Jeanne Martell und ihre „Zwischenwelten“

Die Keramikmeisterin, Mosaikkünstlerin und Malerin Jeanne Martell stellt bis 21. Juni in der Schlossökonomie aus. Bürgermeister Georg Schützinger gratulierte zur Vernissage. müller

Grabenstätt. – Ihre Mosaik-Bilder und Acryl-Gemälde auf Leinwand zeigt die Grabenstätter Künstlerin Jeanne Martell noch bis Freitag, 21. Juni, in der Schlossökonomie.

Bei der Eröffnung ihrer Ausstellung „Zwischenwelten“ staunten die Besucher über die sagenhaften Lichtkörper, Königinnen und Kometen, die über Leinwände und Mosaikflächen tanzen. Schmuckstücke aus handgefertigten Keramik-Elementen gibt es zu sehen und zu kaufen.

Obwohl Martell schon als Schülerin ihr Talent unter Beweis gestellt hatte, war es zwei Zufällen geschuldet, dass sie eine professionelle künstlerische Laufbahn einschlug. Nach dem Abitur hatte sie sich in Koblenz für ein Lehramtsstudium einschreiben wollen, erzählt sie im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung, doch auf dem Weg zur Uni sei sie an einer Töpferei vorbeigekommen und habe gewusst: „Das will ich lernen.“

Dass sie nach ihrer dreijährigen Lehre für weitere drei Jahre eine Fachschule für Keramikgestaltung besuchte, war einer weiteren glücklichen Fügung zu verdanken – nur 25 von 100 Bewerbern wurden genommen, und sie war auf dem 6.Platz. Nur weil noch ein Schüler absprang, wurde sie genommen. Später schloss die die Schule als beste Absolventin ab.

Als freischaffende Künstlerin erwarb sich Martell 1998 den Keramiker-Meisterbrief. 1999 zog sie nach Berlin, wo sie bis 2002 die Keramikabteilung in den Mosaikwerkstätten für Behinderte leitete und ab 2004 das Ladenatelier Artelleria für Keramik und Mosaik führte, mit dem sie 2013 nach Chieming und 2016 dann nach Grabenstätt umzog.

Dass viele ihrer Kunstwerke mit Afrika zu tun haben, kommt nicht von ungefähr, denn seit 2002 war die Künstlerin immer wieder ehrenamtlich für das Wasserprojekt „Green Paradise Project Now“ in Kenia. 2010 leitete sie in Uganda zwei Monate lang Ostafrikas einzige Keramikkunstschule. Neben den Gemälden und Mosaiken stechen auch die handgeformten Keramikgefäße ins Auge.

Da sie das Plastische liebe, greife sie beim Malen auch wahnsinnig gerne auf Sand zurück, so Martell, die seit 2015 hauptberuflich in den Caritas Wendelstein Werkstätten in Rosenheim künstlerisch mit Behinderten arbeitet.

Zu sehen ist die Ausstellung bis 21. Juni montags bis donnerstags von 9 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr. Außertourliche Termine nach Absprache unter Telefon 01 76/30 68 03 62. mmü

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