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Weniger Tests und Impfungen

Ist die Pandemie schon vorbei? So ist die Lage im Landkreis Traunstein

Deutlich kürzer sind die Schlangen vor der Teststation am Sportzentrum in Haslach geworden.
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Deutlich kürzer sind die Schlangen vor der Teststation am Sportzentrum in Haslach geworden.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Überfüllte Intensivstationen und drohende Triage – so sah die Lage im Landkreis Traunstein noch vor einem halben Jahr aus. Die Infektionszahlen sind zwar nach wie vor hoch, aber vielerorts scheint die Pandemie keine Rolle mehr zu spielen. Die Hintergründe.

Traunstein – War der Andrang beim Impfzentrum in Traunstein ursprünglich immens, sind es inzwischen nur noch rund 40 Impfungen, die pro Tag dort verabreicht werden. Ebenso steht es um die beiden Testzentren, die der Landkreis betreibt, berichtet Mathias Heinrichs, Sprecher des Landratsamts Traunstein: „Vergangene Woche wurden rund 1600 PCR-Testungen durchgeführt, davon waren 40 Selbstzahler-Tests. Vor einem Monat lagen die Testzahlen noch dreimal so hoch.“

Ähnliche Erfahrungen macht man im Sportzentrum im Traunsteiner Ortsteil Haslach. „Die Nachfrage ging in den letzten Wochen stark zurück. Das dürfte in erster Linie mit den sinkenden Fallzahlen zusammenhängen“, so Monika Rosenegger, Buchhalterin im Sportzentrum. Überwiegend schlagen dort Personen mit einem positiven Schnelltest oder Kontaktpersonen aus dem gleichen Haushalt auf. Nur ein sehr kleiner Anteil seien Selbstzahler, die den Test für Reisen brauchten. Dies ist bei einigen Reisezielen, etwa in den USA oder Israel, der Fall. 20 bis 30 Personen kommen derzeit nach Auskunft des privaten Anbieters in Haslach täglich zum PCR-Test, im Schnelltestzentrum etwa hundert Personen.

Die geänderte Infektionslage hat neben Teststationen und dem Impfzentrum auch Auswirkungen auf das Personal im Gesundheitsamt. „Neben dem Stammpersonal des Gesundheitsamtes Traunstein unterstützen 41 zusätzliche Personen die Contact-Tracing-Teams sowie 13 sogenannte Ressortkräfte, also Beschäftigte aus anderen Ämtern“, erklärt Heinrichs. In den Hochphasen der Pandemie seien darüber hinaus noch bis zu 15 Bundeswehrsoldaten zusätzlich eingesetzt. Das ist jetzt nicht mehr nötig: „Ab Mai sollen die bereitgestellten Ressortkräfte reduziert werden.“

Höhere Dunkelziffer?

Wobei hier auch die Digitalisierung eine Rolle spielt, denn das Gesundheitsamt setze seit Mitte März eine Software mit RPA-Technik ein, welche eine teilautomatisierte Verarbeitung von Labormeldungen übernimmt und so die Arbeit erleichtert.

Kann also vollkommene Entwarnung gegeben werden? „Die positiven Nachweise genauso wie die Anzahl der Testungen sind zurückgegangen“, sagt Heinrichs. Wobei diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen seien: „Aufgrund der rückläufigen Testungen gehen wir von einer entsprechend höheren Dunkelziffer aus.“ Ein Hinweis seien Ergebnisse aus Österreich, wo die Viruslast im Abwasser aktuell immer noch gleichbleibend hoch sei wie zu den Zeiten mit sehr hohen Inzidenzzahlen. „Man kann auch bei uns von einer weiterhin höheren Viruslast ausgehen, als es die Inzidenzzahlen erscheinen lassen“, so Heinrichs.

Möglicherweise werden auch weniger Infektionen entdeckt, weil sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Beim Sportzentrum in Haslach erklärt man sich den Rückgang bei den Tests auch so, dass Bürger nur noch einmal wöchentlich einen Anspruch auf einen kostenlosen Antigen-Schnelltest haben. Auch die Anforderungen an kostenlose PCR-Testungen wurden erhöht.

„Noch keine Entwarnung“

Der aktuelle Verlauf von Coronainfektionen sei zum Glück in der Regel milder, aber dennoch nicht zu verharmlosen, sagt Heinrichs. Daher kann das Gesundheitsamt noch keine Entwarnung geben und rät weiterhin zu Wachsamkeit und der Einhaltung der bekannten Abstands- und Hygieneregeln.

Auffällig ist laut Landratsamt, dass besonders die Bevölkerungsschichten bis zum 60. Lebensjahr von den Neuinfektionen mit Corona betroffen sind. Nach wie vor sei aber das aktuelle Infektionsgeschehen „ein flächiges und diffuses Geschehen“. Immerhin ist das keine Besonderheit, die nur den früheren Hotspot-Landkreis Traunstein auszeichnet, sondern gelte bundesweit: „Dies erkennt man auch, wenn man die Zahlen und Daten auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts verfolgt.“

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