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Ein Jahr im Amt

Hochwasserschutz, 5G und ein Radlweg: Grabenstätts Bürgermeister im Interview

Sein Vorgänger war 36 Jahre im Amt, dann kam Gerhard Wirnshofer. mmü
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Sein Vorgänger war 36 Jahre im Amt, dann kam Gerhard Wirnshofer.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Grabenstätt – Sein Vorgänger war Jahrzehnte im Amt. Als Gerhard Wirnshofer (Bürgergruppe/ Freie Wähler) die Aufgabe des Ersten Bürgermeisters übernahm, kam die Corona-Pandemie. Die Chiemgau-Zeitung hat mit dem gelernten Zimmerermeister über sein Resümee des ersten Jahres gesprochen.

Herr Wirnshofer, wie war Ihr Start im Corona-Jahr?

Gerhard Wirnshofer: Im ersten Moment waren es deutlich weniger Termine, gerade die Abendtermine. Zuerst denkt man, dass einem das in die Karten spielt, weil es schon sehr viel Neues ist, was man als Bürgermeister macht. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass das ein echter Nachteil ist. Gerade der Austausch mit den Bürgern fehlt. Anfangs konnten wir vieles online noch nicht machen, auch weil wir gehofft hatten, dass die Pandemie sich bessert.

Sehnen Sie sich manchmal nach einer Baustelle, auf der schnell etwas vorwärtsgeht, im Vergleich zu den Mühlen der Verwaltung?

Wirnshofer: Ich war zwar 18 Jahre lang Gemeinderat, aber es ist schon etwas anderes, wenn man tatsächlich in der Bürgermeisterrolle ist. Mich hat das ziemlich gefordert, auch wenn mir mein Hintergrund in die Karten spielt. Man muss sich erst mal einarbeiten und das geht nicht von heute auf morgen, weil das sehr viel fachliches Neuland ist. Anders als im Handwerk gibt es in der Verwaltung oft andere Fristen und ein Abstimmen mit anderen Stellen. Das ist manchmal mühsam, aber macht trotzdem Spaß.

Corona-Pandemie als Herausforderung

In Grabenstätt stehen hohe Investitionen an, unter anderem wegen des Hochwasserschutzes. Langt das Geld dafür nach Corona?

Wirnshofer: Im vergangenen Jahr hab ich schon mal gemeint, das uns das den Boden unter den Füßen wegzieht, wenn wir so einen großen Einbruch bei den Einnahmen haben. Aber im Endeffekt ist das die Herausforderung, die wir haben, nämlich trotzdem etwas umzusetzen.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Der Hochwasserschutz ist sicherlich eines der wichtigsten Projekte für den Ortsteil Grabenstätt, aber es gibt auch noch andere Projekte wie das Dorfzentrum im Erlstätt, das schon weit in der Planung vorangeschritten ist, oder die Nahversorgung. Natürlich sind alle diese Themen davon abhängig, dass Geld in der Kasse ist.

Fühlen Sie sich von der Regierung im Stich gelassen, weil der Hochwasserschutz nicht gefördert wird?

Wirnshofer: Letztes Jahr im August hab ich selbst erlebt, was das bedeutet, an der Spitze zu stehen und zu entscheiden, wenn das Hochwasser die Leute trifft. Das Thema ist für Grabenstätt ganz enorm wichtig. Die Kosten und das Schadenpotenzial müssen für eine Förderung in einem bestimmten Verhältnis sein, damit die Regierung das fördert. Davon sind wir leider in allen Varianten der Planung weit entfernt. Ich habe dafür Verständnis, dass es Regeln dafür gibt. Auch wenn das für die Betroffenen nicht zufriedenstellend ist. Deshalb haben wir geplant, günstigere Einzelmaßnahmen zu machen, die auch einen hohen Schutz bieten, aber eben nicht gefördert werden.

Verkehrsbelastung gemeinsames Thema der Region

Sie nehmen Teil an der Initiative ihrer Nachbargemeinden gegen die Verkehrsbelastung. Ist Ihre Gemeinde davon überhaupt betroffen?

Wirnshofer: Das ist sicherlich eine Frage, die sich der eine oder andere stellen wird. Ja, der Ort Grabenstätt ist davon nicht so betroffen, aber in Erlstätt ist der überörtliche Verkehr schon ein Problem. Wir müssen mit unseren Nachbargemeinden an einem Strang ziehen, weil es sich beispielsweise auswirken wird, wenn Chieming eine Umgehung baut. Deshalb wollen wir das Thema als Region angehen.

Was war denn der schönste Moment in Ihrem ersten Jahr?

Wirnshofer: Die Freude vieler Bürger, dass es eine Änderung im Bürgermeisteramt gibt, habe ich schon gespürt und das hat mich gefreut.

Im Gegenzug: Was war kein so schönes Erlebnis?

Wirnshofer: Es gibt eben Themen, die mit vielen Ängsten verbunden sind oder zum Teil geschürt werden: Beispiel Mobilfunk. Das ist in jeder Kommune ein Thema. Erlstätt ist vom Mobilfunk nicht versorgt, gleichzeitig hat heute jeder ein Handy und es ist wichtig, dass man telefonieren kann. Der Staat will einen Masten und wir können nur begrenzt Einfluss nehmen. Man muss aus meiner Sicht nicht an der ersten Front mit jeder Technik sein. Das hochfrequente 5G gehört erst einmal erforscht, bevor wir auf dem Land Autonomes Fahren und so weiter nutzen. Niedrigfrequentes 5G halte ich aber für notwendig.

Sie haben eine Meinung zu diesem Thema? Klicken Sie hier und schreiben Sie uns einen Leserbrief.

Ein ewiger Zankapfel ist der Radlweg zwischen Erlstätt und Grabenstätt.

Wirnshofer: Das steht seit Beginn des Jahres auf meiner Agenda, vorher gab es noch einige andere Themen. Nach so vielen Jahren gab es viele Vorschläge und Diskussionen. Ich bin da dran, aber das Thema ist sehr sensibel. Mein Gefühl ist, dass wir hier einen Schritt vorwärts machen können. Ich möchte aber keine Hoffnung machen, dass wir ein Thema, das seit Jahren hängt, in ein paar Wochen

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