Jede Menge Müll und Scherben im Eichental

Scherben und Kronkorken am Uferbereich.

Prien – Kopfschütteln bereitet die zunehmende Vermüllung des Eichentals Katharina Maria Puchalla.

„Mir ist aufgefallen, wie sehr auch der Bereich zugemüllt wird, obwohl es überall Abfall eimer gibt und sich die Gemeinde auch jede Menge Mühe mit der Pflege des Parks gibt“, kritisiert die Prienerin.

Sie geht regelmäßig im Eichental spazieren. Außerdem ist sie im Sommer auch mit Kindergruppen im Naturpark unterwegs, um den Kleinen eben die Natur näherzubringen. Was sie besonders fassungslos macht: „An einer Stelle an der Prien rostet sogar ein Boiler vor sich hin, wie ich erst kürzlich entdeckte.“

Gefahr fürMensch und Tier

Besonders schlimm und vor allem auch gefährlich findet Katharina Maria Puchalla die braunen Bierflaschen, die man häufig vor allem unter- und oberhalb vom Wehr findet. „Hier liegen immer wieder im und am Wasser der Prien viele Scherben.“

Ganz besonders schlimm ist es ihren Angaben zufolge immer im Sommer, gerade zum Ende des Schuljahres, wenn dort die Abschlussfeiern stattfanden. „Erst im vergangenen Jahr, als ich in der Nähe des Wehrs mit meiner Kindergruppe unterwegs war, wurde ich Zeuge einer solchen Feier, die sehr unschöne Ausmaße annahm. Bierflaschen wurden einfach in die Prien geworfen und zerschellten dort an den Steinen. Ein betrunkener junger Mann pinkelte mitten auf dem Wehr stehend ins Wasser“, schildert Puchalla.

Martin Plenk, Leiter des Priener Ordnungsamtes, weiß um die Problematik. Aber: „Das Eichental ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und lädt zu Spaziergängen und verschiedenen anderen Freizeitgestaltungen regelrecht ein. Die Nähe zum Ortskern macht es für die Bewohner von Prien so reizvoll, der Hektik des Alltages zu entfliehen und in der Natur zu verweilen. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. In regelmäßigen Abständen wenden sich besorgte Bürger an die Gemeinde.“ Obwohl es aufgrund geltenden Ortsrechts nicht zulässig sei, fänden dort Feiern statt, es werde Müll und Unrat verursacht, Glasflaschen lägen zerbrochen an und in der Prien und Hundebesitzer ließen ihre Hunde frei laufen. Als Naherholungsgebiet laufe das Eichental Gefahr, seinen Reiz zu verlieren.

„Für die Gemeinde ist es schwierig, hier einen Konsens herzustellen. Zwar gibt es bestehende Regeln, welche einzuhalten sind und obendrein sogar mit einem Bußgeld bewährt sind, jedoch ist es nicht Intention der Gemeinde, die Bürger unnötig zu kontrollieren. Bislang wurde auf ihr Verständnis vertraut und nur im Einzelfall eingeschritten. Dies scheint jedoch gerade bei Feiern nicht mehr zu fruchten.“

Bevor hier durch die Gemeinde über weitergehende Ver- und Gebote nachgedacht wird, erfolgen laut Plenk in enger Absprache mit der örtlichen Polizeiin spektion zu Tages- und Nachtzeiten Kontrollen. Im Wiederholungsfalle beziehungsweise bei Unbelehrbarkeit werden Bußgelder erhoben. Sie habe Verständnis für die Feiern: „Doch muss das unbedingt in einem Naturschutzgebiet sein, auf Kosten der Natur, Tiere?“, fragt sie. Ihr Lebensgefährte hatte vor einigen Jahren einige Hundert Euro Tierarztrechnung zu bezahlen, weil sich sein Hund die Pfoten aufgeschnitten hatte. Besonders kritisch sieht sie es, dass die Scherben eine Gefahr für Kinder darstellen.

Absprachenmit der Polizei

Zwar findet einmal im Jahr ein Ramadama der Gemeinde und der Grünen-Gemeidnerätin Angela Kind  mit vielen freiwilligen Helfern zum Müll einsammeln statt, doch leider kommt Müll innerhalb kürzester Zeit wieder zusammen, insbesondere am Wehr. „Mittlerweile habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, jede Woche die Umgebung insbesondere nach Flaschen, Scherben und Kippen abzusuchen“, erklärt Puchalla gegenüber unserer Zeitung betroffen. Ihr genereller Appell: „Benutzt die Mülleimer und nehmt Eure Glasflaschen wieder mit.“ Silvia Mischi

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