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Im Zug ist Endstation

  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Traunstein – Einen 38-Jährigen aus Österreich kontrollierten Polizeibeamte am 1. November vergangenen Jahres im Zug EC 113 von München nach Salzburg in Höhe Traunstein.

In einer Münztasche und der Jackentasche stießen sie dabei auf gut 500 Gramm Amphetamin. Das Schöffengericht Traunstein verurteilte den geständigen Angeklagten aufgrund unerlaubter Drogeneinfuhr in nicht geringer Menge zu 21 Monaten Haft, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung.

Unter den Auflagen waren das Verbot, Betäubungsmittel zu konsumieren, und die Anweisung auf vier Drogenscreenings pro Jahr. Das Gericht hob den Untersuchungshaftbefehl auf und setzte den Angeklagten damit wieder auf freien Fuß.

Staatsanwalt Markus Andrä hatte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, der Verteidiger Manfred Kösterke aus Traunstein ein Jahr, beide jeweils mit Bewährung, beantragt.

Der 38-Jährige hatte das Rauschgift in den Niederlanden für 800 Euro erworben. Er wollte es nach seinen Angaben am 1. November nach Salzburg bringen – um dort in Corona-Zeiten ein Depot mit Nachschub für seinen Eigenkonsum anzulegen. Im Urteil betonte Vorsitzender Thilo Schmidt, dieser Einlassung sei das Schöffengericht gefolgt.

Dass der Angeklagte möglicherweise einen Teil habe verkaufen wollen, sei durch nichts belegt. Die Mindeststrafe für eine Drogeneinfuhr betrage eigentlich zwei Jahre Haft.

Das Gericht habe jedoch einen „minderschweren Fall“ angenommen, dessen Strafrahmen zwischen drei Monaten und fünf Jahren liege. Die Einfuhr sei ausschließlich durch den 38-Jährigen bekannt geworden. Hinzu kämen sein Geständnis und seine Drogenabhängigkeit.

Bei den Pluspunkten ergänzte der Richter, das Amphetamin sei nicht in den Verkehr gelangt. Der Angeklagte sei nicht vorbestraft und habe „aus dem Stand fünf Monate Untersuchungshaft verbüßt“. Andererseits sei die Amphetamin-Menge nicht unerheblich, die Drogen „außerordentlich gut gewesen“.

Bezüglich einer Bewährung führte der Vorsitzende an: „Wir haben einen guten Eindruck von Ihnen. Sie haben im Gefängnis abschreckende Beispiele von Drogenabhängigen gesehen.“

Der 38-jährige Angeklagte nickte zustimmend zu dem Schlusssatz des Richters: „Es ist in Ihrem eigenen Interesse, von Drogen wegzukommen.“ kd

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