„Ich hatte großes Glück“

Abschied mit Distanz:Ohne Händeschütteln, aber nicht weniger herzlich wurde Rudi Jantke verabschiedet. Ein kleines Präsent sowie ein Bäumchen sollen ihn an die Zeit mit Zweiter Bürgermeisterin Doris Noichl, dem neuen Bürgermeister Stefan Kattari (von links) und dem Marktgemeinderat erinnern. eder

Grassau – Die erste Amtshandlung des neuen Bürgermeisters Stefan Kattari in der konstituierenden Sitzung im Heftersaal galt der Verabschiedung des ausgeschiedenen Bürgermeisters Rudi Jantke.

Er habe sich in den 30 Jahren im Gemeinderat, darunter 18 Jahre als Bürgermeister, immense Verdienste erworben, betonte Kattari.

Viele Bauprojekteverwirklicht

Zahlreiche ortsprägende Projekte konnten erfolgreich durchgeführt werden. Kattari nannte die umfangreichen Ortssanierungen in Grassau, Rottau und Mietenkam, die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses, den Bau des BRK-Gebäudes, den Mietenkamer Veranstaltungsraum und Dorfladen, aber auch die Erweiterung des Reifinger Badesees.

Was weniger ins Auge fällt, seien die immer wieder erfolgten Straßen- und Kanalsanierungen sowie der Breitbandausbau. In jüngster Geschichte kam der Neubau der Sporthalle hinzu. Durch stetige Förderung der Vereine und des Ehrenamts haben diese große Anerkennung erfahren. Familien und Kinder seien Jantke eine Herzensangelegenheit gewesen. Er setzte sich für die Kindergärten, die Spielplätze, das Kinderferienprogramm und für die Schaffung eines Modells für Grundstücke für Einheimische ein. Besonderen Stellenwert habe die Schule mit Generalsanierung, Barrierefreiheit und Erweiterung sowie Neubau der Turnhalle gehabt.

Dass Grassau heute ein Vorreiter im kommunalen Klima- und Umweltschutz sei, liege ebenfalls zum Teil im Verdienst von Jantke. Jantke habe auch die Kultur gefördert: mit der Eröffnung des Moormuseums, dem Kulturleben beim Hefter und der Errichtung des Musikschulgebäudes sowie der Installation von Kunstwerken im öffentlichen Raum und letztlich der Förderung des Literaturwettbewerbs. Jantkes Vermächtnis, so Kattari, sei zudem das Chronikprojekt mit der Ortschronik, von der der letzte und zwölfte Band bald erscheinen werde. Ein großes Verdienst Jantkes sei die umsichtige, offene und fraktionsübergreifende Führung des Marktgemeinderats gewesen. Bereits kurz nach der letzten Kommunalwahl 2014, also zu Beginn seiner dritten Amtsperiode, wusste er, Jantke, dass er kein weiteres Mal kandidieren werde. Zum einen habe er gemerkt, dass die Haut nicht dicker werde. Auch habe er gehört, dass die meisten Politiker eine Periode zu lange im Amt seien und zudem wollte er, dass einige sagen, schade, das er aufhört. Die 18 Jahre waren eine gute Zeit, bestätigte Jantke. Er habe viel Glück gehabt. So habe er in allen drei Amtsperioden mit Kollegen zusammenarbeiten dürfen, deren Wille zum Kompromiss ausgeprägt war. Nie habe es persönliche Anfeindungen gegeben und es haben sich sogar tiefe Freundschaften entwickelt. Hans Hornberger sei für seine Entwicklung sehr wichtig gewesen und er habe ihm viel zu verdanken. Hornberger sei zu einem väterlichen Freund geworden. Man habe sich auch gefetzt und wieder vertragen. Auch dankte Jantke seinen Bürgermeistervertretern in den drei Amtsperioden Sepp Grießenböck und Christl Summerer sowie Doris Noichl und Manfred Huber.

Großes Glück habe er auch mit den hervorragenden Mitarbeitern gehabt. Viele darunter fingen als Auszubildende in der Verwaltung an. In allen Bereichen, Bauhof, Verwaltung, Touristinformation, Musikschule seien hervorragende Leute, auf die Stefan Kattari bauen könne. Großes Glück habe er auch mit seinen Geschäftsleitern, zunächst 15 Jahre Robert Höpfner und drei Jahre Peter Enzmann, gehabt. Großes Glück habe er gehabt, als er vor 24 Jahren seine Sabine kennenlernte. Ohne ihren Beistand und Unterstützung hätte er manche kritische Situation nicht so bewältigen können.

Plädoyer fürZusammenarbeit

Zu guter Letzt sprach Jantke der Bundeskanzlerin und dem bayerischen Ministerpräsidenten ein Kompliment für das Management der Corona-Krise aus. Er, Jantke, sei Sozi aus Überzeugung. Es sei aber auch wichtig, anzuerkennen, wenn andere Parteien gute Arbeit leisten. „Vergesst Eure Farben und macht wieder gemeinsam so weiter“, riet er dem neuen Marktgemeinderat. tb

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