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Gemeinderat Grabenstätt

Hochwasserschutz am Mühlbach: Alle Varianten nicht wirtschaftlich

Der Mühlbach an der Schlossstraßenbrücke.
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Der Mühlbach an der Schlossstraßenbrücke.
  • VonMarkus Müller
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Der Gemeinderat Grabenstätt hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder für Hochwasserschutzmaßnahmen ausgesprochen.

Grabenstätt - In der jüngsten Sitzung stellte Dr. Florian Pfleger vom beauftragten Ingenieurbüro aquasoli fünf Hochwasserschutz-Planungsvarianten für den Grabenstätter und Marwanger Mühlbach vor.

Abflussberechnungen ausgearbeitet

Sie waren im Zuge einer Vielzahl von hydraulischen und hydrologischen Untersuchungen und den daraus resultierenden Abflussberechnungen ausgearbeitet worden. Pfleger zufolge liege die derzeitige Abflussleistungsfähigkeit des Mühlbaches im Grabenstätter Ortsbereich mit einem halben Meter Freibord an den Brücken bei circa sieben Kubikmeter Wasser pro Sekunde.

Um aber für ein hundertjähriges Hochwasser gerüstet zu sein, bei dem die markantesten Ausuferungen in der Traunsteiner Siedlung/Hochfellnstraße und an der Schloss- und Hauptstraße zu erwarten seien, habe man einen notwendigen Bemessungsabfluss von 22,1 Kubikmeter pro Sekunde errechnet und „damit planen wir“, so Pfleger.

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Leider hätten sich aber alle fünf Planungsvarianten am Ende als „nicht wirtschaftlich“ erwiesen, da das auf Basis der Berechnungsvorgaben des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein errechnete Schadenspotenzial von knapp 2,5 Millionen Euro jeweils deutlich niedriger wäre als die Kosten für den Hochwasserschutz. „Wir liegen damit in einer Größenordnung, die nicht förderfähig ist“, gab Pfleger zu bedenken.

Kosten bis 21 Millionen Euro

Bei den Varianten 4 und 4a mit Hochwasserschutzlinien sowie Bypass- und Objektschutzlösungen würde man sich im Kostenbereich von 6,2 Millionen Euro bewegen, bei der Variante 2 mit Gewässerausbau bei 10,9 Millionen Euro, bei der Variante 3 mit einer großräumigen Bypasslösung bei 17,8 Millionen Euro und bei der Variante 1, die eine Kombination aus Rückhalt (Hochwasserrückhaltebecken Hasperting, Spielwang und/oder Mühlbach/Seitental) und Gewässerausbau beinhalte, sogar bei 21 Millionen Euro.

Letzteres entspricht also dem über Achtfachen des Schadenspotenzials. Selbst unter Einbeziehung des Schadenspotenzials für das Grabenstätter Pfarrerbachl wäre man laut Wasserwirtschaftsamt weit weg von der angestrebten Wirtschaftlichkeit und Förderfähigkeit. In puncto Hochwasserschutz am Pfarrerbacherl seien zudem noch Eigentumsfragen zu klären, hieß es.

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Die Auswirkungen auf den Bemessungsabfluss durch die Hochwasserrückhaltestandorte Hasperting, Spielwang und Mühlbach wären bei jeweils maximalen Ausbau „relativ übersichtlich“, so Pfleger. Selbst kombinierte Hochwasserrückhaltebecken würden nicht die gewünschten Effekte erzielen. Die untersuchten Hochwasserrückhaltebecken Tüttensee und Grabenstätt seien wegen des dortigen Trinkwasserschutzgebietes erst gar nicht umsetzbar.

„Es gilt jetzt nach neuen Lösungen zu suchen und deswegen haben wir eine Konzeptplanung für Einzelmaßnahmen in Auftrag gegeben, die auch relativ schnell umsetzbar sind“, betonte Bürgermeister Gerhard Wirnshofer (BG/FW). Auf Basis der vorliegenden Untersuchungen und Ergebnisse solle nun ein förderunabhängiger Hochwasserschutz mit kombinierten Einzelmaßnahmen erarbeitet werden, mit denen ein wirtschaftlicher, aber dennoch höchstmöglicher Schutz für die Bevölkerung gewährleistet werden könne, heißt es im einstimmig abgesegneten Beschlussvorschlag.

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