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„Fische waren uns zu langweilig“

Huhn statt Hund: Was eine Priener Familie an den gefiederten Haustieren so liebt

Oscar und Tristan (von links) aus Prien haben ihre Hühner ins Herz geschlossen. Sie füttern die vier mit Küchenreste-Brei und Nacktschnecken aus dem Garten. „Poppy“, rechts im Bild, lässt sich sogar streicheln.
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Oscar und Tristan (von links) aus Prien haben ihre Hühner ins Herz geschlossen. Sie füttern die vier mit Küchenreste-Brei und Nacktschnecken aus dem Garten. „Poppy“, rechts im Bild, lässt sich sogar streicheln.
  • Sabine Deubler
    VonSabine Deubler
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„Jeder freut sich, dass sie da sind.“ Ein Besuch bei einer Priener Familie und ihren neuen gefiederten Haustieren - den Hennen Poppy, Berta, Jane und Lisa.

Prien – Ein Doppelhaus im Norden von Prien. Familie Day ist im Vorjahr von München in die ruhige Wohngegend gezogen. Mit dem Umzug von der Großstadt in die Marktgemeinde hat sich die Familie einen Wunsch erfüllt: Sie hat sich vier Hühner angeschafft.

Wunsch nach Haustieren erfüllt

Die gackern und scharren im weitläufigen hinteren Teil des großen Gartens. Ihr Gehege läuft über eine Böschung hinab und endet wenige Meter oberhalb der Prien. Am gegenüberliegenden Prienufer lauern bisweilen Greifvögel in den hohen Bäumen. Doch die Day-Hühner verfügen über viel sicheren Unterschlupf: Zwischen Stauden und Büschen staksen zwei weiße Sussex- und zwei Königsberger Hühner umher und picken geschäftig Schnecken und Würmer aus dem Boden.

Huhn statt Hund

Hühner sind die neuen Hunde, so scheint es bei so mancher Jungfamilie zu sein. „Wir haben wegen der Kinder Hühner. Sie wollten gerne Haustiere haben“, sagt Anna Day. Da eines der Kinder eine Tierhaarallergie hat, fielen Hund und Katze aus. „Fische waren uns zu langweilig und Vögel im Haus zu laut. Also wurden es Hühner im Garten. Und jeder freut sich, sich dass sie da sind“, erklärt die Neu-Prienerin.

Sie ist froh über die Wahl. Niemand müsse spazieren gehen und im Haus stünden weder ein Katzenklo noch lägen Tierhaare herum. Oscar (7) und Tristan (5) mögen es, jeden Tag vier frische Eier aus dem Hühnerhaus zu holen und Küchenreste-Brei an Jane, Berta, Lisa und Poppy zu verfüttern. „Poppy lässt sich sogar Hals und Rücken streicheln. Die Kinder finden es toll, dass sie ihnen vertraut“, sagt ihre Mutter.

Ein Geben und Nehmen

Sie schätzt vor allem die frischen Eier, die wirklich gut schmeckten. Überzählige Eier bekommen Freunde, die den Buben dafür ein Taschengeld in die Sparbüchse geben. Es sei ein Geben und ein Nehmen, meint die junge Frau: „Wir geben unseren Hühner gutes Futter, das ich aus unseren Küchenresten und altem Brot und Wasser zusammenmische, und sie geben uns Eier.“

Mittlerweile wissen die familienfreundlichen Hühner, wohin sie ihre Eier legen sollen und haben sich untereinander zusammengerauft. Auch das Hühnerhäuschen ist zu einer schicken Unterkunft geworden. Innendekorateurin Anna Day hat es hübsch in blau-weiß gestrichen. Isoliert ist es bereits, und bald soll eine Wärmelampe hineinkommen. Was für manche neuen Hühnerhalter und auch für die Days überraschend war:

Die Haltung kostet einiges an Geld

Die Anfangsinvestitionen gehen ganz schön ins Geld. Sie selbst haben ein Gartenspielhaus ihrer Kinder umgebaut und von der Priener Vogeltierärztin vorab anschauen lassen.

Hinzu kamen dann noch Futtertröge sowie viele Meter Zaun für das Gehege. „Deinen Garten musst du mit den Hühner teilen. Wenn sie überall hinlaufen dürfen, ist bald kein Gras mehr da“, schildert Day, warum die vier Vögel nur in ihrem Gartenteil sein dürfen. Hühner brauchen Platz, etwa auch für einen Unterstand, der sie vor der Sonne schützt – auch das hat die Familie festgestellt. Und: Der Hühnerstall muss täglich ausgemistet werden.

Ein Gegacker – und jeden Tag frische Eier

Viel Arbeit sei das Ausmisten und Hühnerfüttern aber nicht, sagt Anna Day, als sie an einem kühlen Oktobermorgen den Hühnerkot aus der „Villa“ herausschaufelt und vier frisch gelegte Eier aus dem Heu herausholt.

Huhn Poppy läuft wie meistens als erste gackernd unterm Buxbaum hervor und die Hühnerleiter hoch, um zu Day hinauf zu gelangen. „Euer Luxusfutter kriegt ihr gleich“, sagt Day. An diesem Tag gibt es Brei mit Kürbisschalen und Salat, Reste vom Vorabendessen.

Wenn Oscar und Tristan später von Schule und Vorschule heimkommen, werden sie Regenwürmer retten, die Lisa, Poppy, Berta und Jane fressen wollen. Bevor sie abends in den sicheren Stall müssen, seien die neuen „Haustiere“ einfach da, sagt Anna Day. Sie bringt das Familienleben mit Hühnern so auf den Punkt: „Man lebt so um die herum.“

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