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BRAUCHTUM

Hubert Haas aus Bernau: Am ihm kam selten ein Plattler vorbei

Hubert Haas mit seiner Hutabzeichen-Sammlung von Ersten Preisen und Auszeichnungen. Repor Hötzelsperger
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Hubert Haas mit seiner Hutabzeichen-Sammlung von Ersten Preisen und Auszeichnungen.
  • Anton Hötzelsperger
    VonAnton Hötzelsperger
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Der 82-jährige Hubert Haas aus Bernau ist ein Urgestein der Chiemgauer-Trachtlerszene und lehrte über viele Jahre hinweg in sämtlichen Altersklassen der Konkurrenz das Fürchten. Akribisch bereitete er sich auf die Wettkämpfe vor und holte sich eine Siegertrophäe nach der anderen.

Bernau– Hubert Haas, Jahrgang 1938, hat unmittelbar nach Kriegsende mit dem Schuhplatteln in der Kinder- und Jugendgruppe seines Vereins begonnen und es mit großer Disziplin zu vielen ersten Preisen gebracht. Bei einem Besuch in seinem Haus in Bernau-Felden gewährte er einen Einblick in ein erlebnisreiches Plattler- und Trachtlerleben.

Der gebürtige Aschauer gehörte bald dazu, als nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 und 1947 junge Männer und Frauen für eine Plattler- und Tanzgruppe zusammengestellt wurden. „Unser erster Jugendbetreuer war Lipp Maier, den wir Fetzei nannten, die ersten Vereinsabende, Plattlerproben und Preisplatten waren in Hohenaschau in der Högermühle und später dann in der Festhalle“, erinnert sich Haas.

Die Cramer-Kletts förderten ihn

Als junger Plattler waren für ihn Hans Hächer aus Schleching und Franz Färbinger („Kern-Franzi“) aus Unterwössen seine Idole. „Da bin ich mit meinem Radl überall hingefahren, wo die Beiden beim Platteln zu sehen waren.“ Angespornt von diesen Vorbildern nahm er 1948 in der Högermühle erstmals an einem Vereinspreisplatteln der Hohenaschauer Trachtler teil. Für diese erste Wettbewerbsteilnahme lieh er sich von seinem Nachbarn eine Lederhose.

Höchstnote von 40 Punkten

Nach fünfmaliger Teilnahme beim Gaupreisplatteln des Chiemgau-Alpenverbandes, an dem sich junge Männer aus 23 Vereinen beteiligten, gelang es Haas 1962 erstmals den Wettbewerb in Bernau zu gewinnen. „Damals stellte der gastgebende Verein noch die Dirndl zum Tanzen, die Preisrichter waren noch vom Gauverband I und die Tanzböden waren bei weitem nicht so gut wie heute.“ Im darauffolgenden Jahr gelang ihm in Reit im Winkl die Traum- und Höchstnote von 40 Punkten. Dieser außergewöhnliche Sieg mit der maximal möglichen Punktzahl war das Ergebnis harter Proben. Ein ganzes Jahr lang war das Üben tägliches Gebot, sogar spät abends noch, sodass Haas manchmal zur Ruhe gerufen wurde, weil die Eltern schlafen wollten.

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Da sein Vater als Maurer bei der Familie von Baron von Cramer-Klett in Aschau angestellt war, durfte er mit Zustimmung der Baronin in der Villa Elisabeth in einem Ankleideraum der Baronessen das Platteln proben, der Raum hatte an vier Wänden Spiegel.

Daheim beim Üben zog Haas den Kreis enger

Als dies bekannt wurde, entstand der Begriff vom „Spiegel-Platteln“, was insbesondere für die korrekte Haltung und für den Gesamteindruck dienlich war. Normalerweise umfasst der Kreis beim Preisplatteln 90 Zentimeter

Zu Hause machte sich Haas einen Kreis mit einem Durchmesser von nur 40 Zentimetern – damit er sofort bemerkte, wenn er den Rand übertrat. Der Plattler musste auf Zehenspitzen innerhalb des Kreises vorgeführt werden. Als 1961 die Gaugruppe des Chiemgau-Alpenverbandes gegründet wurde, war Haas mit dabei.

Der erste Vorplattler im ganzen Gau

Bei einer Versammlung in Oberwössen wurde er gar zum Gauvorplattler gewählt, er war damit der erste gewählte dieser Art. „Zu unseren Proben fuhren wir in der Regel mit dem Radl, einige hatten ein Moped, ein Goggomobil oder einen Bulldog.“ 1966 fand in Staudach das erste gauoffene Preisplatteln zwischen dem Gauverband I und dem Chiemgau-Alpenverband statt, trotz schwerer Konkurrenz aus dem Nachbargau konnte Haas auch dabei als Sieger von der Bühne gehen. Viele Jahre lang brachte sich Haas als Preisrichter und als Obmann der Preisrichter innerhalb des Chiemgau-Alpenverbandes ein.

Der Bernauer holte in seiner Karriere 50 mal den Sieg

Immer wieder gewann er in seiner Altersklasse das Gau- und Vereinspreisplatteln, letztmals beim Chiemgau-Alpenverband im Jahr 1994 im Hohenaschauer Festzelt. Insgesamt hat er rund 50 Preisplatteln von 1949 bis 1994 in den verschiedenen Altersklassen gewonnen.

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