Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Landrat Walch sieht Almwirtschaft bedroht

Kreis Traunstein will Wolf zum Abschuss freigegeben: „Immer näher am bewohnten Gebiet“

Mit einem Banner, Aufschriften auf den Siloballen und den in Plastiksäcken verpackten Kadavern protestiert Landwirt Stefan Rappl gegen die Haltung der Politik zum Wolf.
+
Mit einem Banner, Aufschriften auf den Siloballen und den in Plastiksäcken verpackten Kadavern protestiert Landwirt Stefan Rappl gegen die Haltung der Politik zum Wolf.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
    schließen

Nachdem ein Wolf in Bergen vor wenigen Wochen mindestens fünf Schafe gerissen hat, soll er nach dem Willen der dortigen Behörden zum Abschuss freigegeben werden.

Landkreis Traunstein - Der Landkreis Traunstein hat bei der Regierung von Oberbayern eine Erlaubnis zum Abschuss von Wölfen beantragt, das berichtet dpa. „Der letzte Wolfsvorfall hat sich bereits in Siedlungsstrukturen ereignet“, sagte Landrat Siegfried Walch (CSU) am Freitag laut Mitteilung. Das bedeute, der Wolf tauche „immer näher am bewohnten Gebiet auf“. Zudem sei vor allem im südlichen Teil des Landkreises das Gelände überhaupt nicht schützbar.

Durch den Wolf sieht er die Almwirtschaft in seiner Region bedroht: „Die Almwirtschaft hat für das ökologische Gleichgewicht auch im Hinblick auf Artenvielfalt, Biodiversität und Insekten eine ganz besondere Rolle. Diesen Wert gilt es zu schützen und zu erhalten.“ Ein Nebeneinander von den Almwirtschaften auf der einen Seite und Tieren wie dem Wolf auf der anderen Seite sei „nicht machbar“.

LfU bestätigte „Wolf als Verursacher“

Ende Oktober wurden in der Gemeinde Bergen den Angaben zufolge fünf Schafe tot aufgefunden, ein Tier gilt als vermisst. Inzwischen haben Analysen des Landesamts für Umwelt (LfU) ergeben, dass die Schafe einem Wolf zum Opfer gefallen waren.  „Ende Oktober und Anfang November wurden an drei Orten in Bayern tote Nutztiere aufgefunden. Erste Ergebnisse der genetischen Untersuchungen bestätigen in allen drei Fällen einen Wolf als Verursacher. Für Traunstein und das Berchtesgadener Land ist der Wolf der alpinen Population zuzurechnen. Im Landkreis Rhön-Grabfeld handelt es sich um ein Tier aus der zentraleuropäischen Population“, hieß es vor einer Woche in einer Presseaussendung des Amtes.

Gegenüber chiemgau24.de erklärte Stefan Rappl nach dem Riss, dass er überlege, ob er überhaupt mit der Viehwirtschaft weiter machen solle, wenn das so weitergehe. Er bewirtschaftet neben seinem Hof im Bergener Ortsteil Geißing eine Alm im Hochfellnmassiv. „Ich kann nicht gewährleisten, dass der Wolf da nicht hinkommt“, sagt der Landwirt.

Video von Wolf in Brannenburg aufgetaucht

Auch in anderen Regionen sorgen Wölfe seit einigen Wochen für Unruhe - so zeigen Bilder einer Überwachungskamera, wie bei Brannenburg im Landkreis Rosenheim ein Wolf über ein Gehöft gelaufen war. Die Besitzer hatten dort eine Videokamera installiert. Unter den Landwirten der Umgebung hatte sich das Video indes schnell verbreitet. Die Kreisbäuerin des Bayerischen Bauernverbands, Katharina Kern, hat es natürlich schon gesehen. Ihr Hof liegt bei Oberaudorf, nur einige Kilometer weiter südlich. „Wir sind alle in Habacht-Stellung“, sagte sie.

Nutztiere, die von Wölfen gerissen wurden, meldeten in den vergangenen Wochen auch die Landkreise Berchtesgadener Land und Rhön-Grabfeld in Unterfranken.

dpa/mz

Kommentare