Ja, mir san mit´m Radl da: Der Radfahrerverein 1893 Prien stellt sich vor

Sportlich unterwegs, ob mit Rennrädern oder Mountainbikes. RE
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Sportlich unterwegs, ob mit Rennrädern oder Mountainbikes. RE

Prien – „Zweck des Vereins ist die Verbreitung und praktische Verwertung des Fahrrades, die Verbesserung der Straßenverhältnisse, das Bestreben die Radfahrvorschriften einzuhalten, durch geselliges Zusammensein, auf dem Gebiet des Sports durch Veranstaltungen von gemeinsamen Vergnügungsfahrten, endlich Anlehnung an Vereine gleicher Richtung zu finden.“ So steht es in der ersten offiziellen Satzung des Radfahrervereins 1893 Prien aus dem Jahre 1902.

Zwar wurde die Satzung inzwischen umformuliert, aber im Wesentlichen könnte man dies auch heute noch so stehen lassen.

Sport und Geselligkeitfür jedes Alter

Auch Senioren bleiben dem Verein treu, die vielleicht nicht mehr so viel und oft selbst fahren, aber die lange Vereinsgeschichte in guter Erinnerung haben und eher das gesellige Zusammensein schätzen. Nachdem der Verein bedingt durch den Ersten Weltkrieg zu einer Pause gezwungen war, wurde er ab 1922 von Alois Volk wiederbelebt.

Manch einer kennt vielleicht sein Radgeschäft in Prien, das inzwischen von Peter Braito weitergeführt wird. Ehrenmitglied Agnes Volk ist auch Fahnenmutter.

Nach einer weiteren Zwangspause ab 1934 wurde der Verein 1951 wiedergegründet. Neugründungsmitglied und langjähriger (Ehren-)Vorstand Toni Harntasch verstarb erst kürzlich .

Im Laufe der Jahre hat sich der Verein kontinuierlich entwickelt. Standen früher noch oben genannte Vergnügungs- und Touristikfahrten mit bis zu 500 Teilnehmern hoch im Kurs, liegt ein großer Schwerpunkt heute auf der Jugendarbeit. Mit dem Mountainbike kann jeder beim „Kampenkönig“ von Hinter gschwendt zur Steinlingalm mitmischen. Auch wenn es nicht für die Siegerzeit von knapp 22 Minuten gereicht hat, steht auf der Alm wieder das gesellige Zusammensein im Mittelpunkt.

Wer neues Trainingsgerät sucht oder ein Rad verkaufen möchte, der hat dazu Gelegenheit beim Radlflohmarkt Anfang Mai.

Und wie sieht es mit der „Verbesserung der Straßenverhältnisse“ aus? Da hat sich sicher seit den Zeiten des Hochrades einiges getan. Zu besonderen Anlässen wie Festzügen oder Korsofahrten werden noch die historischen Räder herausgeputzt und benutzt. Die Straßen sind zwar besser geworden, doch auch der Verkehr hat erheblich zugenommen.

So kann das Rennen „Rund um den Chiemsee“ in dieser Form heute nicht mehr durchgeführt werden. Natürlich kann jeder privat versuchen, die Siegerzeit zu knacken. Hier zeigt sich der Fortschritt in der „praktischen Verwertung des Fahrrades“: Brauchte der Sieger Max Reheis im Jahr 1894 noch 2:29 Stunden, liegt der Rekord des wohl erfolgreichsten Vereinsfahrers, Rudi Wörndl, bei 1:21 – ohne E-Bike!

Bleibt noch die „Anlehnung an Vereine gleicher Richtung“: Der RFV 1893 Prien ist Patenverein des RV Söchtenau. Darüber hinaus stehen die internationalen Kontakte nach Graulhet und Valdagno im Mittelpunkt. Meist per Rad durchgeführte Besuche aus und in Valdagno pflegen die Partnerschaft mit dem dortigen Radverein. Zum Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Graulhet 2021 ist ein Besuch mit dem Rad geplant. Aus 13 Gründungsmitgliedern von 1893 sind inzwischen 151 Mitglieder ge worden, darunter gut 60 Kinder und Jugendliche. Interessierte können sich auf www.rfv-prien.de oder per E-Mail an vorstand@rfv-prien informieren.

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Historische Räder auf Festumzügen sind der Hingucker.

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