Hufeisen: In Prien Symbol und Sportgerät zugleich - Es gibt sogar eine bayerische Olympiade

Bei Turnieren zeigen die Werferdes Hufeisenvereins ihre Treffsicherheit. Hötzelsperger

Ein nicht allerorts vorhandener Verein mit sportlicher Note ist der Hufeisenverein: In Prien ist er mit Sitz, Hütte und Wurfgelände in Kaltenbach beheimatet. Freizeit und Geselligkeit werden bei den regelmäßigen Treffen – außerhalb der Corona-Krise – jeden Dienstag und Samstag ab 16 Uhr gepflegt.

Prien – Das Hufeisen ist für den 1992 offiziell gegründeten Verein mehr als ein symbolträchtiges Utensil, es ist ein wichtiges Sportgerät. Dieses gilt es, im Vergleich von zwei Leuten oder von Mannschaften, in einer Entfernung von 18 Metern auf einen kleinen Holzklotz („Taube“) zu werfen. Je näher das Hufeisen am Zielpunkt ist, umso besser die Bewertungen nach mehreren Durchgängen.

Rückkampf wegen Corona verschoben

Entsprechend der vereinsinternen Ergebnisse werden jeweils vierköpfige Herren- und Damen-Mannschaften zusammengestellt, die sich im Laufe des Jahres an rund einem Dutzend Turnieren in einem Umkreis von bis zu 60 Kilometer beteiligen. Dabei kommen die Priener Hufeisenfreunde des Öfteren zu Vergleichskämpfen über den Chiemgau hinaus; Besonders gerne fahren sie nach Tirol zu dort befreundeten Vereinen. Ein für Mai geplanter Rückkampf mit einem Hufeisen-Team im thüringischen Erfurt musste wegen der Corona-Krise aber erst einmal verschoben werden.

Sportwart Manfred Zott, der für die Zusammenstellung der Wettbewerbs-Teams verantwortlich ist, hofft, dass zumindest bis zum 3. Oktober wieder normaler Wurf- und Sportbetrieb in Kaltenbach möglich ist. Für diesen Samstag sind zum dritten Mal die Dorfmeisterschaften für die Ortsvereine von Atzing und Wildenwart geplant.

Hufeisenwerfen in geselliger Runde war in Prien-Atzing schon Anfang der 70er Jahre ein Thema und Vergnügen. Damals luden einige Mitglieder der Feuerwehr Atzing vor ihrem damals neuen Feuerwehrhaus in der Dorfmitte zum „Hufeisenschmeissen“ ein.

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Es gab noch keinen Verein, aber man traf sich am Wochenende zum Spaß, und aus diesem entwickelten sich erste Turniere, an denen bis zu 15 Männer teilnahmen. Ab 1975 koordinierte dann Josef Freund aus Siggenham, der Vater des heutigen Vorsitzenden Peter Freund, die weiteren Aktivitäten als „Präse“ und organisierte Kaltenbach als neuen Treffpunkt.

1986 wurde ein Verein gegründet.

Die ersten vier Jahre war Günter Adlwart Vorsitzender, ihm folgte dann Peter Freund, der bis heute die Geschicke des Vereins mit derzeit 167 Mitgliedern leitet, mit Günter Adlwart als Stellvertreter. Nach der Vereinsgründung und insbesondere nach der Eintragung ins Vereinsregister im Jahr 1992 wurden erste öffentliche Turniere angesetzt, die auch von auswärtigen Werfern gerne angenommen wurden. Eines der ersten Turniere war das Josef-Freund-(Gaggn-Sepp)-Gedächtnis-Turnier, dem grenzüberschreitende Wettkämpfe folgten. Ein besonderer Höhepunkt des jungen Vereins war die Teilnahme an der „Bavariade“ (bayerische Olympiade) mit internationaler Beteiligung in Inzell, bei der die Kaltenbacher einen hervorragenden 13. Platz erreichten.

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Seit 1997, als Prien „100 Jahre Markterhebung“ feierte, gibt es in Kaltenbach ein großes Hufeisenturnier mit anschließendem Sommerfest. Im Zuge der gestiegenen Vereinsaktivitäten ergab sich fast zwangsläufig die Frage und der Wunsch nach einem eigenen Wurfgelände mit Hütte. Dank des Entgegenkommens der Kaltenbacher Familie Steindlmüller und mit Unterstützung der Gemeinde Prien und ihrem damaligen Bürgermeister Lorenz Kollmannsberger konnte im Jahr 2001 der Wunsch verwirklicht und ein eigenes Vereinsheim gebaut werden. Seitdem haben die Hufeisenfreunde von Prien-Kaltenbach ein Zuhause und freuen sich über Zuspruch aus allen Altersgruppen.

Verein hat eine eigene Standarte

„Richtiges Hufeisenwerfen fordert Geschick und Konzentration, lenkt vom Alltag ab“, so Vorsitzender Peter Freund, der nunmehr seit 30 Jahren den Verein führt und natürlich hofft, dass nach der Corona-Krise bald wieder „Normal-Betrieb“ in Kaltenbach herrscht.

Bei weltlichen und kirchlichen Ereignissen in Prien, Atzing oder Wildenwart beteiligt sich der Hufeisenverein mit seiner im Jahr 2005 geweihten Standarte.

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