Herrenchiemseebuch wieder erhältlich

Neue Exemplare des Buches „Herrenchiemsee. Kloster – Chorherrenstift – Königsschloss“ sind erschienen. Über den neuerlichen Druck des „Herrenchiemseebuches“ freuten sich (von links) Friedrich von Daumiller, der Vorsitzende der Vereinigung der Freunde von Herrenchiemsee, Dr. Wolfgang Berka, Prälat Walter Brugger, Professor Dr. Joachim Wild und Sebastian Weyerer.  Dachs
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Neue Exemplare des Buches „Herrenchiemsee. Kloster – Chorherrenstift – Königsschloss“ sind erschienen. Über den neuerlichen Druck des „Herrenchiemseebuches“ freuten sich (von links) Friedrich von Daumiller, der Vorsitzende der Vereinigung der Freunde von Herrenchiemsee, Dr. Wolfgang Berka, Prälat Walter Brugger, Professor Dr. Joachim Wild und Sebastian Weyerer. Dachs

„Herrenchiemsee. Kloster – Chorherrenstift – Königsschloss“: So lautet der Titel eines Buches, das die Vereinigung der Freunde von Herrenchiemsee vor fünf Jahren mit herausgegeben hatte. Das Werk mit seinen wissenschaftlichen Aufsätzen fand überaus viel Beachtung – so viel, dass das Buch schließlich vergriffen war. Doch jetzt ist das „Herrenchiemseebuch“ wieder erhältlich. Das Werk ist neu gedruckt worden – was nun ein Grund war zu feiern.

Fraueninsel/Herreninsel – Auf dem Programm stand zunächst ein Festgottesdienst auf Frauenwörth. Die Besucher konnten sich an einer einzigartigen Messe erfreuen: Zum ersten Mal erklang die „Missa Herrenwörth“ von Sebastian Weyerer. Die Uraufführung oblag dem Ludwig Thoma Chor. Die Messe zelebrierte Prälat Walter Brugger.

Nach dem Gottesdienst auf der Fraueninsel kam die Festgemeinde dann auf der Herreninsel im Bibliothekssaal des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstiftes zusammen. „Überaus eindrucksvoll“ habe Prälat Brugger die Messe im Münster der Klosterkirche auf der Fraueninsel zelebriert, betonte Dr. Friedrich von Daumiller, der Vorsitzende der Freunde von Herrenchiemsee. Sein besonderes Lob galt aber dem Komponisten der „Missa Herrenwörth“, Sebastian Weyerer, ebenfalls Mitglied der Freunde von Herrenchiemsee.

Dr. von Daumiller erinnerte daran, dass vor 338 Jahren, gleich nach der Fertigstellung des nun im barocken Glanz strahlendem Doms – ursprünglich war er im romanischen Stil erbaut worden –, ebenfalls eine neu komponierte Messe im Kirchenschiff erklungen sei. Eine erste Melodiefassung von „Tauet, Himmel, den Gerechten“ stamme aus der Feder des Augustiner-Chorherren Norbert Hauner (1743-1827).

Die „Missa Herrenwörth“ sei „ein Erlebnis“ gewesen, betonte Dr. von Daumiller. Er freute sich sehr, als ihm Sebastian Weyerer die erste Partitur der Missa als Geschenk überreichte.

Professor Dr. Joachim Wild stellte dann den Nachdruck des Herrenchiemseebuches vor. Er betonte dabei besonders, dass es sich nicht um eine Neuauflage der Ausgabe von 2011 handle, vielmehr sei die Monografie einfach wieder weiter gedruckt worden. Er erinnerte auch an den viel zu früh verstorbenen, wissenschaftlichen Begleiter und Autor Professor Dr. Heinz Dopsch.

Das Buch habe sich von Anfang an gut verkauft, so Professor Wild. Daher sei es bereits nach zwei Jahren vergriffen gewesen. Aber dank des diplomatischen Geschicks des Vorsitzenden der Vereinigung der Freunde von Herrenchiemsee habe der Pustet-Verlag überzeugt werden können, weitere Werke zu drucken. „Deshalb ist dies auch keine zweite Auflage, sondern ein Weiterdruck“, so Dr. Wild.

Den großen Erfolg des Buchs erklärte der Referent auch damit, dass es gut zu lesen sei und die Forschung angestoßen habe. Trotzdem war er sich sicher, dass es auf der Herreninsel immer noch viel Geschichtliches zu entdecken gebe. Wild wie auch von Daumiller empfahlen das Werk als Weihnachtsgeschenk mit bleibendem Wert.

Jurist und Theologe Dr. Wolfgang Berka widmete sich in einem weiteren Vortrag dem Bistum Chiemsee, das heuer 800 Jahre alt geworden wäre. 1803 sei es aber der Säkularisation zum Opfer gefallen. Er ging auf die Rechtsordnung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ein. Dieses „Sacra Imperium“ habe sich über Kaiser und Papst definiert. Erst „der korsische Bandit“, wie Prälat Brugger Napoleon in der Messe bezeichnet hatte, habe dieser Rechtsordnung den „Todesstoß“ versetzt. Das Bistum Chiemsee war bis zu dessen Auflösung Teil des Erzbistums Salzburg gewesen. Diese Diözese hat ihre Wurzeln im 8. Jahrhundert. Bereits 739 war die Gründung des Bistums Salzburg, 798 folgte die Erhebung zum Erzbistum. Dessen Aufgabe sei die Missionierung Karantaniens gewesen, besonders des Gebietes westlich des Flusses Drau, erläuterte Berka.

Erzbischof Eberhard II. habe die Gründung einer eigenen Chiemseekirche vorangetrieben. 1216 habe dann auf dessen Bemühen hin die Geburtsstunde des Bistums Chiemsee geschlagen. daa

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