Im Campus St. Michael in Traunstein entsteht ein Paradiesgärtlein für die Kinder

Mit einer kleinen Liedeinlage bereicherten die Kinder von St. Oswald den Spatenstich für ihr neues Kindergarten-Domizil.
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Mit einer kleinen Liedeinlage bereicherten die Kinder von St. Oswald den Spatenstich für ihr neues Kindergarten-Domizil.

Mit dem Spatenstich für den Neubau des katholischen Kindergartens St. Oswald nimmt die Neugestaltung des „Campus St. Michael“ erstmals konkrete Form an. Im Herbst 2021 soll der Betrieb der neuen „Kindergärtnerei“ mit 100 Plätzen für Buben und Mädchen von drei bis Jahren starten.

Traunstein

Wolfgang Dinglreiter, Bauherr und Direktor des Studienseminars St. Michael, ging in seiner Begrüßung auf den Rahmen der Neubauaktivitäten ein. So richte sich der Campus als ganzheitlicher Bildungsstandort mit seinen vorhandenen und neu entstehenden Angeboten an Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien. Die Schwerpunkte lägen auf den Themen Persönlichkeitsbildung, Nachhaltigkeit und Schöpfungsspiritualität.

Bereits der Schöpfer des ersten deutschen „Kindergartens“ 1840, so Dinglreiter, habe das Bild eines Paradiesgärtleins im Sinn gehabt.

Wertschätzender Umgang

Durch den wertschätzenden Umgang der Kinder mit der Natur entwickle sich Urvertrauen und daraus das Gefühl eines fürsorglichen Umgangs mit der Welt. Im Sinne von Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeit sei auch für die „KinderGärtnerei“ auf dem Campusgelände ein neues Erziehungskonzept und ein dazu passendes Gebäude entwickelt worden.

Sandra Krump, die Leiterin des Bildungsressorts im Erzbischöflichen Ordinariat und Vorsitzende des Stiftungsrats von St. Michael, verwies mit Blick auf die biblische Schöpfungsgeschichte darauf, wie schwierig der heutige Umgang des Menschen mit der Schöpfung geworden sei. Vor diesem Hintergrund seien „natürlich und gut gestaltete Lebensräume“ gerade für Kinder und Jugendliche wichtig. So könne sich aus einem „emotional berührendem Erleben“ ein verantwortlicher Lebensstil entwickeln. Krump hob den „besonderen Geist der Zusammenarbeit“ aller am Kindergartenprojekt Beteiligten hervor.

Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer ging auf die enge geschichtliche Verbindung der Stadt mit St. Michael als Bildungsstandort ein. Von den 800 Kindern bis zu sechs Jahren, die in unterschiedlichen Einrichtungen betreut würden, wären rund die Hälfte in katholischer Obhut. Nach dem Mangel an Betreuungsplätzen bei seiner Amtsübernahme im Mai habe seit September wieder „jedes Kind einen Platz“. Dies sei nicht selbstverständlich, da sich Traunstein in den letzten Jahren um 3000 Einwohner vergrößert habe. Mit den unterschiedlichen Einrichtungen setze die Stadt auf das „Prinzip Subsidiarität“.

Durch die Neugestaltung des Kindergartens St. Oswald auf dem Campusgelände biete dieser dann Platz für 100 Kinder in vier Gruppen statt bisher für nur 75 Kinder. An den veranschlagten Baukosten von 4,4 Millionen Euro beteiligt sich die Stadt mit 2,9 Millionen Euro und erwartet dazu Fördergelder in Höhe von 1,3 Millionen Euro.

Naturpädagogisches Konzept

Simon Schreiber, Kirchenpfleger der Pfarrei St. Oswald, deren Kirchenstiftung Träger des Kindergartens ist, ging auf das naturpädagogische Konzept ein. Neben der Vermittlung christlicher Werte im Kreislauf des Kirchenjahres werden die Erlebnis- und Erfahrungswelten auch auf den gärtnerischen Jahreskreis ausgerichtet sein. Dies soll den Bezug zur Umwelt vertiefen. Regelmäßige Besuche in einem Bio-Bauernhof in Siegsdorf sollen das Erfahrungsspektrum ergänzen. „Die Nähe zur Natur fördert die Kreativität und den Bezug zur Schöpfung“, so Schreiber.

Architekt Tobias Mattes vom Münchner Büro Köhler Architekten erläuterte die nachhaltige Gestaltung des zweigeschoßigen Holzbaus. Pfarrer Dr. Christoph Hentschel, Spiritual am Campus St. Michael, spendete den Segen.

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