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Vortrag über Erziehung und Globalisierung

"Heute denken wir, ohne zu fühlen"

Prien - 45 Millionen Arbeitslose gibt es in Europa - das ist rund die Hälfte der Einwohnerzahl Deutschlands. Eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern, das sind ein Siebtel der Weltbevölkerung. Zu Beginn eines Vortrages in der Freien Waldorfschule Chiemgau stellte Hennig Kullak-Ublick die düsteren Fakten der Globalisierung in den Raum. "Wir entscheiden heute, wie wir unseren Planeten haben wollen, nicht unsere Kinder", betonte er. "Wir müssen sie mit dem ausstatten, was sie in der Welt wirklich brauchen."

"Erziehung für eine globalisierte Welt" hieß das Thema des Abends. Mit Hennig Kullak-Ublick aus Flensburg referierte ein erfahrener Waldorflehrer, ein Vorstandsmitglied im Bund der Waldorfschulen.

"Der entscheidende Lernprozess entsteht, indem ich mir ein Bild von den Dingen machen kann. Ich muss meinen Willen in meiner Seele aktivieren", führte Kullak-Ublick auch anhand neurologischer Forschungsergebnisse aus. Es sei die Fantasie, die goldene Gänse wachsen lasse. Es seien die reichen, differenzierten Erfahrungen im Gefühlsleben, die Erkenntnis reifen ließen. Doch es sei die heutige Gesellschaft im Dauerkommunikationsstress der Handys und Computer und der Dauerberieselung durch die Medien, die genau diese Prozesse erschwere. "Heute können wir denken, ohne zu fühlen", sagte der erfahrene Lehrer, selber Vater von vier Kindern. Denken, Fühlen und Wollen seien keine Einheit mehr. Und der Prozess, sich mit seinem Willen über die eigenen leiblichen Begierden, die Oberflächlichkeit, zu erheben, werde schwieriger.

Die Welt habe sich in den vergangenen Jahren rasant verändert, von Natürlichkeit und Tradition Abstand genommen. Kullak-Ublick führte aus, dass Wissensvermittlung allein für eine heutige Schulbildung zu kurz greifen würde. Auch seien Kinder schließlich keine gut funktionierenden Maschinen, die lediglich geölt werden müssten. Sein Plädoyer galt den seiner Ansicht nach intelligenzbildenden Fächern wie denen des handwerklich-künstlerischen Unterrichtes. "Wenn die Kinder heute im Unterricht aus einem Stück Holz einen Löffel schnitzen oder als Zwölftklässler aus einem Marmorblock eine Büste schaffen, dann ist das eine Schulung des Willens und es sind starke Gefühlserlebnisse", führte er aus.

In diesem Zusammenhang sprach er vor allem die Verantwortung der als Vorbilder fungierenden Erziehenden an. "Jeder von uns steht vor der Frage, sich darüber klar zu werden, was wir als Mensch sind und wie wir die Kindheit unserer Kinder gestalten." pp

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