Holz ist als Energielieferant im Achental immer beliebter

Der Biomassehof Achental befindet sich weiterhin im Aufwind. Das Bild zeigt den Unternehmenssitz in Grassau.
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Der Biomassehof Achental befindet sich weiterhin im Aufwind. Das Bild zeigt den Unternehmenssitz in Grassau.

Der Biomassehof Achental zieht eine positive Bilanz: Die Nachfrage nach Energie aus Holzbrennstoffen ist konstant hoch, und so wurde kräftig in den Grassauer Standort investiert. Auch in Marquartstein soll Biomasse künftig eine größere Rolle spielen.

Grassau/Achental – Über eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung des Biomassehofs Achental konnte Geschäftsführer Wolfgang Wimmer in der Gesellschafterversammlung berichten. Die Teilnehmer wurden über den Abschluss des Baus einer weiteren Holzvergaseranlage und dem Erwerb samt Umbau des neuen Verwaltungsbereiches informiert. Des Weiteren wurden aktuelle Geschäftszahlen aus dem Brennstoffhandel mit Energieholz und der Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen, für das zurückliegende Jahr 2019 erläutert.

Nachfrage ist konstant vorhanden

In seinem Geschäftsbericht konnte Wimmer der Versammlung viele erfreuliche Bilanzzahlen für 2019 vorstellen. So stieg der Unternehmensumsatz im Vergleich zum Vorjahr um über 4,2 Prozent. „Die Nachfrage nach der umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Energie aus Holzbrennstoffen in Form von Holzpellets, Hackschnitzel und Scheitholz ist konstant vorhanden“, betonte der Geschäftsführer.

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Austauschpflichten und eine attraktive Förderung des Bundes für Biomasseanlagen machen das Heizen mit Holz in modernen Holzheizkesseln und automatischen Pelletöfen zu einer hervorragenden Lösung für erneuerbare Wärme“, erklärte er und lobte die technischen Entwicklungsfortschritte der Branche: „Pelletkessel, Hackschnitzelheizungen und Scheitholzvergaserkessel erfüllen die strengen Emissionsanforderungen des Gesetzgebers, sodass Klimaschutz und saubere Luft beim Heizen mit Holz gewährleistet sind.“

Versorgung von 2500 Haushalten

Nachdem der Biomassehof Achental bereits drei Anlagen zur Erzeugung von umweltfreundlichen Strom und Wärme am Standort in Grassau betreibt, konnte im vergangenen Herbst eine weitere Anlage ihren Betrieb aufnehmen. Die baugleichen Holzvergasermodule der Burkhardt GmbH aus Mühlhausen versorgen dabei die eingebauten Blockheizkraftwerke mit dem nachwachsenden Rohstoff. Mit der Inbetriebnahme der neuen Anlage werden jährlich rund 4000 Tonnen Holzpellets insgesamt verbraucht. Mit dem daraus produzieren Strom können rund 2000 Haushalte und mit der erzeugten Wärme etwa 500 Haushalte versorgt werden.

Biomasse bald auch in Marquartstein

Letztere kann in das Fernwärmenetz der Wärmeversorgung in Grassau eingespeist und somit den bestehenden Wärmekunden des Kommunalunternehmens zur Verfügung gestellt werden. Um zusätzlichen Platz für die Verwaltung zu schaffen, erwarb man 2019 eine benachbarte Gewerbeimmobilie am Unternehmenssitz, so Wimmer. Dort fand auch die Ökomodell Achental-Geschäftsstelleein neues Zuhause. Der Geschäftsführer bezifferte das Gesamtinvestitionsvolumen mit rund 1,5 Millionen Euro.

In Marquartstein plant die Gemeinde, ein Biomasseheizwerk mit Fernwärmeleitung zu errichten. Im ersten Bauabschnitt befinden sich rund 55 Gebäude welche angebunden werden könnten. Diese wurden in den letzten Monaten mit den Unterlagen versorgt und die Anschlussbereitschaft abgefragt. Wimmer findet es sehr erfreulich, dass inzwischen „ausreichend viele Wärmelieferverträge“ vorliegen und der Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen über die Projektumsetzung entscheiden kann. Dadurch könnten jährlich rund 460 000 Liter Heizöl sowie 1200 Tonnen Kohlendioxid eingespart und durch 7500 Schüttraummeter Waldrest- beziehungsweise Schadholz ersetzt werden.

Die Versammlungsteilnehmer freuten sich über die seit einigen Monaten bestehende Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ruhpolding. „Dort betreibt diese ein Fernwärmeheizwerk und wir kümmern uns um die Betriebsführung und die Belieferung der Hackschnitzel“, so Wimmer.

Nachdem immer mehr Gebäudeeigentümer auf Pellet- oder Hackgutheizungen setzen, müsse das Unternehmen seine Kapazitäten erweitern, ist er überzeugt. Da der Fuhrpark erweitert wird, bestehen Überlegungen, wie die Pellet-Verlademöglichkeiten ausgebaut werden könnten. Eine Möglichkeit ist eine zweite Verladestraße an der bestehenden Pelletlagerhalle.

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