„Historische Zeitenwende“ in Traunstein

Dr. Christian Hümmerist ab Mai der neue Rathauschef in Traunstein. Effner
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Dr. Christian Hümmerist ab Mai der neue Rathauschef in Traunstein. Effner

Traunstein – Von einer „historischen Zeitenwende in Traunstein“ sprach gestern in einer kurzen Stellungnahme nach der Stichwahl zum Amt des Oberbürgermeisters der CSU-Bundestagsabgeordnete Dr.

Peter Ramsauer. Er freut sich, dass fünf von sieben Kandidaten seiner Partei die Stichwahlen im Landkreis gewonnen haben. Mit dem Sieg von Dr. Christian Hümmer über den Amtsinhaber Christian Kegel (SPD) erhebt in der Gro-ßen Kreisstadt erstmals wieder seit Oberbürgermeister Rupert Berger (1946 bis 1952) ein CSU-Kandidat Anspruch auf den Chefsessel im Rathaus. Der 2017 verstorbene Ehrenringträger und Alt-Oberbürgermeister Rudolf Wamsler, der 18 Jahre lang an der Stadtspitze stand, war 1972 als gemeinsamer Kandidat von UW und CSU angetreten und war erst danach in die CSU eingetreten. Sein Amtsantritt am 1. Mai sei deutlich von den Auswirkungen der Corona-Krise überschattet, erklärte Hümmer, wahrscheinlich werde ein neuer Haushalt mit einem „Wiederbelebungspaket“ für den Einzelhandel, Gastronomie und die Innenstadt geschnürt werden müssen. Nicht mehr dem Stadtrat angehören wird der bisherige Rathauschef Christian Kegel. Ihm folgt Nils Bödeker nach. Im Gespräch äußerte Kegel seine „tiefe Enttäuschung“ über das Ergebnis. Sein Weg, die Stadt auf sehr persönliche Art und mit menschlichem Antlitz zu führen, habe offenbar die Mehrheit der Bürger nicht überzeugt. „Ich habe mich sechs Jahre lang 90 Stunden die Woche für die Stadt eingesetzt und muss mir nichts vorwerfen“, gab er sich überzeugt. Er verlasse das Rathaus nicht nur mit einem weinenden Auge, sondern auch mit einem kleinen lachenden Auge, „weil jetzt die Zeit ewiger Anfeindungen und Attacken vorbei ist“. Sein Kreistagsmandat wolle er behalten. Privat werde er sich in seinem früheren Beruf als Lehrer neu orientieren.

Auf eine „gute parteiübergreifende Zusammenarbeit“ hofft Burgi Mörtl-Körner von Bündnis 90/Die Grünen. Als amtierende Fraktionschefin stellt sie im neuen Stadtrat mit sieben Sitzen die zweitstärkste Fraktion nach der CSU. „Wir wollten den Wechsel im Rathaus, danken dem jetzigen Amtschef aber voller Respekt für seine Arbeit“, kommentierte Ernst Haider, Fraktionschef der UW, den Neubeginn an der Spitze. „Mit Hümmers Kompetenz unter anderem als Verwaltungsjurist sind wir gut aufgestellt für die Zukunft.“ Wichtig sei in der gegenwärtigen Situation, der Wirtschaft unter die Arme zu greifen, so Haider, weil bei einem Wegbrechen der Betriebe die finanziellen Folgen und die Konsequenzen für den Arbeitsmarkt auch in den kommenden Jahren deutlich zu spüren sein werden. Aus Haiders Sicht müsste der neue Stadtrat deshalb die Pflichtausgaben der Stadt stärker in den Fokus nehmen und „bei den freiwilligen Leistungen das eine oder andere schieben, um Mittel frei zu haben.“

Axel Effner

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