchiemsee nach dem Vorbild von Altären im Salzburger Dom aus Holz geschaffen worden. Für die Rimstinger Kirche war der Altar etwas zu hoch. Schreiner Kronast hat in der Mitte quer ein Stück herausgesägt. Dennoch ist die Jahreszahl 1684 noch deutlich zu erkennen.

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Vom ursprünglichen Rimstinger Hochaltar wurde das Bild „Sankt Nikolaus beschenkt drei arme Jungfrauen mit Goldkugeln, um sie vor Schande zu bewahren“ des Malers Peter Weißpacher aus Kufstein übernommen. Die drei Goldkugeln sind im Wappen von Rimsting. Die beiden Seitenfiguren Sankt Petrus und Sankt Paulus sind 1654 von Hanns Hörner aus Schwaz geschnitzt worden.

Die Kanzel stammt auch aus dem Inseldom Herrenchiemsee und ist ein Werk von Matthias Piechlinger. Schreinermeister Kronast ersteigerte auch sie 1807 für drei Gulden und 42 Kreuzer und verkaufte sie 1821 an die Pfarrei Rimsting. Zwischen den gewundenen Säulen der Kanzelbrüstung stehen unter Muschelkalotten die charaktervollen Statuen der vier Evangelisten. Am Zugang zur Kanzelstiege steht die goldgefasste Schnitzfigur des Heiligen Sixtus, Patron von Herrenchiemsee. re/SF

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