Homeschooling im Landschulheim Ising: „Wir hatten einen guten Riecher!“

Die Fünftklässlerin Fanny Thomas arbeitet als Internatsschülerin vom Computerraum der Schule aus.
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Die Fünftklässlerin Fanny Thomas arbeitet als Internatsschülerin vom Computerraum der Schule aus.

Mittwoch, dritte Stunde. Die Elftklässler haben Französisch und Vivien wird gerade abgefragt – bei angeschalteter Kamera und mit geschlossenen Augen. Auch im Homeschooling im Landschulheim Ising herrscht natürlich Spickverbot.

Ising – Homeschooling bietet in vielerlei Hinsicht neue Herausforderungen, die es im Präsenzunterricht im Klassenzimmer so nicht gibt. Wenn dann aber Vivien, die Katze auf ihrem Schoß kraulend, noch die Höchstpunktzahl bei der Abfrage erreicht hat, klappt der Fernunterricht im Landschulheim Schloss Ising.

Anmeldung ist Signal für Unterrichtbeginn

„Wir hatten einen guten Riecher mit unserem Konzept, das wir uns während des ersten Lockdowns zurechtgelegt hatten“, sagt Schulleiterin Catrin Brandl. „Denn dieses Konzept hat dann das Ministerium als Empfehlung formuliert.“ So werden beispielsweise die Schulkinder jeden Morgen um acht Uhr begrüßt, auch wenn es in der ersten Stunde nur mit einem Arbeitsauftrag losgeht.

„Das ist das Signal: Jetzt ist Schule“, lobt Wolfgang Käsweber als Vater diese pädagogische Maßnahme. „In Ising werden die Schüler nicht allein gelassen, sie haben jeden Tag Online-Unterricht nach ihrem Stundenplan.“ Käswebers Tochter Sarah hat sogar Sportunterricht: „Wir haben Workout gemacht – Hampelmänner, Kraft- und Dehnübungen, auch etwas für die Bauchmuskeln.“

Endlich Schule am Gymnasium Ising

Das Isinger Gymnasium hatte sich schon frühzeitig auf die beiden so genannten Chat-Tools Homeworker und Teams festgelegt und war deshalb von der Überlastung von Mebis nicht betroffen. Dennoch gab es am ersten Schultag im Januar erstmal Probleme, bis Schüler und Lehrer mit dem Unterricht starten konnten.

„Aber die Lehrer haben sich sehr um die Kinder gekümmert. Und nun hat sich es alles eingespielt“, berichtet Monika Lex vom Elternbeirat. „Wir drucken am Sonntag Abend die Wochenpläne aus, die uns am Freitag Nachmittag komplett zugeschickt wurden. Das läuft alles sehr relaxt.“ Und die Zehntklässlerin Felicitas hilft ihrem kleinen Sechstklässler-Bruder Vinzenz, wenn er Probleme hat.

Lehrerin kann sich in einzelnen Gruppen dazu schalten

Auch Gruppenarbeit ist im digitalen Unterricht möglich. „Mit Teams teile ich meine Ethik-Schüler in Zweier- oder Dreiergruppen ein“, sagt Julia Dorfner. „Ich kann dann wie im echten Klassenzimmer umhergehen und mich jeweils dazuschalten. Und wir Lehrer kommunizieren miteinander, um immer wieder Neues auszuprobieren.“

Die Lehrer treffen sich abends online und testen neue Funktionen aus, etwa das sogenannte Hörverstehen bei den Fremdsprachen, oder sie installieren „breakout rooms“, in denen sie die Zwölftklässler einzeln auf das Abitur vorbereiteten, beispielsweise in Englisch. „In der Oberstufe müssen die Lehrer ab und zu einzelne Schüler nachverfolgen und sich um sie kümmern“, sagt Wolfgang Käsweber. „Da muss man die sozialen Kontakte pflegen.“

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Manchmal könnte es schon schneller gehen im Unterricht“, berichtet die Siebtklässlerin Miriam Brühwiler, denn die Lehrer müssten vieles mehrmals wiederholen, „weil’s Schüler rausgehaut hat und diese wissen wollen, was inzwischen geschehen ist. Das nervt.“

Im Homeschooling halten einen die Haustiere auf Trab

Dafür gibt es im Homeschooling aber Momente, die es im Isinger Schulgebäude so nicht gibt. Die Haustiere halten allesamt auf Trab. Siebtklässlerin Luisa Fiala: „Moment mal bitte, ich muss unsere Katze vom zugefrorenen Teich scheuchen. Die stürzt sonst ein!“

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