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BRANDKATASTROPHE IN TRAUNSTEIN 1851

Historischer Brief der Hoffnung in Übersee gefunden

Der Spendenaufruf für die Brandopfer vom 28. April 1851: „seyen es Kleidungsstücke. Leinwand, Geld oder was immer“. Den Brief fand die Überseer Ortsheimatpflegerin Annemarie Kneissl-Metz.. Kneissl-Metz
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Der Spendenaufruf für die Brandopfer vom 28. April 1851: „seyen es Kleidungsstücke. Leinwand, Geld oder was immer“. Den Brief fand die Überseer Ortsheimatpflegerin Annemarie Kneissl-Metz.. Kneissl-Metz
  • Elisabeth Sennhenn
    VonElisabeth Sennhenn
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Mitte des 19. Jahrhunderts bricht in der Stadt Traunstein ein Großbrand aus, 700 Menschen verlieren ihr Heim. Es herrscht Not unter den Betroffenen. Einer, der seine Bürger zum Handeln aufruft, ist der damalige Überseer Ortsvorsteher Felix Rieperdinger.

Traunstein/Übersee – Vor 170 Jahren brannte die Stadt Traunstein buchstäblich in einer Nacht ab. 700 obdachlose Einwohner standen Ende April 1851 auf der Straße. Von diesem Elend zeigte sich auch der damalige Überseer Ortsvorsteher Felix Rieperdinger, Martinfleidlbauer, stark berührt. Vier Tage nach der Brandkatastrophe schreibt er daher einen Spendenaufruf an sein Dorf. Dieser Brief fiel nun Ortsheimatpflegerin Annemarie Kneissl-Metz aus Übersee in die Hände.

Der einstige Überseer Ortsvorsteher Felix Rieperdinger setzte sich für die Notleidenden ein. Das Bild ist eine Reproduktion eines Fotos von Alois Löcherer aus München und stammt vermutlich aus dem Jahr 1862 oder früher.

Vieles liegt im Dunkeln

Sie beschreibt, was damals in Traunstein geschah, und schildert anschaulich die Not der Menschen: „Bei diesem bisher letzten Stadtbrand in der Traunsteiner Stadtgeschichte kam es zu einem Großfeuer, das die gesamte Altstadt und auch die Unterstadt in Richtung Osten vernichtet hat. An die 100 Gebäude brannten ab, die Bewohner standen mittellos auf der Straße.“

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Wie durch ein Wunder habe es keine Toten gegeben, so Kneissl-Metz. Sie hat noch mehr zum geschichtlichen Großereignis recherchiert: „Die heranrückenden Feuerwehren aus der Umgebung konnten nichts mehr ausrichten. Traunstein fiel in Schutt und Asche, obwohl es graupelte und regnete.“ Über die Brandursache habe es viele Gerüchte gegeben.

Es ist wenig bekannt über den Briefe-Schreiber

„Ob es die Unachtsamkeit eines Bediensteten im Umgang mit Feuer im Stadl gewesen war, der hinter dem jetzigen Pfarrhaus am Maxplatz stand oder ob es ein Racheakt verärgerter Haslacher war, weil der Pfarrsitz von Haslach in die Stadt verlegt worden war, das liegt im Dunkel der Geschichte“, meint die Ortsheimatpflegerin. Der brennende Stadel sei jedenfalls der Ausgangspunkt des riesigen Brandes gewesen. „Eine Aufklärung gab es nicht, dafür aber Hilfe von Vielen und auch vom Bayerischen König Max II, der sogar die eingeäscherte Stadt besuchte.“

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Und eben auch aus Übersee, wozu der damalige Ortsvorsteher Felix Rieperdinger explizit aufrief. „Er war ein sehr belesener und schreibkundiger Mann, er hinterließ einige Schriftstücke aus seiner Amtszeit, darunter auch diesen Spendenaufruf, mit dem er das kleine Dorf Übersee am Schicksal Traunsteins Anteil nehmen ließ“, erzählt Kneissl-Metz.

Zehn Jahre lang, von 1841 bis 1851 hatte Rieperdinger das Amt des Ortsvorstehers inne. „Sehr viel mehr weiß man aber leider nicht über den Mann“, gibt Kneissl-Metz zu. Sie habe lange nach weiteren Quellen zur Person gesucht, aber letztlich nur wenige Angaben über Riepertingers Leben gefunden: So soll er mit 23 Jahren den elterlichen Hof in Übersee übernommen habe. Das einzige Foto von ihm stammt schätzungsweise von 1862 oder früher, denn die Aufnahme hat der damals der bekannte Münchner Fotograf Alois Löcherer gemacht, der selbst 1862 starb. Rieperdinger, der seine Bürger zu Spenden aufrief und damit hoffentlich erfolgreich war, verstarb im Jahr 1874.

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