GEMEINDERAT ÜBERSEE

Ideen für 25000-Quadratmeter-Areal

Übersee. – Was tun mit einem Areal von 25 000 Quadratmetern in Zentrumsnähe?

Vor dieser Frage steht die Gemeinde Übersee nach dem Weggang der Firma Deutz (wir berichteten wiederholt).

Einen ersten Schritt in die Zukunft hat der Gemeinderat nun im Beisein vieler interessierter Überseer Bürgerinnen und Bürger mit einer Ideensammlung zusammen mit dem Münchner Planungsbüro „BGSM“ in der jüngsten öffentlichen Sitzung getan.

Seit mehr als 60 Jahren war die Kölner Weltfirma Deutz AG mit einer großen Zweigstelle in Übersee ansässig. Nach dem stufenweisen Rückzug in den vergangenen Jahren steht jetzt die Umnutzung des Geländes an.

Wie Bürgermeister Marc Nitschke in der jüngsten Gemeinderatssitzung eingangs ausführte, ist man sich nach diversen nicht öffentlichen Beratungen und in Abstimmung mit dem Traunsteiner Kreisbaumeister und den Eigentümern über eine grundsätzliche Nutzung als Wohn- und Mischgebiet einig geworden. Auch sollte nur ein Planungsbüro die verschiedenen möglichen Projekte erarbeiten.

„Etwas, worauf die Überseer stolz sind“ Planer Christian Böhm

„Heute geht es erst einmal um den offiziellen Startschuss für das Großprojekt, die Vorstellung des Planungsbüros ,BGSM‘ und die Sammlung von Anregungen, nicht aber um die Absegnung von Plänen“, stellte der Gemeindechef klar.

„Hier soll etwas entstehen, worauf die Überseer stolz sind“, umriss Planer Christian Böhm die Marschrichtung. Die Chancen dazu sieht er positiv, „weil die Grundstückseigentümer für alles offen sind“. Man strebe keine „Schlaf-Ghettos“ an, sondern setzte unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte auf eine sinnvolle Qualität. Denkbar seien nach seinem Dafürhalten verschiedene Wohnformen, Geschäfte und Arztpraxen.

Gemeinderat Stefan Haneberg (ADfÜ) sah auf dem großen Areal die relativ einmalige Chance für sozialen Wohnungsbau. Auch für Wolfgang Hofmann (BP) war das ein wichtiger Gesichtspunkt, ebenso wie Mietwoh-nungen, Wohnraum nach dem Einheimischenmodell und Spielplätze.

Um die Wolferstraße verkehrsmäßig zu entlasten, war für Herbert Strauch (FBL) ein Zugang des gesamten Bereichs über die Nordseite unerlässlich. Rupert Kink (CSU) wünschte sich eine „Ausgewogenheit“ von Wohnen und Gewerbe. Anton Stefanutti (Die Grünen) lobte die vom Planer geäußerten ökologischen Gesichtspunkte. Wichtig sei für ihn außer-dem, „dass die ganze Anlage ins Dorf und zu den Überseern passt und nicht auf die Interessen von Investoren zugeschnitten ist“.

Leo Segin (CSU) bewertete die Bebauung als „ortsprägend für mindestens die nächsten 100 Jahre.“ Deshalb erachtete er eine intensive Beratung mit Alternativlösungen durch die Planer für sinnvoll. Das Motto müsse lauten: „Was ist machbar und was sinnvoll, auch unter dem Aspekt möglicher Altlasten.“

Unter dem Eindruck der vielen Anregungen mahnte Alois Huber (CSU) vor allem zu Geduld: „Das alles geht nicht von heute auf morgen.“

Auch Thema im Bauausschuss

Einstimmig einigte sich das Gremium darauf, das Büro „BGSM“ mit der Planung zu beauftragen.

Zudem soll der Bauausschuss in der nächsten Sitzung am Donnerstag, 2. Februar, das Bauleitplanungsverfahren einleiten. vd

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