„Ab jetzt einen Gang runterschalten“

Der scheidende Geschäftsführer Matthias Bauhofer vor der Kläranlage des Abwasserzweckverbands Grassau. re

Grassau – 40 Jahre war Matthias Bauhofer im öffentlichen Dienst beschäftigt, zuletzt als Geschäftsführer des Abwasserzweckverbands Achental.

Mit seiner besonderen Art, seinem freundlichen Wesen gestaltete er auch für seine Mitarbeiter den Berufsalltag entsprechend. Im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung erinnerte er sich an diese Zeit. Der Abwasserzweckverband vereint die Gemeinden Grass au, Marquartstein, Unterwössen, Schleching und Staudach-Egerndach im Bereich der Wasserentsorgung. Auf der Verbandskläranlage wird akribisch die Wasseraufbereitung organisiert und kontrolliert.

1979 wurde Matthias Bauhofer zunächst im Wasserwerk Grassau angestellt und übernahm 1980 die stellvertretende Kassenverwaltung im Verband. 1986 oblag ihm die Geschäftsleitung. In den vergangenen Jahrzehnten im Amt des Geschäftsführers wurde die Anlage immer wieder modernisiert, um den Herausforderungen im Umweltbereich gerecht zu werden. Den Verbandsvorsitz übernahm in dieser Zeit immer ein Bürgermeister aus den Mitgliedsgemeinden.

Bauhofer war für die Geschäftsabläufe und das Personal verantwortlich. Zu seinen Aufgaben gehörte der stete Kontakt zu den Mitgliedsgemeinden. Wichtige Entscheidungen wurden von den Verbandsräten gemeinsam in den Verbandsversammlungen getroffen. „Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden war sehr gut und von großem Vertrauen zueinander geprägt“, betont Bauhofer. Die meisten Beschlüsse, sei es der Haushaltsplan, aber auch Investitionen wurden meist einstimmig getroffen.

Rudolf Helmingerist der Nachfolger

Auch zu den Mitarbeitern habe er ein persönliches und gutes Verhältnis gehabt, betont er. Dies sei auf der großen Anlage auch sehr wichtig. Zu den Höhepunkten zählte er 1995 die Kläranlagenerweiterung. „Das war technisch, aber auch finanziell eine große Herausforderung. Sonderherstellungsbeiträge mussten erhoben werden und nicht jeder Bürger war begeistert. Doch die damals auch realisierte vierte Reinigungsstufe mit Filtrationsanlage war wichtig, weil über die Ache in den Chiemsee eingeleitet wird“, erklärte Bauhofer. Ein weiterer Höhepunkt während seiner Amtszeit sei das geografische Informationssystem, erstellt für alle fünf Mitgliedsgemeinden, gewesen.

Die Geschäftsführung wird nun von Rudolf Helminger übernommen. Er war bislang Betriebsleiter und kennt die Abläufe in der Kläranlage. tb

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