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Großbassflöten beliebt

Im Kloster auf der Fraueninsel die Flötentöne beigebracht

Das Flötenensemble spielt in der Abtei Frauenwörth.
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Das Flötenensemble spielt in der Abtei Frauenwörth.

Erfolgreicher Kammermusikkurs in der Abtei Frauenwörth: Seit 15 Jahren gibt es das Musikwochenende, das sich wachsender Beliebtheit erfreut.

Von: Tine Limmer

Chiemsee – „Im zweiten und dritten Takt, bei den zwei gleichen Vierteln setzen wir dezent ab. Und dann machen wir nur die hohen Töne“, fordert Antje Kopp die Flötenspieler auf. Sie greifen zu ihren Musikinstrumenten, vom kleinen Sopranino bis hin zur großen Subbassflöte und stimmen die Canzona, ein Stück von Hans Leo Hassler an, dass eigens für ein Flötenensemble eingerichtet wurde, an. Weit über die Insel sind die Flötenspieler zu hören, die bei geöffneten Fenster üben.

Claudia Judex, Kirchenmusikerin aus Rabenden, hat das Musikwochenende auf der Fraueninsel organisiert. Gekommen sind 18 engagierte Musiker von Trostberg, Plattling und Bernau bis nach Hamburg und Berlin.

Musikwochenende gibt es seit 15 Jahren

In den Seminarräumen des Frauenklosters, der Abtei Frauenwörth fanden sie sich zusammen, um ein intensives Kammermusikwochenende zu verbringen.

Seit 15 Jahren gibt es das Musikwochenende, dass sich wachsender Beliebtheit erfreut. Seit vier Jahren wird es von Claudia Judex nicht nur organisiert, sie kümmert sich auch um die Dozenten.

Begonnen hat alles mit einem Gespräch zwischen der Kirchenmusikerin und der Äbtissin Johanna Mayer. Unter den vielen Seminarangeboten fehlte ein musikalisches Angebot. Weil verschiedene Verbindungen zu Musikerinnen bestanden, wurde die Idee vor 15 Jahren umgesetzt. Claudia Judex kam per Zufall vor einigen Jahren zum Kurs. Am Steg der Fraueninsel stehend, traf sie auf die Äbtissin, die eine Dozentin vom Schiff abholte. Judex sprach die beiden auf das Flötenwochenende, von dem sie gehört hatte, auf Teilnahmemöglichkeiten an.

Der Anruf kam ziemlich schnell

„Ich war kaum zuhause, als ich einen Anruf erhielt, dass ich am nächsten Tag kommen kann. Bis dahin hab‘ ich die Flötisten ab und zu auf dem Cembalo begleitet“, berichtet Judex. Dabei konnte sie zu dem Zeitpunkt auf keiner Flöte, sondern nur auf der Oboe spielen. „Aber ich habe schnell gelernt“, gibt sie zu.

Weil die damaligen Organisatoren mit gesundheitlichen Problemen kämpfen mussten, hat sie die Sache in die Hand genommen.

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Zwei Mal im Jahr wird so ein Kurs im idyllischen Ambiente angeboten. Ziel ist es gemeinsam zu musizieren und die vielschichtige Literatur kennenzulernen. Erarbeitet werden Stücke jedes Genres in verschiedenen Besetzungen. „Jeder bringt die Noten mit, die er gerne spielt. Zweimal am Tag wird im großen Ensemble gespielt, dann gibt es immer wieder kleine Gruppen, die sich ein Stück vornehmen. Die Dozenten besuchen die verschiedenen Gruppen und geben Hilfestellung“, berichtet sie. Nicht nur die Noten werden mitgebracht, sondern auch die Instrumente. Besonders gern gesehen, sind die großen Flöten wie Großbassflöten. „Es macht richtig Spaß“, sagen Claudia Herth und Christl Schmid aus Trostberg, die schon mehrfach am Seminar teilgenommen haben.

Folkmusik für sich entdeckt

An diesem Wochenende übernahmen die Aufgabe Susanne Godel, die seit 2004 an der Jugendmusikschule Ludwigsburg unterrichtet. Sie hat vor wenigen Jahren die Folkmusik für sich entdeckt und spielt mit Leidenschaft die Schäferpfeife, die Nyckelharpa und die Chaluumeau.

Antje Kopp ist an der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg tätig und leitet das Blockflötenorchester Windkanal/Kiel.

Es gibt so vieles, was gespielt werden kann, waren sich die Teilnehmer einig. Im Mittelalter habe es zwar Flöten gegeben, aufgeschrieben wurde jedoch kaum etwas. Die Blüte und Hochzeit des Flötenspiels sei die Renaissance- und Barockzeit gewesen, so Judex. Dann haben die Komponisten ihr Augenmerk auf andere Instrumente gelegt und erst vor 20 Jahren wurde die Flöte wieder populär, so Judex, die sich mit der Geschichte der Flötenmusik beschäftigt hat. „Wir haben den Fokus auf die ‚alte Musik‘ gelegt, spielen aber auch moderne Jazz- und Folkmusik.“ Am Samstag hatte das Ensemble auch einen spontanen Auftritt in der Klosterkirche. Die zufällig vorbeikommenden Besucher waren begeistert.

Blockflötenorchester ein unerfüllter Traum

Claudia Judex ist auf den Geschmack gekommen und hat einen Traum: Sie möchte ein Blockflötenorchester, wie es sie im Norden Deutschlands schon lange gibt gründen. „In Bayern gibt es so ein Orchester noch kaum“, weiß sie.

Die Planungen für eine Winterseminar hat Judex schon aufgenommen. Am 28. Januar 2023 wird ein Schnuppertag der Blockflöte auf der Fraueninsel angeboten. „Der Sinn ist der Wiedereinstieg zum Musikinstrument Blockflöte für die kommende Generation“, so die gebürtige Kienbergerin. Anmelden kann man sich schon jetzt unter Blockflöten-Fraueninsel@web.de.

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