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Mit Knöchelchen würfeln und mit Nüssen auf Kegel zielen

Internationaler Museumstag – Große und kleine Gäste tauchen im Seebrucker Bedaium in die Antike ein

Wie vor 2000 Jahren gewürfelt und gespielt wurde beim Internationalen Museumsnachmittag im Römermuseum in Seebruck. Nicht nur die jüngsten Besucher hatten dabei ihren Spaß. Museumsleiter Matthias Ziereis und Museumsführerin Martina Ziereis (hinten, stehend) freuten sich mit ihren historischen Darstellerkollegen über das Interesse.
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Wie vor 2000 Jahren gewürfelt und gespielt wurde beim Internationalen Museumsnachmittag im Römermuseum in Seebruck. Nicht nur die jüngsten Besucher hatten dabei ihren Spaß. Museumsleiter Matthias Ziereis und Museumsführerin Martina Ziereis (hinten, stehend) freuten sich mit ihren historischen Darstellerkollegen über das Interesse.
  • VonMarkus Müller
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Regen Zuspruch gab es am Internationalen Museumstag für das Bedaium in Seebruck. An welchen Sonntagen das Römermuseum weitere Familiennachmittage anbietet, erfahren sie hier.

Seeon-Seebruck – Das Römermuseum Bedaium in Seebruck ist durch seine Lage am Chiemsee-Radrundweg begünstigt. Am Internationalen Museumstag freuten sich der Leiter Matthias Ziereis und sein Team über reges Interesse. „Die Besucher, die da waren, die blieben dann auch ziemlich lange“, so der gemeindliche Römerbeauftragte.

Einen Blickfang bildeten vor dem Gebäude seine Legionärskollegen von der Legio II Italica. Ihretwegen stiegen viele Familien mit Kindern vom Rad ab, für eine spontane Zeitreise in die Antike. Die römischen Soldaten standen gerne für Fotos parat und erzählten vom harten Leben ihrer Vorfahren, das auch die Dauerausstellung „Legionäre in Bedaium“ zeigt.

Die Welt der römischen Spiele

Im Erdgeschoss tauchten die Besucher, unter Anleitung von Museumsführerin Martina Ziereis, in die Welt der römischen Spiele ein. Wie es einst die Römer mit großer Leidenschaft taten, wurde mit „Astragalen“ gewürfelt. „Es handelt sich dabei um die Mittelfußknochen von Schafen und Ziegen, die als Würfel dienten“, so Ziereis.

Ihr Sohn Veit Ziereis hatte sogar 20-seitige Würfel. Diese seien zur Römerzeit schon verwendet worden, verblüffte er. Während die jüngsten Besucher bei ihrem Spiel mit Nüssen warfen – „Orca/Ludus Castellorum“ – und mit Nüssen auf Kegel zielten – „Ludus Conorum“, vergnügten sich ältere Kinder und Erwachsenen mit dem Brettspiel „Ludus Militium“. Letzteres erinnert an das neuzeitliche „Dame“-Spiel.

Weitere Artikel und Nachrichten aus dem Chiemgau finden Sie hier.

Mit der römischen Rundmühle „Mola Rotunda“ spielten Besucher im Obergeschoss bei der römischen Händlerin Daniela Spies. Sie erzählte über das althergebrachte Räuchern von Kräutern und Harzen sowie das Hallstätter Salz der Kelten, die mit ihrem „weißen Gold“ viele Jahrhunderte europaweit Handel trieben.

Viele Fragen beantwortete sie zu einer speziellen Tinte, der „Gallustinte“. Diese wurde, vor über 2000 Jahren, aus Galläpfeln – wachsen an der Unterseite von Eichenblättern – und Eisensulfat II, welches aus rostigen Nägeln und Essigsäure gewonnen wurde, sowie dem Bindemittel „gummi arabicum“ hergestellt. „Gummi arabicum“ ist ein spezielles Harz, das zu Pulver zerrieben wurde. „Diese Tinte ist ganz schwarz, dokumentenecht und verblasst auch nicht in der prallen Sonne“, so Spies.

Historisch verkleidete Darsteller bei Familiennachmittagen

Wenn ihr Papyruspapier ausgehe, greife sie beim Schreiben alternativ auf ihre Bienenwachstafel zurück. „Und abends beim Rechnungen-Schreiben mache ich mir ein Öllämpchen an“, erzählte sie.

Historische Familiennachmittage „Vivat Bedaium“ mit verkleideten Darstellern und wechselndem Programm gibt es an den Sonntagen 12. Juni, 17. Juli, 14. August, 18. September und 23. Oktober, jeweils von 13 bis 17 Uhr.

/CLH

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