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„INTEGER“ MÖCHTE MENSCHEN STÄRKEN

Grassauer Verein kümmert sich um Integration und ein friedliches Miteinander

Den Sonderpreis für Integration erhielt der „Integer“-Vorstand (von links) Edith Klein-Nöldner, Uta Grabmüller und Sybille Bregenzer im Jahr 2018 von Innenminister Joachim Herrmann.
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Den Sonderpreis für Integration erhielt der „Integer“-Vorstand (von links) Edith Klein-Nöldner, Uta Grabmüller und Sybille Bregenzer im Jahr 2018 von Innenminister Joachim Herrmann.

Mit dem Grassauer Kleiderschrank, Radlgarage und Deutschlotsen leisten die Ehrenamtlichen praktische Hilfe und Unterstützung für die in Grassau lebenden Asylsuchenden. Das Angebot im Sozial- und Bildungszentrum steht allen Bürgern offen.

Grassau – Die „Förderung der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens“ ist der Hauptzweck des 2016 in Grassau gegründeten Vereins für Bildung und Integration „Integer“. Alle Menschen als Individuen gelten lassen, gemeinnützig handeln, den Wert des einzelnen Menschen anerkennen und fördern – dafür strengen sich die Vereinsmitglieder an und betreuen mehrere Projekte.

Ehrenamtliche unterstützen

Provisorisch untergebracht war der Verein jahrelang. Das Bild zeigt die Vorsitzende Uta Grabmüller (rechts) während eines Vortrages. Mittlerweile stehen zweckdienliche Räume zur Verfügung.

Der Verein hat 44 Mitglieder. In der praktischen Vereinsarbeit engagieren sich circa 15 Ehrenamtliche. Gründungsinitiatorin und seit fast fünf Jahren Vorsitzende ist die Kultur- und Sozialwissenschaftlerin Uta Grabmüller. Das Wort „Integer“ kommt laut Auskunft des Vereins aus dem Lateinischen und heißt „unberührt, unversehrt“. Im Deutschen werde es auch im Sinn von „anständig, aufrecht, charakterstark, unbestechlich“ verwendet, also hehre Eigenschaften.

In mehreren Projekten sorgen die Mitglieder für materielle Unterstützung Bedürftiger, etwa im Gebrauchtkleidermarkt „Grassauer Kleiderschrank“ oder in der „Radlgarage“, in der gespendete Fahrräder hergerichtet werden. Über 150 Räder gingen laut Auskunft des Vereins an Kinder sowie Erwachsene und machten jene mobiler.

Viele Menschen würden sich im „Grassauer Kleiderschrank“ eindecken. Der Vorstand priorisiert den Deutschunterricht für Nicht-Muttersprachler, wie er betont. Die Sprache sei Grundlage für die Integration. Ein gut ausgestatteter Schulungsraum ermögliche Präsenz- und Distanzunterricht, Selbststudium, Gruppenarbeit, Vorträge und Kulturveranstaltungen.

Deutschunterricht und persönliche Begleitung

Drei ehrenamtliche Lehrkräfte – so genannte „Deutschlotsen“ – bieten einen individuellen Einstieg in die deutsche Sprache und Kultur. „Dank guter Lernprogramme kann digital unterrichtet werden – die Lernenden erhalten persönliche Begleitung“, erklärt der Verein.

Unterhaltungen in der Gruppe zeigten den Weg in den deutschen Alltag. Mit der Volkshochschule-Traunstein, deren Außenstelle Grassau ist, startete eine Kooperation.

Zielgruppe für den Deutschunterricht sind vor allem Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in Grassau mit circa 140 Plätzen. Die Erwachsenen hätten oft keine Chance auf einen baldigen, erfolgreichen Abschluss ihres Asylverfahrens und würden deshalb nicht in Arbeit vermittelt oder in Schulungsmaßnahmen gefördert. Aber immer wieder zeige sich, dass Einzelne große Qualifikationen besitzen würden.

Gemeinsam Musik machen – auch ohne Vorkenntnisse

Mit der Gruppe „Community Music Grassau“ lädt der Verein zum gemeinsamen Musizieren ein. Instrumente sind vorhanden. Ein Musikpädagoge leitet das Projekt.

Da zur Kultur und zum Wohlfühlen auch Musik zählt, lädt der Verein mit seiner Gruppe „Community Music Grassau“ zum gemeinsamen Musikmachen ein – auch ohne Vorkenntnisse. Ein Instrumentenpark steht bereit und ein Musikpädagoge leitet das Projekt.

Ein „Nähstüberl“ mit mehreren Maschinen, Stoffvorräten und Schneidereibedarf lade zu textilem Gestalten oder zum Ändern der Lieblingsstücke ein. Das „Café Integer“ ermögliche Begegnungen und Pausen, manchmal mit internationalen kulinarischen Genüssen.

Bildungsangebot steht Jedem offen

Die Radlgarage habe von Anfang an ihren Standort hinter dem Jugendtreff im Birkenweg. Die Kleiderkammer startete in zwei Kellerräumen. Nach verschiedenen provisorischen Lösungen richte sich der Verein seit Herbst 2020 in zweckdienlichen Räumen im dritten Stock eines Hauses in der Bahnhofstraße 108 ein. Die Marktgemeinde habe die Flächen an den Verein vermietet. Im Gegenzug stelle „Integer“ sein Angebot in seinem Sozial- und Bildungszentrum allen Mitbürgern zur Verfügung.

Coronabedingt gestalte sich das Vereinsleben schwierig, die Pandemie verhindere viele Vorhaben.ug

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