Aus dem Gemeinderat

Hochwasserschutz hat für Reit im Winkl oberste Priorität

Die größten Investitionen im Haushaltsplan 2021 der Gemeinde Reit im Winkl liegen bei den Hochwasserschutzbaumaßnahmen entlang des Hausbachs.
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Die größten Investitionen im Haushaltsplan 2021 der Gemeinde Reit im Winkl liegen bei den Hochwasserschutzbaumaßnahmen entlang des Hausbachs.
  • vonJosef Hauser
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Die Gemeinde Reit im Winkl nimmt in den kommenden Jahren viel Geld in die Hand, um Hochwasserschutz, Straßen- sowie Kanalsanierungen voranzutreiben. Möglich machen dies gute Einnahmen aus der Vergangenheit und eine moderate Kreditaufnahme.

Reit im Winkl – Im kommenden Jahr wie auch in den Folgejahren stehen wieder große Investitionen bei der Gemeinde Reit im Winkl an. Dies wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bekannt gegeben, in welcher der Haushaltsplan 2021 verabschiedet wurde. Der Haushaltsbeschluss stehe aber unter einem großen Vorbehalt, den die Corona-Krise der Gemeinde aufzwinge, schickte Bürgermeister Matthias Schlechter (CSU) voraus.

Gespräche mit Anwohnern geplant

Mit 370 000 Euro die größte Investition im Haushalt 2021 ist die Hochwasserschutzbaumaßnahme am Hausbach. „Diese Arbeiten haben in diesem Frühjahr begonnen und werden uns auch in den nächsten Jahren noch beschäftigen“, so der Bürgermeister. Die Brücke über die Weißlofer wurde fertiggestellt und abgerechnet, für den weiteren Ausbau des Hochwasserschutzes in diesem Bereich sind nun weitere Gespräche mit Anwohnern geplant. Der Baubeginn des Hochwasserschutzes Pötschgraben wurde ins Frühjahr 2021 verschoben.

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Nach Abschluss der Planungen und den folgenden Ausschreibungen soll die Winklmoosalm an das gemeindliche Wasserversorgungsnetz angeschlossen werden. Baubeginn soll im Frühsommer 2021 sein.

Das gemeindliche Kanalnetz soll in den nächsten Jahren befahren werden, um Schäden zu sichten und nach und nach zu reparieren, da unter anderem der Fremdwasseranteil zu hoch ist. Um einen Überblick über die vorhandene Breitbandversorgung und den künftigen Ausbau eines Glasfasernetzes zu kommen, soll ein Masterplan hierfür erstellt werden. Die Winklmoosstraße muss weiter saniert und ein neues Schrankensystem nach dem Vorbild von Parkhäusern soll installiert werden.

„2022 keine Entspannung zu erwarten“

Große Probleme kündigen sich nach den Ausführungen des Bürgermeisters für den Verwaltungshaushalt 2021 an. Die Gründe hierfür lägen in erster Linie in einer Erhöhung der Kreisumlage von 1,3 Millionen Euro im Jahr 2020 auf 1,55 Millionen Euro bei gleichzeitigem Rückgang der Schlüsselzuweisung von 621 000 Euro auf voraussichtlich 324 000 Euro. Beides hänge mit dem guten Haushaltsjahr 2019 zusammen, die Verrechnung der Steuerkraft erfolge systembedingt immer mit einem Nachlauf von zwei Jahren: „Insofern ist auch für das Haushaltsjahr 2022 mit keiner Entspannung bei diesen beiden Haushaltsposten für die Gemeinde zu rechnen.“

Hohe Anteile an Steuereinnahmen

Die Zweitwohnungssteuereinnahmen steigen nach Anpassung an die Rechtslage auf 410 000 Euro. Die Gemeinde habe sich bewusst dafür entschieden, den Steuersatz bei 15 Prozent zu belassen. Dass die Einnahmen trotzdem steigen, habe mit der veränderten Bemessungsgrundlage zu tun.

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Weitere größere Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind der Einkommensteueranteil mit voraussichtlich 1,19 Millionen Euro, der Umsatzsteueranteil mit 206 000 Euro und der Anteil an der Grunderwerbsteuer mit 68 000 Euro. Aufgrund der unsicheren Corona-Lage wurden Minderungen eingeplant mit 800 000 Euro beim Fremdenverkehrsbeitrag und beim Kurbeitrag mit 1,1 Millionen Euro.

„Die sich nahezu täglich verändernde Corona-Lage lässt uns derzeit nicht abschätzen, wie intensiv ein Lockdown die Wirtschaft in Deutschland und uns in Reit im Winkl treffen wird“, sagte Bürgermeister Matthias Schlechter dazu. Der Rat beschloss einstimmig die vorliegende Haushaltssatzung für 2021. Sie schließt im Verwaltungshaushalt mit einer Summe von 10,6 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit 3,2 Millionen Euro ab.

Einhellige Zustimmung fand der erstellte Finanzplan für die Jahre 2020 bis 2024.

Die größten Investitionen

Im Vermögenshaushalt sind Investitionen von rund drei Millionen Euro vorgesehen. Die größeren davon sind der Hochwasserschutz am Hausbach (370 000 Euro), die Sanierung der Winklmoosstraße (232 000 Euro), der Erwerb einer Pistenraupe zur Loipenpflege (160 000 Euro) und die Grundsanierung des Kanals (105 000 Euro).

Die Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt sinkt von 1,37 Millionen Euro auf 586 000 Euro. Finanziert werden soll dies durch die verminderte Zuführung vom Verwaltungshaushalt (586 000 Euro), Beiträgen und Zuweisungen (1,24 Millionen Euro), Entnahme aus der Rücklage (542 000 Euro) und einem Darlehen (500 000 Euro).

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