Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Bohrungen an rund 20 Stellen

Hochwasserschutz soll Tennbodenbach Marquartstein zähmen

Mit einem speziell ausgestatteten Unimog werden im Umkreis des geplanten Hochwasserschutzes Bohrungen bis zu einer Tiefe von zehn Metern vorangetrieben.
+
Mit einem speziell ausgestatteten Unimog werden im Umkreis des geplanten Hochwasserschutzes Bohrungen bis zu einer Tiefe von zehn Metern vorangetrieben.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
    schließen

Der Tennbodenbach kann gefährlich werden. Bei Starkregen droht er, Wohngebiete in Marquartstein zu überfluten. Das Wasserwirtschaftsamt will ihn zähmen. Deshalb bohrt die Behörde jetzt im Untergrund.

Marquartstein/Traunstein – Wer rund um die Talstation der Seilbahn zur Hochplatte wandert, kennt den Tennbodenbach. Die allermeiste Zeit des Jahres ist er ein harmloser Wildbach, der leise vor sich hin fließt. Der aber gefährlich werden kann, vor allem für die Menschen, die in Niedernfels und Piesenhausen wohnen.

Die beiden Ortsteile der Gemeinde Marquartstein wären nach Berechnungen des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) Traunstein besonders betroffen, wenn starke Regenfälle zu Hochwasser oder im Extremfall sogar zu Murenabgängen im Bach führten.

Rückhaltebecken wird Herzstück

Um Leib und Leben besser zu schützen und hohe Sachschäden zu vermeiden, plant das WWA auf Höhe der Talstation der Hochplattenbahn den Bau eines umfangreichen Hochwasserschutzes. Als sein Herzstück wird ein großes Geschiebe- und Wildholz-Rückhaltebecken entstehen, das dem bestehenden Becken vorgeschaltet wird.

Der Trennbodenbach kann bei Starkregen gefährlich werden und überlaufen.

Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich Ende 2024. Seit heute, Donnerstag (18. November) laufen erste Voruntersuchungen.

Lesen Sie auch Digitale Versammlung: Schutz gegen Hochwasser sorgt die Grassauer Bürger

Die neue Anlage entsteht im Wald gegenüber dem Parkplatz an der Talstation. Dort, wo das Rückhaltebecken liegen wird, haben laut WWA jetzt Baugrunderkundungen begonnen. Mitarbeiter eines Ingenieurbüros sollen im Auftrag der Traunsteiner Behörde klären, wie der Boden in diesem Bereich beschaffen ist.

Dazu finden in den kommenden Wochen an rund 20 Stellen Bohrungen, Sondierungen und Schürfe statt. Die Ergebnisse werden ausgewertet und in einem geotechnischen Bericht zusammengestellt, der dann Handlungsempfehlungen für die weitere Planung gibt.

Mit dem Bericht ist laut WWA bis Februar kommenden Jahres zu rechnen. Einen entsprechenden Bauentwurf für das Vorhaben will die Traunsteiner Behörde dann bis Mitte 2022 erarbeiten.

Im Anschluss beginnt die haushaltsrechtliche Genehmigung und danach das öffentlich-rechtliche Planfeststellungsverfahren. Der Baubeginn hängt maßgeblich von der Verfahrensdauer ab. Die Behörde hält einen Baubeginn zum Jahreswechsel 2024/2025 für möglich.

Lesen Sie auch Vier Varianten am Tennbodenbach

Bisher sehen die Planungen folgende Schritte vor: Unterhalb der bereits vorhandenen und im Jahr 2017 sanierten Wildbachsperre wird der Tennbodenbach in ein neues Bachbett geführt. In ihm entstehen fünf neue Querbauwerke und damit ein erstes Bollwerk.

Geröll und Totholz sollen über dieses Bachbett in das neue, große Rückhaltebecken transportiert und dort aufgefangen werden. Das Becken wird bis zu sechs Meter tief und mit einem Volumen von rund 15 000 Kubikmetern angelegt. Als zusätzliche Hürde wird es außerdem ein Auslaufbauwerk samt Rechen erhalten.

Ziel ist, dass sich in diesem Becken die gesamten Geschiebe- und Schwemmholzmengen sammeln, so dass am Ende lediglich Wasser in das nachfolgende, alte Rückhaltebecken fließt, das hinter dem Trinkwasser-Hochbehälter der Gemeinde liegt.

Ein sogenannter Ablenkdamm komplettiert schließlich den geplanten Hochwasserschutz. Der Damm aus Wasserbausteinen wird parallel zum Tennbodenbach verlaufen, in Fließrichtung rechts. Seine Aufgabe ist es, das Areal Richtung Seilbahn und Parkplatz im Extremfall auch vor einem Murenabgang zu schützen.

Lesen Sie auch 6,9 Millionen Euro für Hochwasserschutz in Reit im Winkl

Auf Grund des geplanten Umbaus muss auch die bestehende Wanderwegbrücke am Parkplatz der Talstation abgerissen werden, bedauert das WWA. Die neue, stabilere Querung über den Bach entsteht dann zwischen den neuen Querbauwerken.

Zu möglichen Kosten macht das WWA zum jetzigen Zeitpunkt des Projekts noch keine Angaben. Der Tennbodenbach beschäftigt die Behörde schon seit 2014. Damals hatten Untersuchungen gezeigt, dass es bei einem so genannten 100-jährlichen Hochwasser zu großflächigen Überflutungen in den Gemeindegebieten von Marquartstein und Grassau kommen würde. Die Planungen haben zum Ziel, das zu verhindern.

Mehr zum Thema

Kommentare