Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Gemeinderat verlangt Beweissicherung

In Bernau herrscht Sorge um Radweg wegen Tiefgarage

Bei diesem Haus soll nun noch eine Tiefgarage errichtet werden. Auf der linken Seite sind Baufahrzeuge zu sehen, dort wird der Geh- und Radweg gebaut.
+
Bei diesem Haus soll nun noch eine Tiefgarage errichtet werden. Auf der linken Seite sind Baufahrzeuge zu sehen, dort wird der Geh- und Radweg gebaut.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
    schließen

Ein Bauprojekt in Bernau sorgt im Gemeinderat schon zum zweiten Mal für Unbehagen. Zuerst gab es Ärger, weil der Bauherr eigenmächtig drauflos baute. Und jetzt kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt ein weiterer Antrag.

Bernau – Lange hat Bernau um den 600 Meter langen Radweg vom westlichen Ortsende bis fast zur Tankstelle gerungen, derzeit ist er in Bau. 600.000 Euro nimmt die Gemeinde dafür in die Hand, eine Leader--Förderung ist in Aussicht gestellt. Nun droht Gefahr von ganz anderer Seite. Der Bauherr des Gebäudes an der Priener Straße 14 will nachträglich eine Tiefgarage einbauen. Und das könnte zu Beschädigungen am Radweg führen. Dem Bauantrag erteilte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit 15:4 das gemeindliche Einvernehmen.

Zeitpunkt des Antrags „unglücklich“

„Der Zeitpunkt der Antragstellung ist im Blick auf die Baumaßnahme des Geh- und Radwegs äußerst unglücklich“, sagte Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) in der Sitzung unumwunden. Dennoch sei der Antrag fristgerecht zu behandeln. Direkt an der Grundstücksgrenze solle eine 25 Meter lange Mauer errichtet werden. Die Bürgermeisterin ging davon aus, dass das den neuen Geh- und Radweg in Mitleidenschaft zieht. Unmittelbar an der Grundstücksgrenze werde ein Einzeiler errichtet, der im Zuge der Grabarbeiten instabil werden dürfe, so Biebl-Daiber.

+++ Lesen Sie auch: OVB-Themenseite Bernau +++

Der Bauherr und die Planerin waren in der Sitzung anwesend. Sie sagten mündlich zu, die Beweissicherung zu bezahlen. Die Gemeinde, so fuhr die Bürgermeisterin fort, könne die Baumaßnahmen auch im Blick auf einen etwaigen Rechtsstreit nicht überwachen und dokumentieren. Die Verwaltung habe bei der Gesellschaft BSM Ingenieure in Traunwalchen bereits ein Angebot eingeholt.

Planerin beschwichtigt

Die Planerin des Bauherrn sagte in der Sitzung vor den Gemeinderäten, dass dem gemeindlichen Grund „nichts passiere“. Der Einzeiler könne mit einem 1,50 Meter breiten Asphaltstreifen gesichert werden, dafür sei aber auf dem Grundstück des Bauherrn kein Platz. Sie vertrat die Meinung, dass die Mauer den Geh- und Radweg beziehungsweise den Einzeiler künftig abstützen werde.

Auf eine Frage von Peter Steindlmüller (CSU) erwiderte die Bürgermeisterin, dass der Geh- und Radweg jetzt gebaut werden müsse, um die Förderung zu erhalten. Sie äußerte die Befürchtung, dass der Radweg so oder so durch den Bau Schaden nehmen werde. Sie könne aber fragen, ob der Einzeiler geschützt werden könne. Peter Pertl (CSU) hatte zuvor vorgeschlagen, dass sich die jeweiligen Fachplaner diesbezüglich austauschen sollten. Pertl sagte, der Bauherr müsse bereit sein, entstandene Schäden zu beseitigen. „Das ist der Grund, warum wir ein Ingenieurbüro einschalten wollen“, sagte Bürgermeisterin Biebl-Daiber.

Verärgerte Reaktionen

„Die Baumaßnahme läuft schon seit einiger Zeit, ich kann nicht nachvollziehen, dass jetzt der Antrag für die Tiefgarage kommt“, sagte Thomas Herian (BL). Das Vorgehen des Bauherrn bezeichnete er als „stückchenweise“.

Der Bauherr selbst sagte, der Planer habe sich Gedanken gemacht. Es sei attraktiv, wenn die Autos „von der Straße weg seien“. Diesen Gedanken habe es nicht von Anfang an gegeben.

Rathauschefin Biebl-Daiber legte ausdrücklich Wert darauf, dass der Gemeinderat klarstellt, den gesamten Bauablauf darstellen zu lassen. Sie informierte außerdem, dass der Geh- und Radweg bis zum 28. Juni zwingend fertiggestellt sein müsse. Dann beginne der G7-Gipfel in Elmau und ab diesem Zeitpunkt seien keine Straßensperren mehr erlaubt. Den Bernauern, Gästen und Pendlern, die an der markanten Baustelle am Ortseingang vorbeifahren, dürfte schon lange aufgefallen sein, dass sie in der zurückliegenden Zeit verwaist war. Zuletzt hatte sich der Gemeinderat im Juni mit einer geänderten Planung (Tektur) befasst und sie bei einer Gegenstimme abgelehnt.

Größer gebaut, als zuerst genehmigt

Wie berichtet, hatte das Landratsamt den Bau eingestellt, nachdem sich der Bauherr nicht an den genehmigten Plan gehalten hatte. Unter anderem war der First 25 Zentimeter höher geworden, ein zusätzlicher Kellerraum entstanden und die Mauern im ersten und zweiten Obergeschoss Richtung Straße auf die Terrassen nach vorne gezogen und damit mehr Wohnfläche geschaffen worden. Der Bernauer Gemeinderat reagierte ablehnend.

Auf Anfrage berichtete der Rosenheimer Kreis-Pressesprecher Michael Fischer, dass das Landratsamt das gemeindliche Einvernehmen ersetzt und eine Genehmigung erteilt hat.

Die rechtliche Überprüfung habe ergeben, dass sich das Vorhaben trotz der Änderungen noch in die Umgebung einfügt. Das Einvernehmen hätte von der Gemeinde nur versagt werden dürfen, wenn dies nicht der Fall gewesen wäre.

Mehrheit stimmt für die Tiefgarage

Im Bernauer Gemeinderat fand der Bauherr dieses Mal die Mehrheit für seine Tiefgarage. Im Beschluss ist festgehalten, dass er die Unterlagen zur Beweissicherung zeitnah der Gemeinde vorzulegen seien. Nach dem Bau der Tiefgarage ist eine neuerliche Begutachtung gefordert.

Mehr zum Thema

Kommentare