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Gegründet von Arbeitern, Knechten und Bauernsöhnen

101 Jahre „Almarausch“: Hittenkirchner Trachtler holen Jubiläumsfeier nach

Fröhliche Trachtenkinder auf einer Sommerwiese – dieses Motiv zierte vor zehn Jahren das Titelblatt der Festschrift des Trachtenvereins „Almarausch“ Hittenkirchen anlässlich seines 90. Jubiläums.
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Fröhliche Trachtenkinder auf einer Sommerwiese – dieses Motiv zierte vor zehn Jahren das Titelblatt der Festschrift des Trachtenvereins „Almarausch“ Hittenkirchen anlässlich seines 90. Jubiläums.
  • Anton Hötzelsperger
    VonAnton Hötzelsperger
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Vor einem Jahrhundert und einem Jahr gegründet: Der Trachtenverein „Almarausch“ Hittenkirchen holt seine Jubiläumsfeier mit einem Festabend am 24. September nach.

Bernau – Ein großes Fest hatte der Trachtenverein „Almarausch“ Hittenkirchen im vergangenen Jahr geplant: die Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen. Daraus wurde aufgrund der Corona-Einschränkungen aber nichts. Als kleiner Ersatz ist nun am Samstag, 24. September, im Hittenkirchener Trachtenheim ein Festabend geplant.

Ein Blick in die Historie des Vereins: Neun junge Männer – Arbeiter, Knechte und Bauernsöhne – haben sich laut Vereinschronik im Jahr 1921 im Gasthof Hittenkirchen zusammengetan, um einen Trachtenverein zu gründen. Bereits im gleichen Jahr schloss sich der Verein dem Trachtengauverband I an. 1923 wurde die erste Fahne nach einem Entwurf des Hittenkirchener Kunstmalers Franz Lechner erstellt und von einem Priester des Kapuzinerklosters Salzburg geweiht.

Vereinsleben wurde zunehmend schwierig

Bis zu den Kriegsjahren florierte das Vereinsleben mit über 50 aktiven und passiven Mitgliedern. Nach der mehrjährigen Zwangspause infolge des Zweiten Weltkrieges wurden schon im Herbst 1945 die Vereinsaktivitäten wieder aufgenommen. 1946 wechselte der Verein, der dann bereits wieder 66 Mitglieder zählte, zum Chiemgau-Alpenverband.

In den darauffolgenden Jahren gestaltete sich das Vereinsleben zunehmend schwierig, da es an einer entsprechenden Lokalität mangelte, die dem Verein jederzeit für Proben und Auftritte zur Verfügung steht. Dieser Umstand änderte sich erst ab Beginn der 1970er Jahre, zunächst durch das neue Hittenkirchener Pfarr- und Jugendheim im Jahr 1970. Mit diesem wurde es erstmals möglich, eine aktive Jugendgruppe aufzubauen.

1973 wurde durch Pfarrer Viktor Gallmann die neue Fahne geweiht, die nach Entwürfen von Schorsch Plank aus Hittenkirchen angefertigt wurde. Wie bei der ersten Fahnenweihe übernahm der Trachtenverein „Staffelstoana“ Bernau die Patenschaft.

Unter großer Eigenleistung und Eigenregie wurde 1975 der erste Bauabschnitt und neun Jahre später der zweite Bauabschnitt des Trachtenheimes mit etwa 180 Sitzplätzen fertiggestellt. Die treibende Kraft hinter dem Bau und Betrieb des Heimes war hierbei der langjährige Vorstand Christian Kaufmann, der 2017 verstorben ist.

Alljährlich ein Volkstanzkurs

Die große Tanzfläche des Saals führte dazu, dass das Trachtenheim als „Volkstanzhochburg“ oder „Volkstanz-Mekka“ für viele Tanzveranstaltungen bis heute zur Verfügung steht. Besonders erwähnenswert: der alljährliche Volkstanzkurs für Jugendliche, der Bartholomäus-Kirtatanz im August sowie das Weiber- und Dirndlkranzl im Fasching.

Seit etwa 15 Jahren gibt es im Trachtenheim zudem Aufführungen der eigens gegründeten Theatergruppe, welcher besonders viele Besucherzustimmungen finden. In diesem Jahr spielt die Gruppe das moderne Stück „Lügen haben junge Beine“ an zehn Terminen im November, der Vorverkauf hierzu findet am Samstag, 22. Oktober, von 13 bis 16 Uhr im Trachtenheim statt.

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Der Trachtenverein Hittenkirchen pflegt neben den Patenschaften innerhalb des Gaus auch überregionale Verbindungen. Seit 1961 gibt es regen Kontakt mit dem „Volkstrachten- und Heimatverein Bräunlingen“ im Schwarzwald. Im fünfjährigen wechselseitigen Turnus finden gegenseitige Besuche statt, zuletzt 2016, als Hittenkirchener Mitglieder Bräunlingen während ihres Straßenfestes besuchte.

Neben Bräunlingen gibt es seit 1976 mit dem Volkstanz- und Trachtenverein Neudau (Oststeiermark) und dem Verein „Die Bürgerwehr Cochem/Mosel“ kameradschaftlichen Kontakt mit gelegentlichen Vereinsbesuchen.

Des Weiteren ist „Almarausch“ Hittenkirchen mit dem Trachten- und Heimatverein „Die Beeckshepers“ in Scheesel (Niedersachsen) befreundet, bei der aufgrund der großen Entfernung weniger, aber besonders reizvolle Zusammenkünfte zustandekommen. Zuletzt besuchte eine Schar aktiver Trachtler den Verein 2019 im Rahmen des internationalen Beeke-Festival, in der die Tracht aus aller Welt zelebriert wird.

Im Jahr 2011 das Gaufest ausgerichtet

An vielen großen und besonderen Trachtenfesten und Festlichkeiten waren Hittenkirchener Vereinsmitglieder dabei. Darunter fällt der große Trachtenaufmarsch 1930 in Rosenheim, der große Staatsempfang mit sechs Tanzpaaren 1972 im Rahmen der olympischen Spiele, das Jubiläumsfest 1983 der „Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände“ in München und das Tiroler Landestrachtenfest 1988.

In den Jahren 1952, 1971, 1986 und 2011 richtete der Hittenkirchner Verein parallel zu seinen Jubiläen das Gaufest des Chiemgau-Alpenverbandes aus.

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