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Ausstellung in Traunstein

„Jeder macht Geschichte“: Die Kunst, aus der Nazi-Zeit zu lernen

Die Ausstellung widmet sich lebenden und verstorbenen Personen, die sich stark für Demokratie gemacht haben.
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Die Ausstellung widmet sich lebenden und verstorbenen Personen, die sich stark für Demokratie gemacht haben.

Nicht jedem, der im Dritten Reich Widerstand gegen die Nationalsozialisten leistete, ist die gleiche Bekanntheit vergönnt, wie den Geschwistern Scholl. Eine Ausstellung in Traunstein will deswegen nicht nur auf deren Schicksal aufmerksam machen.

Von Hubert Hobmaier

Traunstein – „So ein herrlicher Tag – und ich soll gehen“, dies war der letzte Satz von Sophie Scholl vor ihrer Hinrichtung. In großen beleuchteten Lettern werden die Besucher der Ausstellung „Jeder macht Geschichte – aber nicht jeder wird dabei sichtbar!“, mit diesem Satz vor dem Kulturforum Klosterkirche empfangen.

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Neben einer Podiumsdiskussion trat Dr. Hildegard Kronawitter als Vorsitzende der „Weißen Rose Stiftung“ mit einem Impulsvortrag ans Rednerpult. Die Ausstellung ist das Ergebnis eines dreijährigen Demokratieprojektes, das federführend durch das „Bildungsquartier Q3“ mit vielen Kooperationspartnern auf die Beine gestellt wurde. Die Ausstellung ist noch bis zum Freitag im Kulturforum geöffnet.

Widerstand steht im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die bekannte Widerstandskämpferin Sophie Scholl und der gebürtige Traunsteiner Jakob Schmid, der als Hausmeister an der Universität München gearbeitet hatte und die Gruppe bei der Verteilung von Flugblättern erwischte.

Durch den Abend führten die beiden Moderatorinnen Sabine Schneider und Veronika Pummerer, die die Gesamtprojektleitung innehatte. In einer Eröffnungsdiskussion mit Ehrengästen antwortete Traunsteins Dritter Bürgermeister Josef Kaiser auf die Frage, warum Jugenddemokratie wichtig sei: „Auch im Land der Glückseeligen braucht es Projekte zur Meinungsbildung, es ist sehr wichtig, junge Menschen früh politisch zu bilden“.

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Für den stellvertretenden Landrat Karl Schleid „ist es nicht wichtig, ob etwas immer die ganz große Sichtbarkeit hat – nachhaltig muss es sein“, so seine Aussage zur Frage, ob es Erfahrungen gibt, von Verhaltensweisen, die keine große Sichtbarkeit erlangt haben.

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„Sophie Scholl wurde richtig populär, andere wurden in der Geschichte weniger bekannt. Sie sind aber genauso sichtbar“, so eine zentrale Aussage des Impulsvortrages von Dr. Hildegard Kronawitter, der Vorsitzenden der „Weißen Rose Stiftung“. Den Worten Kronawitters nach ist es ein großes Ziel der Ausstellung, „aus der Geschichte zu Lernen“ und dazu einen Lernprozess im Landkreis Traunstein anzustoßen. Dabei soll einerseits der historische Widerstand aber auch die Möglichkeiten eines modernen Widerstands in der heutigen Zeit beleuchtet werden.

Multimediale Ausstellung mehrerer Träger

Die multimediale Ausstellung unter der Leitung von „Q3. Quartier für Medien. Bildung. Abenteuer“ wird von zahlreichen Kooperationspartnern getragen. Beteiligt sind unter anderem der Bildungscampus St. Michael, die Evangelische Jugend im Dekanat Traunstein, die Katholische Jugendstelle Traunstein, die DGB-Jugend Traunstein und Rosenheim, die Stadtkirche Traunstein, das K1 in Traunreut und die Weiße Rose Stiftung.

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Gefördert wird sie vom Bayerischen Jugendring aus Mitteln des Kinder- und Jugendprogramms der Bayerischen Staatsregierung sowie dem Landratsamt Traunstein und dem Bezirksjugendring Oberbayern. Der Lichtkünstler Jan Kuck hat sich außerdem mit einigen Neonlichtexponaten beteiligt.

Nicht mit großem Zuspruch gerechnet

Neben dem Q3 Geschäftsführer Danilo Dietsch traten einige der Beteiligten am Ende des Abends zusammen auf die Bühne, um ihre Beweggründe zu schildern, das Projekt zu unterstützen. Die Ursprungsidee hatte Johannes Tusspass als er durch Zufall über den Namen von Jakob Schmid gestoßen ist und neugierig wurde.

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Weitere Vertreter waren Bernd Rohrbach von der Evangelischen Jugend, Martin Zillner von der Grünen Jugend, Chynthia Senner vom AKG Traunstein, Dr. Rebecca Rogers-Fuchs vom Studienseminar St. Michael sowie die Projektleiterin Veronika Pummerer. Als zentralen Tenor des Antriebs kristallisierte sich in den kurzen Statements insbesondere die Notwendigkeit politischer Bildungsarbeit sowie der Werteerhalt der demokratischen Grundordnung heraus.

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„Ich hätte niemals damit gerechnet, dass heute 60 Besucher kommen“ freute sich am Ende des Abends Veronika Pummerer und brachte gleichzeitig ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass in den kommenden Tagen der Zuspruch und das Interesse an der Demokratieausstellung „Jeder macht Geschichte – aber nicht jeder wird dabei so sichtbar!“ anhalten wird.

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