Mittlerweile besuchen auch viele Ein- und Zweijährige sowie Schulkinder die Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt

Immer mehr Kleine und Große in den beiden Gruppen

Brigitte Zimmermann (Zweite von links), die Vorsitzende der AWO Traunstein, des Trägers des Kindergartens, und Andrea Bestenreiner-Geiler (links), die "rechte Hand" in der AWO, erhielten von der Kindergärtnerin Johanna Bals Blumen - im Beisein von Melanie Brandstätter, der Leiterin des Kindergartens (rechts am Rednerpult). Foto Reichenbach
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Brigitte Zimmermann (Zweite von links), die Vorsitzende der AWO Traunstein, des Trägers des Kindergartens, und Andrea Bestenreiner-Geiler (links), die "rechte Hand" in der AWO, erhielten von der Kindergärtnerin Johanna Bals Blumen - im Beisein von Melanie Brandstätter, der Leiterin des Kindergartens (rechts am Rednerpult). Foto Reichenbach

Schleching - Mit einem großen Fest auf dem Dorfplatz hat der Kindergarten sein zehnjähriges Bestehen gefeiert (wir berichteten gestern bereits kurz). In der Einrichtung werden derzeit 38 Mädchen und Buben betreut.

Bürgermeister Josef Loferer würdigte die Arbeit des Kindergartenteams und lobte das "schöne soziale Miteinander" der verschiedenen Gruppen. Er freue sich immer, wenn er aus dem Rathausfenster auf das fröhliche Treiben im Garten und dem Dorfplatz schaue.

Melanie Brandstätter, die Leiterin des Kindergartens, erinnerte an die Entstehung der Einrichtung - und wer daran maßgeblichen Anteil hatte: Der Verein "Die Schlechinger Murmeltiere" habe viel bewegt.

Und die "Ursprungs-Murmeltiere" Conny Fembacher, Jutta Mages, Christine Obermeier und Heike Rubeck hatten in ihren Erinnerungen gestöbert und trugen die Geschichte der Entstehung vor: Ihre Töchter waren 1998 vier Jahre alt geworden und fanden in den Kindergärten der Nachbargemeinden auf absehbare Zeit keinen Platz. Auf den Wunsch der Eltern stimmte der Gemeinderat der Einrichtung eines Kindergartens im darauffolgenden Jahr zu. Um das Vorhaben zu unterstützen, gründeten die Eltern im September 1998 den Kindergartenförderverein "Die Schlechinger Murmeltiere".

Zunächst fand der Kindergarten im Pfarrsaal eine Notunterkunft. Nach reiflicher Überlegung beschloss der Gemeinderat, das denkmalgeschützte "Degenfeldhaus", ein Bauern- und Bürgerhaus aus dem 19. Jahrhundert, umzubauen und dort den Kindergarten und einen Jugendraum einzurichten. Architekt Helmut Birner plante und betreute den Umbau. Und die "Murmeltiere" halfen kräftig mit. Etwa 120 freiwillige Helfer leisteten rund 2000 Arbeitsstunden.

Die Trägerschaft des Kindergartens übernahm die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Traunstein. Barbara Burghartswieser leitete damals die Gruppe. Mit dem Einzug in das "Degenfeldhaus" gab es dann schon eine zweite Kindergarten-Gruppe. Melanie Mühlburger, verheiratete Brandstätter, übernahm schon bald danach die Leitung des Kindergartens.

"Wie ein Kindergarten von den Kindern und Eltern erlebt wird, hängt ganz entschieden mit den Personen zusammen, die mit den Kindern arbeiten", sagte Brigitte Zimmermann, die AWO-Vorsitzende. Kindergarten bedeute heute auch frühkindliche Erziehung. Dabei spiele Geborgenheit und Vertrauen eine große Rolle. In den letzten Jahren habe sich das Alter der Kinder sehr stark verändert. Nicht selten würden schon Kinder kurz vor dem ersten Lebensjahr in den Kindergarten aufgenommen. Genauso können Schulkinder ihren Angaben zufolge den Kindergarten besuchen, was eine ungeheure Flexibilität und Einsatzfreunde Kindergartenteams erfordere.

Der Jugendbeauftragte Muck Bauer junior führte durch das Nachmittagsprogramm. Es gab eine Tombola mit schönen gespendeten Preisen. Im Kindergarten erinnerte eine Powerpoint-Präsentation an die vielen Ereignisse der zehnjährigen Geschichte. Fotowände und Bildbände der jeweiligen Jahrgänge, die in die Schule kamen, lagen auf. Als Geburtstagsgeschenk hatte jeder Grundschüler seine Erinnerungen an die Kindergartenzeit als Geschichte aufgeschrieben und mit Foto und Gemälde illustriert.

Die Kinder bewältigten im Zeichen der fünf Ringe der Olympischen Spiele fünf Geschicklichkeitsaufgaben, die mit kleinen Preisen honoriert wurden. Gespannt lauschten einige Kinder in der Gemeindebücherei der Märchenerzählerin Friederike Rötlein. Die ganz Sportlichen konnten am Trambolin, gut gesichert an Gummibändern, in luftiger Höhe Saltos schlagen, während andere geschickt die Kletterwand der Bergwacht erklommen.

Am frühen Abend brachten Gruppen der Cantica Chor- und Instrumentalschule Geburtstagsständchen. Und dann spielte die "Little B(ig) Band" auf. Gespannt warteten die Kinder bis zur einbrechenden Dunkelheit auf den Feuerschlucker und das Johannisfeuer. bre

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