In Inzell tagen demnächst viele neue Gemeinderäte

Die letzte Sitzung des Inzeller Gemeinderats in dieser Amtsperiode wurde aufgrund der Corona-Pandemie im Ernst-Rappel-Saal abgehalten, um den notwendigen Abstand zu garantieren. Wegscheider

Inzell – „Viel Erfahrung geht im Inzeller Gemeinderat ‚verloren‘, wenn ihr nun nicht mehr dabei seid“, betonte Bürgermeister Hans Egger, denn insgesamt scheiden zum 30.

April neun Gemeinderäte aus dem Gremium aus.

Sie wurden in der letzten Sitzung der abgelaufenen Legislaturperiode vom Gemeindeoberhaupt verabschiedet. Allerdings etwas anders als üblich, denn eine persönliche Übergabe von Erinnerungsgaben und Händeschütteln war aus bekanntem Grund nicht angesagt. Deshalb holten sich alle ihr persönliches Geschenk einzeln am Tisch ab.

Erfolgreiche letzte Legislaturperiode

Hans Egger merkte in seinem Rückblick an, dass es ein sehr vertrauensvolles Arbeiten – nicht nur im gesamten Gemeinderat, sondern auch mit den beiden Bürgermeistervertretern Richard Hütter und Michael Lorenz – gegeben hatte. Der Beginn der letzten Legislaturperiode sei von großen finanziellen Schwierigkeiten geprägt gewesen. Der Haushaltplan wurde vom Landratsamt zunächst nicht genehmigt, und so musste der erste Haushalt extrem knapp aufgestellt werden. „Das war eine große Herausforderung für den neuen Gemeinderat, und hierbei geht mein herzlicher Dank an alle Räte für die sehr konstruktive und kooperative Zusammenarbeit in den letzten sechs Jahren.“ „Die Max-Aicher-Arena, das Hallenbad sowie Straßen- und Gebäudesanierungen waren nur einige Projekte, die es zu optimieren galt. Arbeitsgruppen zur Hallenbadsanierung und wegen der Energiekosten der Max-Aicher-Arena wurden gegründet, um eine Minimierung der Kosten zu erreichen.

Sanierungen von Schule und Straßen

„Mit der wichtigste Punkt der bisherigen Amtszeit war die nachhaltige Konsolidierung der Finanzen der Gemeinde mit einer Halbierung des Schuldenstandes, und gleichzeitiger Investition von etwa sechs Millionen Euro unter anderem bei der Sanierung von Schule, Turnhalle, Straßen und beim Blockheizkraftwerk (BHKW) an der Max-Aicher-Arena. Durch das BHKW konnten die jährlichen Energiekosten um circa 300 000 Euro gesenkt werden. Das geht natürlich nur, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Durch die Renaturierung einiger Teile der Inzeller Filzen wird CO2 gebunden, was somit eine Maßnahme gegen den Klimawandel ist. „Inzell ist Vorreiter beim ÖPNV im Kreis Traunstein“ mit einer, für Gäste und Inzeller Bürger kostenlosen Dorflinie, meinte Egger. Ein weiterer wichtiger Punkt zur Energieeinsparung war die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED, wodurch der Stromverbrauch halbiert werden konnte. Ebenso wie bisher wird auch beim neuen Gemeinderat der Fokus auf dem Thema Wohnraum liegen. Im Baugebiet Gschwall sind noch einige Bauplätze zu haben, bestätigte der Bürgermeister. Es würden auch gemeindeeigene Häuser gebaut.

Ende der Legislaturperiode

Die Sanierung des Inzeller Hallenbades wird eine der wichtigen Aufgaben des neuen Gemeinderates werden. Die Anträge auf Förderungen sind bei der bayerischen Staatsregierung gestellt, und man wartet auf die notwendigen Zusagen.

Es steht eine Sanierung der Außenfassade und der Heizung des Rathauses an. Diese Maßnahmen sind im neuen Haushalt bereits enthalten. Daneben sind die Förderung des Tourismus und der Landwirtschaft die Kernanliegen der Gemeinde.

Der Bürgermeister betonte, dass in Inzell das Handwerk nach wie vor ein wichtiger Faktor für eine lebenswerte Gemeinde darstellt. Die Übernachtungszahlen konnten auf über 600 000 gesteigert werden, das spräche ebenfalls für Inzell als Tourismus- und Sportgemeinde. Insgesamt konnte der Schuldenstand von acht Millionen auf drei Millionen Euro gesenkt werden. Eine vielversprechende Ausgangslage für den neuen Gemeinderat. Der Bürgermeister bedankte sich bei den scheidenden Gemeinderäten für ihren Einsatz im Sinne der Gemeinde Inzell. Mit einem Geschenk verabschiedet wurden Jürgen Schwahn (SPD, seit 2019 im Gemeinderat), Hans Huber (SPD, seit 2019), Christian Mailhammer (CSU, seit 2015), Julia Egger (Bürger für Inzell, seit 2014), Stefan Steinbacher (Junge Liste, seit 2014), Annelie Gromoll (OBIC-FW, seit 2002 und anfangs auch Dritte Bürgermeisterin), Peter Spannring (Bürger für Inzell, seit 2002), Markus Maier (CSU, seit 2002, 2008/09 Dritter Bürgermeister) und Rudi Heitauer (CSU, seit 1996). hw

Kommentare