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Gemeinderat votiert für das Projekt

Ja zum Therapeutischen Internat Mitterndorf im Benediktushof in Gstadt

So stellt sich die Stiftung „Ein Platz für Kinder“ die künftige Einrichtung in Gstadt vor, in der traumatisierte Kinder ein neues, geschütztes Zuhause finden sollen.
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So stellt sich die Stiftung „Ein Platz für Kinder“ die künftige Einrichtung in Gstadt vor, in der traumatisierte Kinder ein neues, geschütztes Zuhause finden sollen.
  • VonElisabeth Kirchner
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Einen geschützten Ort für traumatisierte Kinder will die Stiftung „Ein Platz für Kinder“ (epfk) in dem schon lange leerstehenden Benediktushof schaffen. Gemeinderat und Bürgermeister Bernhard Hainz (FWG) stehen geschlossen hinter dem Projekt. Damit endet für die Gemeinde auch ein 30 Jahre altes Problem.

Gstadt – Schon im November vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat Gstadt die Voranfrage für ein therapeutisches Internat Mitterndorf auf dem Benediktushof gutgeheißen, nun erfolgte auch die einhellige Zustimmung zum Bauantrag auf Umbau und Sanierung. In Vertretung für Johanna Ruoff, Stiftungsgründerin von „Ein Platz für Kinder“ (epfk), erläuterte Sozialpädagogin Sonja Maren Möller das Projekt näher.

Schutz für traumatisierte Kinder

Seit über 15 Jahren engagiere sich die epfk für traumatisierte Kinder, denen man in einer geschützten Umgebung, den so genannten Mattisburgen, ein neues Zuhause bieten wolle. Möller holte weiter aus, um die Stiftung zu erläutern. Die Mattisburgen nehmen Jungen und Mädchen aus der Kinder- und Jugendhilfe im Alter zwischen vier und elf Jahren auf, bei denen der dringende Tatverdacht auf Missbrauch, Vernachlässigung oder Misshandlung besteht. Die Zuweisung erfolgt über die Jugendämter.

Dabei sind die Häuser – derzeit gibt es neben Hamburg in Halle noch eine zweite Mattisburg – und Mobiliar baulich auf diese Jungen und Mädchen abgestimmt: „Sie sind nahezu unkaputtbar“, so die Fachfrau. Und da komme Gstadt ins Spiel, sagte Möller, denn neben der Betreuung sollen die Kinder in den normalen Grundschulalltag integriert werden.

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Der Benediktushof in Mitterndorf, der seit 30 Jahren leer stehe, biete sich als idealer Ort für ein therapeutisches Internat „Mattisburg – Sternstunden am Benediktushof“ an. Die Schwestern vom Kloster Frauenwörth hätten sich einstimmig positiv zu dem Projekt geäußert, die Förderschule Prien wolle kooperieren und in unmittelbarer Nachbarschaft befinde sich auch die Björn-Schulz-Stiftung.

Martina Leibold von Quest Architekten aus Stephanskirchen ging dann näher auf den Umbau ein. Auch wenn das Gebäude in einem guten Zustand sei – bei Ortsterminen hätten sich auch Gemeinde und Landratsamt davon überzeugt – so sollen die beidseitigen Treppenhäuser nach außen verlegt werden. Auf diese Weise erreiche man einerseits in dem Gebäude vier voneinander getrennte Wohneinheiten im ersten und zweiten Stock und andererseits seien so Barrierefreiheit, Lift und Brandschutzauflagen gewährleistet.

Außenansicht ist einem Bauernhof ähnlich

Im Erdgeschoss werden drei Klassenräume, Bibliothek, Lehrer- und Musikzimmer untergebracht, im Dachgeschoss Verwaltung und Therapeutenzimmer. Im Keller kommen Heizung, Waschküche und Lager unter. Bauamtsleiter Hans-Joachim Kaiser erklärte, dass die Treppenhäuser verlattet und mit Flachdach versehen werden sollen. Das Ganze sehe in der Außenansicht einem Bauernhof mit Tenne nicht unähnlich.

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Michael Rappl (FWG) unterbrach an der Stelle, dass die Funktionalität des Gebäudes unwichtig sei, „das Wohl der Kinder sei wichtiger.“ Auch Georg Anderl (Bürgerliste) sah das ähnlich. Jede Wohngruppe bekomme eine eigene Küche, in der am Wochenende gemeinsam mit den Betreuern gekocht werde, erklärte Möller auf seine Nachfrage.

Bürgermeister spricht von „Glücksfall“

Unter der Woche erfolge die Versorgung über die Hauswirtschaft. Bürgermeister Bernhard Hainz (FWG) bezeichnete das Vorhaben, das Gebäude und die Kooperation mit den umliegenden Schulen und der Björn-Schulz-Stiftung als „Glücksfall: „Kinder sind die Zukunft.“

Dominikus Schneider (FWG) erkundigte sich nach dem Baurecht und dem Garten. Das Vorhaben werde nach Paragraph 35 im Baugesetzbuch beurteilt, die Erschließung sei gesichert, erklärte Kaiser vom Bauamt. Das Landratsamt überprüfe die Privilegierung. Gerhard Kreisel (Bürgerliste) wollte wissen, was mit den Kindern nach der Grundschulzeit passiert. Für die Zeit nach der Mattisburg wird gemeinsam mit Jugendämtern und Mitarbeitern der Mattisburg ein für das jeweilige Kind passender und dauerhafter Platz gesucht, erklärte Möller.

Die alten Bäume bleiben erhalten

Das könne eine Rückführung in die eigene Familie sein – sofern die Gründe des erlebten Traumas nicht hier verankert waren. Weiter seien ein Platz in einer Pflegefamilie, Wohngruppe oder auch in einer Spezialeinrichtung denkbar.

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Bezüglich der Gartenanlage antwortete Möller, dass die alten Bäume erhalten bleiben sollen. Der Parkplatz werde bepflanzt, jede Gruppe solle einen eigenen Gartenbereich bekommen, der Hangbereich werde eine Blühwiese und generell sei keine große Einfriedung geplant.

Genügend Stellplätze seien immer noch vorhanden, fügte Bürgermeister Hainz hinzu. Da keine weiteren Nachfragen kamen, stellte er den Beschlussvorschlag vor, dem Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen. Dieser wurde vom Gremium mit 13:0 angenommen.

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