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Hilfsaktion in Breitbrunn und Söchtenau

„Mit Eifer dabei“: Wie Kinder mit Kreativität Spenden für die Ukraine sammeln

Freuen sich über die zahlreichen Spenden: Christina Wöger (links) Organisatorin beider Spendenaktionen, gemeinsam mit dem Breitbrunner Oberministrant Leonhard Mühlberger (Zweiter von rechts) und den Navis-Helfern Hans Kerschbaumer (Dritter von rechts) sowie Max Ziepplies (rechts) gemeinsam mit den jungen Spendensammlern.
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Freuen sich über die zahlreichen Spenden: Christina Wöger (links) Organisatorin beider Spendenaktionen, gemeinsam mit dem Breitbrunner Oberministrant Leonhard Mühlberger (Zweiter von rechts) und den Navis-Helfern Hans Kerschbaumer (Dritter von rechts) sowie Max Ziepplies (rechts) gemeinsam mit den jungen Spendensammlern.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Die Nachrichten über den Krieg in der Ukraine lassen auch die Jüngsten nicht unberührt. In Breitbrunn und Söchtenau haben nun Grundschüler und Ministranten Spenden für die Menschen in dem gebeutelten Land gesammelt. Und hierfür wurden die Buben und Mädchen besonders kreativ.

Breitbrunn/Söchtenau – Lebensmittel, Winterkleidung, medizinisches Material und Hygieneartikel, vier Rollatoren, einen Kinderwagen, viele Krücken, zwei Rollstühle und von der ersten Spendenaktion 900 Euro obendrauf: Das alles sammelten die Schüler der Grundschulklassen aus Breitbrunn und Söchtenau und die Ministranten aus Breitbrunn.

So konnten die Kinder diesen Betrag zu Elisabeth Mink von der Ludwigsapotheke Rimsting bringen. Mink und ihr Team unterstützen die Aktion seit Tag eins des Krieges in der Ukraine. Mit dem Geld werden dringend benötigte Medikamente vergünstigt eingekauft, kostenlos sortiert und verpackt.

Projekt schnell gewachsen

Bei dieser Hilfsaktion wurden die Schüler, Lehrerinnen und Ministranten von Navis unterstützt, einer Hilfsorganisation, die 2002 von der Flughafenfeuerwehr München gegründet wurde, um Hilfsgüter damals in das Tsunamigebiet schicken zu können. Der gemeinnützige Verein ist seither weltweit tätig.

Initiiert von Maximilian Zipplies, Berufsfeuerwehrmann aus Breitbrunn, entstanden im Chiemgau diese Spendenaktionen in Zusammenarbeit mit Christina Wöger und Sabine Phillipps. Im März hatte Zipplies damit angefangen, mit Kameraden der Feuerwehren in Oberbayern Hilfstransporte zu organisieren.

Ein Projekt, das schnell gewachsen sei, wie er berichtet. Er schwärmt von der Begeisterung der Kinder für die Aktion, mit der sie Spenden gesammelt hatten. „In den Orten gab es eine wahnsinnige Hilfsbereitschaft, die wir noch nicht gesehen haben“, sagt der hauptamtliche Feuerwehrmann.

Offene Ohren und Türen

Mit einer Ladung hatte Zipplies gerechnet, am Ende waren es vier. Hans Kerschbaumer von der Hilfsorganisation Navis, der auch die Hilfsgüter in die Ukraine bringt, musste mit einem Sprinter dreimal fahren, um alle Spenden nach Rosenheim in das zentrale Lager bringen zu können.

„Die Kinder haben sich sofort in ihrer Rolle gesehen, die Sache ernst genommen und waren mit Eifer dabei“, erinnert sich Mitorganisatorin Christina Wöger. Sie hatte die Idee, die Breitbrunner Ministranten einzubinden. Und stieß mit dieser Eingebung bei der Kirchengemeinde auf offene Ohren und Türen: „Ich wurde ganz offen aufgenommen und das Pfarrheim reserviert, um dort die Spenden zu lagern.“

Fleißige Helfer bringen die Spenden in Säcken und Paketen aus dem Pfarrheim Breitbrunn zum Transporter.

Direkter Kontakt ist wichtig

Im November wiederum startete die Söchtenauer Grundschullehrerin Sabine Phillipps in allen Klassen ihrer Schule mit einer Ideensammlung für das zweite Spendenprojekt. In den folgenden Wochen backten die Kinder mit Unterstützung der Eltern Kuchen in ihrer Freizeit und malten Bilder. Mit Gesang verteilten sie Kuchen und Karten im Bekanntenkreis, in der Schule und bei Nachbarn, um Spenden für die Ukraine zu sammeln.

„Mit dem Krieg in der Ukraine hat sich die weltpolitische Lage dramatisch verändert. Nachrichten, Bilder und damit verbundenen Sorgen beschäftigen natürlich auch unsere Kinder und sind immer wieder Thema in der Schule“, betont Lehrerin Sabine Phillipps.

Deshalb sei der direkte Kontakt zur Hilfsorganisation Navis für die Kinder so wichtig. Hilfsbereitschaft könne man nicht besser lernen, wie sie findet. Die Schulkinder und Ministranten konnten selbst mitanpacken, Fragen stellen und erfahren, für welche Dinge ihre Spenden eingesetzt werden.

Ob es eine weitere Spendenaktion geben wird? Christina Wöger gibt sich vorsichtig. Denn mit Blick auf die große Spendenbereitschaft wolle man die Menschen nicht überfordern, auch, damit sie nicht durch zu viele Spendenaufrufe abstumpfen. Für die Buben und Mädchen scheint aber klar zu sein, dass es weitergehen soll. Denn an Wöger richteten sie am Ende die Frage: „Wann machen wir das wieder?“

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