Impakt-Museum Grabenstätt ist zu klein, um Corona-Vorschrift zu erfüllen - So entsteht diese Idee

Das Chiemgau-Impakt-Museumin der Grabenstätter Schlossökonomie bleibt zwar vorerst für Besucher geschlossen, kann aber nun von ihnen virtuell entdeckt werden. Präsentiert werden auch die neuesten Forschungsergebnisse mit vielen Überraschungen. Müller

Die bayerischen Museen dürfen unter Hygieneauflagen wieder öffnen. Kleinere Ausstellungen wie das Chiemgau-Impakt-Museum in der Grabenstätter Schlossökonomie können die strengen Regelungen aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht erfüllen. Nun gibt es eine Lösung.

Von Markus Müller

Grabenstätt – Wegen der Corona-Krise hatten die bayerischen Museen viele Wochen geschlossen; mittlerweile dürfen sie unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Schutzregelungen ihre Tore für Besucher wieder öffnen. DasChiemgau-Impakt-Museum in der Grabenstätter Schlossökonomie kann die strengen Auflagen aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht erfüllen. Deshalb hat sich der Chiemgau-Impakt-Verein, der die Erforschung des südostbayerischen Meteoritenkrater-Streufeldes seit 15 Jahren fördert, etwas  einfallen lassen.

Impakt-Ausstellung ab sofort digital entdecken

Interessierte können die die kleine aber feine Impakt-Ausstellung ab sofort digital entdecken – ganz bequem von zuhause aus oder von unterwegs. Das Einzige was sie brauchen, ist Neugier und ein internetfähiges Endgerät, mit sie über die vereinseigene Homepage museum.chiemgau-impakt.de in die Zeit von 900 bis 600 vor Christus (ausgehende Bronzezeit und späte Hallstattzeit) eintauchen können.

Das dürfte Sie interessieren: „Diamanten belegen Einschlag“

Nach neuestem Forschungsstand kann der Zeitpunkt des Meteoriteneinschlages, der zwischen dem heutigen Altötting und dem Chiemsee ein ellipsenförmiges Kraterstreufeld hinterlassen hat, nämlich auf diesen engen Zeitraum eingegrenzt werden. Die Wissenschaftler und Heimatforscher des Chiemgau Impact Research Teams (CIRT) um den Geophysiker, Geologen und Impaktforscher Professor Kord Ernstson und den Astronomen Dr. Michael Rappenglück haben in den letzten zwei Jahrzehnten schon viele Geheimnisse um den Chiemgau-Impakt lüften und bahnbrechende Forschungsergebnisse präsentieren können.

Lesen Sie auch: Der Corona-Ticker – Aktuelle Entwicklungen zu Covid-19 in der Region, Bayern und der Welt

Auch davon werden die virtuellen Museumsbesucher einiges erfahren. Vom Fachmann bis zum interessierten Laien wird für jeden etwas dabei sein, denn es gibt neben einem Einführungs- und Überblicks-Button verschiedene digitale Zugänge für den „raschen Besucher“, „Für alle, die Zeit mitbringen“, „Für den Impakt-Spezialisten“ und „Für den Amateur, Sammler und Gesteinsliebhaber“.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Zudem warten auf die Gäste viele weitere spannende Spezial-Themen, auch interdisziplinärer Art. „Wir vom Chiemgau-Impakt-Verein und vom CIRT haben den Aufruf des Vereins Deutscher Museumsbund, in Corona-Zeiten einen digitalen Museumsbesuch zu ermöglichen, für eine fantastische Idee gehalten und haben diesen zunächst unschönen Anlass gleich dafür genutzt, die seit über zehn Jahren bestehende Ausstellung auf den allerneuesten Stand zu bringen“, so die Forscher.

Virtuelle Vorträge werden auf Anfrage geboten

Kürzlich gemachte Funde und Befunde, Analysen, internationale Kongress-Präsentationen und Veröffentlichungen, selbst neue Hypothesen wurden vereint und museumspädagogisch aufbereitet. Das digitale Angebot bleibt auch über den Internationalen Museumstag hinaus bestehen. Zudem gibt es auf Anfrage virtuelle Vorträge. Auch der neue Bürgermeister Gerhard Wirnshofer hofft, dass das virtuelle Impakt-Museum gut angenommen wird.

Mehr zum Thema

Kommentare