Nachruf

Irmela Scheidle-Horkel war in Grassau engagiert für soziale Belange bis zuletzt

Irmela Scheidle-Horkel
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Irmela Scheidle-Horkel
  • vonTamara Eder
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Irmela Scheidle-Horkel ist mit 81 Jahren verstorben. Sie gründete viele soziale Initiativen und war langjähriges Mitglied im Grassauer Marktgemeinderat.

Grassau– Stets mit ruhiger Stimme, aber mit viel Enthusiasmus vertrat Irmela Scheidle-Horkel ihre Meinung. Die sozial- und umweltpolitisch engagierte, langjährige Grassauer Marktgemeinderätin ist nun im Alter von 81 Jahren nach schwerer Krankheit im Kreis ihrer Familie verstorben.

Schon immer setzte sich die 1939 geborene Physiotherapeutin für die Schwächeren in der Gesellschaft ein. Die Mietenkamerin, die 1974 heiratete, zwei Söhne bekam und 1975 in Mietenkam ihre Praxis eröffnete, fand stets, dass soziale und ökologische Themen zu wenig lokale Beachtung erfuhren. So gründete das Grünen-Mitglied 1995 die „Unabhängige Grüne Liste“ in Grassau. 1996 trat die neugegründete UGL zum ersten Mal bei der Kommunalwahl an. Scheidle-Horkel kandidierte zudem für das Bürgermeisteramt. Sie wurde 1996 in dem Marktgemeinderat gewählt und gehörte diesem bis 2016 an. 2012 wurde ihr von der Marktgemeinde der personenbezogene Jugendförderpreis in Anerkennung ihrer Verdienste verliehen.

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Neben der UGL rief sie den sozialen Arbeitskreis ins Leben. Aus diesem entstand 1997 der Verein „TIPI-Begegnungsstätte für Jung und Alt“, dem sie bis zu ihrem Tod vorstand.

Sie stieß ökologische Diskussionen an

In den 1990er Jahren fehlte es in der Gemeinde an Kleinkindbetreuung für alleinerziehende und berufstätige Eltern. So setzte sie sich mit der Aktion „Netzwerk für Kinder“ für eine Kinderkrippe ein, die 1999 tatsächlich entstand. Auch gab es damals noch keine Mittagsbetreuung für Grundschulkinder. Diese entstand ebenfalls 1999 unter dem Dach des Vereins „TIPI“. Die beliebte Mietenkamerin stieß weitere Initiativen an, wie Sprachkurse für Asylbewerber und eine Tauschbörse für den bargeldlosen Austausch von Dienstleistungen.

Im Marktgemeinderat brachte sie immer wieder ökologische Themen zur Diskussion, war äußerst kritisch bei Neuausweisungen. Sie scheute sich nicht, trotz Gegenwehr an ihrer Meinung festzuhalten. 2016 legte sie nach einem schweren Unfall ihr Mandat nieder. Für sie war die Zeit für eine Neuorientierung gekommen.

Besonders viel Freude hatte die sportliche Frau in der Natur und im Garten. Dieses Erlebnis ermöglichte sie Bürgern, die keinen Zugang zu einem eigenen Garten hatten, durch einen Gemeinschaftsgarten.

Vielen Grassauern wird sie in liebevoller Erinnerung bleiben.

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