„Die Hospizidee weitertragen“

Die Erdarbeiten für den Bau eines stationären Chiemseehospizes an der Baumannstraße in Bernau haben inzwischen begonnen. Kirchner

Von Elisabeth Kirchner. Prien.

– „Die Hospizidee weitertragen“: Dieses Motto wiederholte Stefan Scheck, Vorsitzender des 266 Mitglieder starken Vereins der Hospizgruppe Prien und Umgebung, mehrfach in der gut besuchten Jahreshauptversammlung im katholischen Pfarrheim.

Er dankte allen aktiven Begleitern, die – wie auch auf dem Flyer des Hospizvereins steht – „den Sterbenden und deren Angehörigen Zeit schenken“. Im vergangenen Jahr habe man 40 Sterbende begleitet, davon 21 im Seniorenheim, 17 in ihrer privaten Umgebung und zwei im Krankenhaus.

23 Hospizbegleiter seien aktiv, über 1200 Einsatzstunden und knapp 8000 Kilometer an Fahrten kamen 2018 zusammen. Insgesamt sei ein leichter Rückgang der Vereinsaktivitäten zu verzeichnen, was der Zusammenarbeit mit dem SAPV (= Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung) geschuldet sei: „Ein Segen für uns und den Hospizverein.“ Die Jakobus SAPV als gemeinnützige GmbH ist eine Tochtergesellschaft des Jakobus-Hospizvereins für Stadt und Landkreis Rosenheim, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, schwerst kranke und sterbende Menschen am Lebensende mit einem multiprofessionellen Team in Stadt und Landkreis Rosenheim zu versorgen und zu begleiten.

Scheck bedankte sich bei allen Spendern, die die Hospizarbeit unterstützten, sei es der Lions Club, die OVB-Heimatzeitungen mit der OVB-Weihnachts-Spenden aktion oder seien es Privatleute. Schatzmeister Walter Richter bilanzierte im Kassenbericht, der Verein habe gut gewirtschaftet.

Scheck informierte über die Fortschritte beim Projekt des stationären Chiemseehospizes in Bernau. Seit einem ersten Treffen der Hospizvereine aus Prien, Rosenheim und Traunstein vor knapp sechs Jahren habe sich viel getan: Der Idee, ein stationäres Hospiz zu errichten, folgte 2016 die Gründung einer Trägergesellschaft und des Fördervereins Chiemseehospiz.

Ende 2017 bot die Gemeinde Bernau dem Verein ein 2000 Quadratmeter großes Grundstück in der Baumannstraße an. Mittlerweile liefen die Erdarbeiten schon. Obwohl das Haus noch gar nicht stehe, habe er schon 24 Bewerbungsgespräche geführt, was ihn persönlich sehr freue. Aufgrund der Kennzahlen, wonach ein Hospizbett auf 60 000 Einwohner gefördert wird, könne man zehn, maximal zwölf Betten anbieten.

Die Landkreise im Einzugsbereich haben zusammen rund 600 000 Einwohner. Die Kosten bezifferte Scheck auf 5,8 Millionen Euro. Noch fehle ein sogenannter Versorgungsvertrag, aber ihm schweben weitere qualitätssteigernde Maßnahmen vor, zum Beispiel im Bereich Hauswirtschaft, indem die Patienten ihr Lieblingsessen bekämen, oder seien es Extraleistungen wie Atemtherapie, die über den Förderverein finanziert werden könnten.

Neben dem Projekt Chiemseehospiz gehe die „normale“ Arbeit weiter, so Scheck. Im März sei mit 13 Personen ein neuer Grundkurs gestartet, den man erstmalig zusammen mit dem Jakobus Hospizverein Rosenheim durchführe.

Scheck betonte, dass die Vereine aus Prien und Rosenheim hier Hand in Hand arbeiteten und keine Konkurrenten seien. Wichtig sei es, „für dieses Thema Sensibilität zu schaffen.“ Die Hospizidee müsse weitergetragen werden.

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